Jede Anwendungscharakteristik bekommt ein eigenes Netz

Mit HP Virtual Application Networks sind Netze programmierbar

| Redakteur: Ulrike Ostler

Virtual Application Networks (VAN) uf der quelloffenen Basis OpenFlow bietet eine virtualisierte Ansicht auf das Netzwerk – abstrahiert von der physikalischen Infrastruktur.
Virtual Application Networks (VAN) uf der quelloffenen Basis OpenFlow bietet eine virtualisierte Ansicht auf das Netzwerk – abstrahiert von der physikalischen Infrastruktur. (Bild: HP)

„Die heutige Netzwerk-Technik befindet sich auf dem Stand des letzen Jahrtausends“, sagt Axel Simon. Er ist der strategische Kopf, beziehungsweise Programm Manager von HP Networking in Deutschland. Mit „HP Virtual Application Networks“ auf der Basis von „OpenFlow“ werden die Netze nun virtuell und Applikations-zentriert.

Im November des vergangenen Jahres löste HP den Steuerungsmechanismus für Netzwerk-Infrastrukturen, die Control Plane, aus seinen Netzwerkkomponenten und steckte diese in einen Controller. Die Grundlage dafür bildet der quelloffene Standard „OpenFlow“, der Ethernet Switches, Router und Access Points um einen Zugang erweitert. Dadurch wirkt OpenFlow wie eine Abstraktionsschicht, sodass sich darauf virtuell, logische Netze abbilden lassen.

Der OpenFlow Controller von HP wiederum ist eine Software, die sich auf Standard-Hardware implementieren lässt. Den größten OpenFlow-Controller hat derzeit die Universität Stanford implementiert, und zwar auf einem PC. Dieser Controller organisiert 1.000 Switches.

Die Netzwerkverwaltungssoftware von HP trägt die Bezeichnung „Intelligent Management Center (IMC)“. Sie bietet Funktionen für die Bearbeitung von Fehlern, Konfigurationen, Abrechnungen, für Performance- und Sicherheitsanforderungen.

OpenFlow und IMC

Die Software basiert auf einer Service-orientierten Architektur (SOA) sowie einem Ablaufmodell für Geschäftsanwendungen. Das erlaubt insbesondere die Erweiterung um zusätzliche Module eine Ausweitung des Funktionsumfangs. Sie wird auf einem x86-Rechner gehostet und ist Multi-Vendor-fähig. Rund 6.000 Fremdprodukte werden unterstützt von rund 220 Herstellern.

Nun bekommt IMC eine Erweiterung um die ersten Module für HP Virtual Application Networks (VAN). Diese ersetzen über kurz oder lang das Konfigurieren von Netzen. Denn VAN greift auf Templates zurück, in denen anwendungsspezifische Anforderungen definiert sind. Zuständig für die Definition dieser Muster werden die Netzwerk-Administratoren sein, deren Zuständigkeit sich damit radikal ändert.

Soll bisher etwa ein "Lync"-Server in Betrieb genommen werden, muss eine virtuelle Maschine oder ein physikalischer Server vorbereitet werden, das Betriebssystem darauf gespielt und eingerichtet sowie das Netzwerk konfiguriert werden. Mit VAN geschieht die Netzwerk-Konfiguration etwa für VLANs automatisch. Denn die notwendigen Informationen, etwa über die Topologie der Netze, liefern Cloud-Maps. In den Templates steckt also das Netzwerk-Know-how, nicht in der Konfiguration.

Die Muster in der Cloud

Im Prinzip bekommt jede Anwendung ein Template, besser gesagt: jede Anwendungsart oder –charkteristik. Verwaltet werden sie über IMC. Die Management-Software weiß, welches Template jeweils auszuführen ist, etwa ein Lync-Server-Template.

Darüber hinaus lassen sich Querschnittsfunktionen in Templates packen, erläutert Simon. Als Beispiel nennt er einen Radius-Server.

Letztlich findet im Netzwerk eine Entkopplung von der Hardware statt und die Implementierung neuer Funktionen, beziehungsweise Anwendungen kann viel schneller vollzogen werden. Administratoren können insbesondere neue Cloud-Anwendungen für Benutzer innerhalb von Minuten statt Wochen implementieren und zugleich sicherstellen, dass SLAs automatisiert erfüllt werden.

weiter mit: Neue Aufgaben für Netzwerk-Admins

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