80 Prozent setzen auf OpenStack

Open Source ist einfach die Idealbesetzung für die Cloud

| Autor / Redakteur: Michael Jores* / Ulrike Ostler

Open Source verspricht mehr Transparenz in der IT und ein geringeres Risiko auf Vendor-Lock-in. Doch viele greifen zu Open-Source-Software, weil sie auf Innovation setzen.
Open Source verspricht mehr Transparenz in der IT und ein geringeres Risiko auf Vendor-Lock-in. Doch viele greifen zu Open-Source-Software, weil sie auf Innovation setzen. (Bild: © kei907/ stock.adobe.com)

Open Source ist flexibel, offen, zukunftssicher. Hinter Linux, OpenStack und Co. steht eine starke Community, die Lösungsvielfalt und Innovation auf Basis offener Standards vorantreibt. In der Cloud kann Open Source diese einzigartigen Eigenschaften voll ausspielen. Michael Jores von Suse zeigt, wie das aussehen kann.

Kein Zweifel: Die digitale Transformation wäre ohne Cloud Computing unmöglich – die Cloud ist eine unabdingbare Komponente in den IT-Landschaften von heute und morgen. Mit ihr kann die IT das rasante Wachstum von Nutzern, Endgeräten, Informationen und Daten bedienen und dabei gleichzeitig Geschäftsprozesse effizienter und Unternehmen agiler machen.

Mit der Cloud können Unternehmen völlig neue Angebote und Geschäftsmodelle schaffen, die wirklich disruptiv sind. Uber, Airbnb und Konsorten beweisen, wie sich Marktstrukturen mit der Cloud völlig umkrempeln lassen. In Zukunft – so eine Prognose von Crisp Research – soll die Cloud durch maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz und Cognitive Computing sogar immer mehr zu einem autonomen, selbst-lernenden System werden, mit dem jeder im Unternehmen virtuelle Maschinen, Datenspeicher und Netzwerkverbindungen ganz nach seinen Anforderungen orchestrieren kann.

Brücke zwischen Cloud und Legacy-IT

In der Zwischenzeit sieht die Realität für IT-Verantwortliche jedoch komplexer aus. Wie schön wäre es, wie ein Startup auf der grünen Wiese ganz neu und Cloud-optimiert die eigene IT-Landschaft gestalten zu können. Nur wenige haben wohl den Luxus, die eigene IT-Infrastruktur von Grund auf neu zu planen – und auch dann währt dieser Zustand leider nicht ewig.

Im Zeitenwandel der Technologien sind IT-Verantwortliche die Brückenbauer, die Bestehendes und Neues so kombinieren müssen, dass ihre IT-Architekturen leistungsfähig und durchgängig alle unternehmenskritischen Prozesse unterstützen – ganz egal, ob die sich über viele Jahre kaum verändern oder sich agil an dynamische Marktanforderungen anpassen müssen.

Open-Source-Systeme bringen für diese Aufgabe die besten Eigenschaften mit: Sie verfügen über die notwendige Flexibilität, Interoperabilität und Zukunftssicherheit: Open-Source-Systeme haben offene Schnittstellen und arbeiten per Design mit anderen Systemen zusammen, so dass sie sich hervorragend in heterogene IT-Architekturen integrieren lassen.

Hinter Open Source stehen nicht nur Tausende von Entwicklern, sondern auch Unternehmen, die kontinuierlich neue Lösungen für verschiedenste Anwendungsbereiche und Szenarien entwickeln und sie in der Praxis testen. Diese Community Power sorgt nicht nur für eine große Vielfalt, sondern auch für Zukunftssicherheit – gerade im Zeitalter der Cloud.

Hybrid- und Multi-Cloud

Doch: Welche Cloud-Architektur ist die richtige? Private oder Public Cloud – oder eine Mischung aus beiden? Eine Frage, die sich im IT-Alltag schnell als theoretisch entpuppt und praktischen Überlegungen weicht.

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Denn wer ohne große eigene Investitionen neue Angebote und Services ausprobieren möchte, findet bei den weltweiten Marktführern, was er braucht: Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud oder die Deutsche Telekom mit lokalen Cloud Services in Deutschland unterstützen IT-Verantwortliche mit günstigen, leicht verfügbaren Cloud-Kapazitäten, die sie gut für erste Projekte und Erfahrungen nutzen können.

