Deutsche Auditoren eG für Kritische Infrastrukturen und Datenschutz

Neuer Zusammenschluss der Prüfer

| Autor: Ludger Schmitz

Das erste Audeg-Board: Ingo Wolff, Johannes Loxen, Boban Krsic, Torsten Allar und Michael Schmid
Das erste Audeg-Board: Ingo Wolff, Johannes Loxen, Boban Krsic, Torsten Allar und Michael Schmid (Bild: Audeg)

In Frankfurt hat sich die „Audeg – Deutsche Auditoren eG iG“ konstituiert. Die Genossenschaft versteht sich als Grundstein für eine neue Zertifizierungsstelle mit den Schwerpunkten Kritische Infrastrukturen und Datenschutz-Grundverordnung.

„Die in 2018 nachzuweisende Erfüllung gesetzlicher Vorgaben bei Betreibern Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) und die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung bieten ein hervorragendes erstes Arbeitsfeld für Audeg.“ Das erklärte Boban Krsic, Vorstand der neu gegründeten Audeg. Die Genossenschaft hat zwei primäre Ziele.

Zwei Kernziele

Zum einen scheint sich die Audeg selbst als Prüfstelle positionieren zu wollen. Denn in einer Mitteilung heißt es, die Gründung sei erfolgt „um den Grundstein für eine neue Zertifizierungsstelle zu legen“. Demnach möchte sich die Audeg im Laufe des Jahres 2017 zu einer „akkreditierten Zertifizierungsstelle für Managementsysteme mit dem Schwerpunkt Informationssicherheit und Datenschutz“ entwickeln. Als Genossenschaft darf sie dabei nicht selbst auf Gewinnerzielung ausgerichtet sein.

Zum anderen und deswegen könnte die Audeg eben besseres Business für ihre Mitglieder anstreben. Darauf deutet hin, dass sie noch im Sommer dieses Jahres ein Online-gestütztes zentrales „Kompetenzregister“ aller Mitglieder einrichten möchte, in dem diese ihre Qualifikationen darstellen können. Gleichzeitig möchte die Organisation eine Genossenschaft der Auditoren sein und als solche „die Interessen der Auditoren in Deutschland gegenüber allen Stakeholdern im Markt“ vertreten. „Für ihre Mitglieder ist sie eine neutrale Instanz und Clearing-Stelle.“

Interessenvertretung der Prüfer

Dieser Aspekt könnte Bedeutung haben, denn die Audeg stellt auf ihrer Website www.audeg.de fest: „Die Abhängigkeit vieler Auditoren von ihrer Zertifizierungsstelle ist groß bei gleichzeitig stark eingeschränkten Einflussmöglichkeiten in fachlicher, sozialer und hierarchischer Sicht. Das Kräfteverhältnis „Zertifizierungsstelle zu Auditor“ ist stark asymmetrisch. Dies kann auf Seiten der Auditoren mangels gemeinsamer, übergeordneter Interessenvertretung nicht ausgeglichen werden.“

Noch weiter reicht ein drittes Ziel der Auditoren-Genossenschaft: Denn in der Gründungsmitteilung heißt es, die Audeg „definiert gemeinsam abgestimmte Standards für Zertifizierungen und Audits, auch durch Mitarbeit in relevanten Gremien und Strukturen“.

Zuerst die Mitgliedsbasis ausbauen

Die 25 Gründungsmitglieder wählten auf ihrer Gründungsversammlung ihr erstes Leitungsgremium. Ehrenamtliche Vorstände sind Boban Krsic von der DENIC und Torsten Allar von Allar Networks. Den Aufsichtsrat bilden Dr. Johannes Loxen von SerNet, Michael Schmidt von Buda und Ingo Wolff von tacticx. Noch bis zum 30. Juni 2017 können Auditoren als persönliche Mitglieder oder über eine Firmenmitgliedschaft ohne Aufnahmegebühr der Audeg beitreten.

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