Positiver Effekt durch Multi-Sourcing-Strategie

Multi-Kulti im IT-Outsourcing sorgt für Erfolg

| Autor / Redakteur: Rudolf Kergaßner / Elke Witmer-Goßner

Mit expertensystembasierten Automatisierungslösungen kann ein Großteil der im IT-Betrieb anfallenden Aufgaben erledigt werden. Ein hohes Automatisierungspotenzial besteht vor allem in den Service-Level-Bereichen 0, 1 und 2.
Mit expertensystembasierten Automatisierungslösungen kann ein Großteil der im IT-Betrieb anfallenden Aufgaben erledigt werden. Ein hohes Automatisierungspotenzial besteht vor allem in den Service-Level-Bereichen 0, 1 und 2. (Bild: IPsoft)

Die Nachfrage nach Outsourcing-Services ist weiterhin hoch. Nach wie vor scheitern allerdings viele Projekte vor dem Abschluss oder die Kosten explodieren. Unternehmen sollten daher bei der Nutzung von Outsourcing-Dienstleistungen wesentliche Aspekte beachten, typische Fehler vermeiden und auch das Betriebsmodell des Providers genau analysieren.

Unternehmen in vielen Branchen sind heute mit einem zunehmenden Wettbewerbs- und Kostendruck konfrontiert. Effizienz- und Produktivitätssteigerungen sowie Kostenreduzierungen bestimmen folglich oft die Unternehmensstrategie.

Das betrifft auch den Bereich IT, in dem Unternehmen deshalb zum einen aufwändige Hardware- und Software-Standardisierungsprojekte starten und zum anderen aber auch verstärkt auf Outsourcing setzen. Beide „Initiativen“ führen allerdings nicht immer zwangsläufig zum gewünschten Ergebnis. Und die Gründe liegen auf der Hand.

Im Hinblick auf die Auslagerung von IT(-Teilbereichen) ist zunächst festzuhalten, dass jeder Outsourcing-Prozess drei Phasen umfasst, nämlich den „Current Mode of Operation“ (CMO, Istzustand), den „Transition Mode of Operation“ (TMO, Durchführung der Transformation in den Zielzustand) und den „Future Mode of Operation“ (FMO, Arbeiten im Zielzustand). Wenn im Hinblick auf diese Phasen beim Projektstart keine detaillierte Analyse und Planung erfolgt, ist der Misserfolg quasi programmiert.

Warum Outsourcing-Projekte wackeln können

Fakt ist, dass vielfach nicht einmal der Istzustand richtig bestimmt wird, sicherlich auch, weil er manchmal nicht einfach bestimmbar ist. Das führt in letzter Konsequenz dazu, dass das Ziel FMO überhaupt nicht erreicht werden kann und der Service Provider gewissermaßen in einem Zustand CMO+ verbleibt, sozusagen „auf halbem Weg verhungert“.

Doch das Scheitern hat zumeist mehrere Gründe:

Umfassendes Outsourcing: Viele Unternehmen haben in der Vergangenheit auf ein umfassendes Outsourcing gesetzt, das heißt eine komplette Verlagerung der IT an einen externen Dienstleister. Dabei wurde vielfach die Komplexität unterschätzt, und bei zahlreichen Projekten gab es deshalb eine „Rückabwicklung“, gepaart mit ausufernden Kosten und hoher Unzufriedenheit.

Generell ist im Hinblick auf das Full Outsourcing eine große Ernüchterung eingetreten, da sich in der Regel auch weder die versprochenen Kosten- noch die Qualitätsverbesserungen ergeben haben. Wesentlich Erfolg versprechender ist die zielgerichtete Auslagerung von IT-Teilbereichen, das so genannte Outtasking.

Keine exakte Bestimmung des Istzustands: Der Projekterfolg ist massiv gefährdet, wenn sich der Kunde nicht im Klaren ist, was er outsourcen möchte. Das heißt: Er muss sowohl quantitativ als auch qualitativ präzise den Umfang beschreiben können und auch die damit verbundenen Ziele – zum Beispiel im Hinblick auf Qualität, Kosten und Flexibilität.

Falls er nicht genau weiß, was er will, besteht beispielsweise auch das Risiko, dass ihm eine Lösung verkauft wird, die nicht wirklich passt. Deshalb sollte ein Unternehmen immer in enger Abstimmung mit dem Provider ermitteln, in welchen Segmenten die kontrollierte Auslagerung von IT-Teilaufgaben überhaupt sinnvoll ist. Das heißt: Grundvoraussetzung ist, dass eine detaillierte Bestandsaufnahme von IT-Infrastruktur und -Betrieb erfolgt, mit einer klaren Analyse der eigenen Stärken und Schwächen sowie einer eindeutigen Definition der Ziele.

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