Gleichzeitig wollen die meisten IT-Verantwortlichen ihre unternehmenskritischen Anwendungen aber (noch) nicht einer öffentlichen Cloud anvertrauen. Für bestimmte Applikationen und Daten gelten besondere Anforderungen an Performance, Kontrolle und Datensicherheit. Hier muss eine konsistente Quality of Service (QoS) sichergestellt sein, die vor allem in größeren Unternehmen in Service Level Agreements (SLA) mit der IT-Abteilung oder – bei ausgelagertem IT-Management – mit einem externen Service Provider festgehalten ist.

Von QoS bis Fremd-Management

Auch gesetzliche Datenschutzbestimmungen spielen hier eine Rolle, die zum Beispiel in der Schweiz und in Deutschland verbieten, dass bestimmte Daten das eigene Land verlassen, also in einer Cloud im Ausland gespeichert werden. Eine private Cloud ist also für die meisten Unternehmen oft die zunächst sicherere Lösung.

Die meisten IT-Verantwortlichen verfolgen daher eine Doppelstrategie: Sie nutzen einfach beides und setzen auf hybride Cloud-Architekturen, um vom Besten aus beiden Welten zu profitieren. Sie verwenden Kapazitäten öffentlicher Clouds für weniger kritische Applikationen und Workloads. Parallel bauen sie eine private Cloud für ihre unternehmenskritischen Anwendungen auf oder modernisieren ihr bestehendes Rechenzentrum mit Hilfe moderner Cloud-Technologien, indem sie beispielsweise Rechner-, Speicher- und Netzkapazitäten nach und nach auf software-basierten Betrieb umstellen sowie Virtualisierung und Integration erhöhen.

Open Source wahrt Offenheit für künftige Optionen

Die Vielfalt möglicher Cloud-Architekturen, die sich mit moderner Technologie gestalten lässt, ist enorm. Bei der Entscheidung für grundlegende Komponenten in hybriden Cloud-Landschaften ist es daher unerlässlich, auf eine gute Interoperabilität zu achten. Wichtig ist vielen Unternehmen auch, mit aktuellen Investitionen in ihre Cloud-Infrastruktur nicht auf das falsche Pferd zu setzen, sondern eine Offenheit für künftige Handlungsoptionen zu behalten.

Sie sollten sich daher nicht von einem einzigen Hersteller abhängig machen, sondern auf Anbieter setzen, die mit dem aktuellen Innovationstempo auch Schritt halten können. Für welche Cloud-Architekturen sich IT-Verantwortliche auch immer entscheiden: Open-Source-Systeme wie OpenStack mit Linux können hier ihre Vorteile ausspielen.

Gar nicht out: Linux

Linux sorgt für Interoperabilität und Flexibilität, weil es auf einer großen Anzahl von Plattformen innerhalb und außerhalb der Cloud läuft und über offene Schnittstellen verfügt. Die große Zahl von Anbietern und Anwendern, die im Rahmen von Open-Source-Projekten zusammenarbeiten, stellen sicher, dass Unternehmen im Mainstream der Innovation bleiben, wenn sie auf Open-Source-Produkte setzen.

Gemeinsam schaffen sie eine Stabilität und breite Funktionalität, die ein einzelner Anbieter niemals garantieren könnte. Nach über 25 Jahren im Markt hat Linux seine Business-Tauglichkeit in verschiedensten Einsatzszenarien – auch in der Cloud – längst bewiesen.

So lässt sich beispielsweise der Suse Linux Enterprise Server (SLES) als Betriebssystem nicht nur mit der „SAP HANA Enterprise Cloud“ (Private Cloud) und der „SAP HANA Cloud Platform“ betreiben, sondern arbeitet auch mit Amazon Web Services (AWS), „Google Cloud Platform“, „Azure“ (Public Cloud) sowie vielen weiteren lokalen und internationalen Anbietern.

