Powershell wird Open Source

Microsoft gibt PowerShell frei

| Autor: Thomas Drilling

Microsoft stellt PowerShell unter Open Source (Quelle: Microsoft)
Microsoft stellt PowerShell unter Open Source (Quelle: Microsoft) (Microsoft stellt PowerShell unter Open Source (Quelle: Microsoft))

Ein schon länger gärendes Gerücht hat sich bestätigt. Microsoft hat eine erste quelloffene Alpha-Version seiner PowerShell auf GitHub zum Download bereit gestellt. Somit ist die beliebte Shell ab sofort nicht mehr nur für Windows, sondern auch für Linux und Mac OS X verfügbar.

Vierzehn Jahre nach ihrer Geburtsstunde hat Microsoft seine PowerShell unter einer MIT-Open-Source-Lizenz auf GitHub verfügbar gemacht. Gerüchte gab es schon lange, dass die Redmonder einen solchen Schritt planten.

Nur der erste Schritt

Erstmals erschienen war Microsofts Kommandoschnittstelle für das Konfigurationsmanagement mit Anleihen bei Unix (Pipes) und objektorientierten Sprachen 2002. Nach Aussage von CEO Satya Nadellas fügt sich die Entscheidung, PowerShell unter Open Source zu stellen nahtlos in Microsofts Strategie, sich als Konzern mehr für die Open-Source- und Multi-Plattform-Community zu öffnen. Erster Schritt in dieser Richtung war die Open-Source-Stellung vom .NET Ende 2014.

Auch für Jeffrey Snover, Technical Fellow der Microsoft Enterprise Cloud Group und Verfasser des Blogposts zur PowerShell-Verfügbarkeit markiert der Schritt nur der Anfang einer spannenden Reise. Viele Microsoft-Teams arbeiteten derzeit daran, Kunden Verwaltungswerkzeuge an die Hand zu geben, mit denen diese künftig eine Vielzahl an Plattformen von überall und auf jedem Gerät verwalten können, egal ob mit Windows, Linux oder Mac OS:

Linux und Mac OS X

Die Open-Source-Variante der PowerShell unterstützt in der momentan vorliegenden Alpha-Status offiziell Ubuntu 14.04/16.04, CentOS 7.1 und Mac OS X 10.11. Die Kompatibilität mit Third-Party-Software ist derzeit laut Microsoft noch sehr beschränkt. Microsoft steht aber laut der offiziellen Ankündigung bereits mit anderen Vielen Software- und Cloud-Herstellern in Kontakt, darunter VMware, Amazon Web Services und Google Cloud Platform. Auch mit den Entwicklern von Chef werde bereits zusammengearbeitet. Weitere sollen folgen.


Auch bietet die Linux-Alpha-Version noch nicht sämtliche von Windows bekannten Funktionen. So ist zur Zeit z. B. nur eine lokale Anmeldung möglich, sodass sich entfernte Systeme noch nicht administrieren lassen. Microsoft arbeitet zudem bereits am OpenSSH-Support, um sichere Verbindungen zwischen Desktop-Versionen von PowerShell und Backend-Servern zu ermöglichen.