Der Autor des Artikels, Michael Jores, bezeichnet OeoneStack als „Betrieibssystem für die Cloud“, das Admins Pools von Rechner-, Speicher- und Netzwerk-Kapazitäten im Rechenzentrum kontrollieren und verwalten lässt.
Der Autor des Artikels, Michael Jores, bezeichnet OeoneStack als „Betrieibssystem für die Cloud“, das Admins Pools von Rechner-, Speicher- und Netzwerk-Kapazitäten im Rechenzentrum kontrollieren und verwalten lässt. (Bild: © kei907 / stock.adobe.com)

Community Power stärkt die Vilefalt. die Unabhängigkeit, die Zuverlässigleit und Flexibilität

Ein Beispiel für erfolgreiche Open-Source-Lösungen in der Cloud ist OpenStack. Das „Betriebssystem für die Cloud“ lässt Administratoren Pools von Rechner-, Speicher- und Netzwerk-Kapazitäten im Rechenzentrum kontrollieren und verwalten. Nutzer können per API selbst Ressourcen anfordern, die automatisiert bereitgestellt werden – dies spart im Self-Service-Modus Zeit und Geld und steigert die Effizienz innerhalb der IT deutlich.

OpenStack ist technologisch reif für den produktiven Betrieb und hat sich in der letzten Zeit immer mehr zu einer der wichtigsten Plattformen für private Clouds in Unternehmen gemausert. So ergab eine von Suse durchgeführte Umfrage unter 813 IT-Experten aus dem Senior Management, dass 80 Prozent der Unternehmen auf OpenStack setzen und dass sie entweder schon damit arbeiten oder es in Kürze eingesetzt werden soll.

OpenStack selbst kommt mit grundlegenden Management-Funktionen, wie es für diese Art der Cloud-Technologie durchaus üblich ist. Eine globale Community von Entwicklern und Cloud-Computing-Spezialisten, darunter Cisco, Intel, Fujitsu und Suse, haben das System weiterentwickelt und es für den Business-Einsatz komfortabler gemacht.

Unternehmen, die keine eigenen Kapazitäten haben oder aufbauen wollen, um wie Ebay, Paypal oder Cern selbst OpenStack zu adaptieren, können auf leistungsfähige und qualitätsgesicherte Angebote wie „Suse OpenStack Cloud“ setzen, die Unternehmen eine einfache, stabile und interoperative Plattform für das Management ihrer privaten Clouds bietet.

DevOps und Container

Nun haben Unternehmen eine Cloud-Landschaft, die sie vor Vendor Lock-in bewahrt, die sie einfach verwalten können – und für die ihr Enterprise-Partner Langzeit-Support bietet. Doch was fangen sie damit an?

Heute sind beinahe alle Unternehmen Software-Unternehmen: vom Autobauer zum Versicherer müssen Unternehmen Software entwickeln und ausliefern, und das in einem immer schnelleren Tempo. Dazu setzen sie vermehrt auf agile Entwicklung und DevOps-Modelle.

Diese ermöglichen mehrere Deployments in kurzer Zeit – am besten in Form einer Micro-Service-Architektur. Einzelne Services können so unabhängig und flexibel entwickelt und ausgeliefert werden, wenn Unternehmen dazu auf Container setzen.

Microservices statt virtueller Maschinen

Container können wie einzelne Programme gehandhabt werden. Jeder Container enthält dabei einen Prozess beziehungsweise einen Microservice. Der Vorteil liegt auf der Hand: Statt für jeden Prozess eine ganze VM zu nutzen, sparen Container Rechenressourcen und können in größerer Zahl betrieben werden als VMs.

Michael Jores, Regional Director Central Europe bei Suse: „Open Source ist die Idealbesetzung in jeder Cloud.“
Michael Jores, Regional Director Central Europe bei Suse: „Open Source ist die Idealbesetzung in jeder Cloud.“ (Bild: Suse Linux GmbH)

Als Kernel-Abstrahierung funktionieren Container sehr einfach unter Linux. Wiederum ist eine der Kerntechnologien der digitalen Transformation von Grund auf Open Source. Zur Verwaltung der Myriaden an Containern bieten sich daher Open-Source-Lösungen wie „Kubernetes“ an, die selbstheilend sind und die Orchestrierung von Micro Services enorm vereinfachen.

* Michael Jores ist Regional Director Central Europe bei Suse.

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