Sirius – eine komplett freie Siri-Alternative

Linux bekommt Sprachassistenten

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Forschern am Clarity Lab der University of Michigan haben einen intelligenten persönlichen Assistenten entwickelt, der ausschließlich auf freier Software basiert und ab sofort in einer Version 1.0 zum Herunterladen und Testen verfügbar ist.

Wer kennt nicht Apples Siri? Auch  Now von Google, Cortana von Microsoft oder Echo von Amazon fallen in die Kategorie von Tools, die Nutzeranfragen in Form von Sprache mehr oder weniger sinnvoll beantworten können. Leider sind alle genannten Systeme proprietär. Die meisten Nutzer kennen derartige Helfer allerdings vorwiegend vom Handy-Gebrauch.

Sirius ausprobieren

Mit Sirius steht jetzt erstmals eine komplett freie Lösung der Kategorie Personal Assistant (IPA) zur Verfügung.  Sirius wird vom Clarity Lab der Universität von Michigan entwickelt und wurde vergangene Woche erstmals auf der internationalen Konferenz  Architectural Support for Programming Languages and Operating Systems (ASPLOS 2015) vorgestellt.  Auf der Sirius-Projektseite stehen Sirius 1.0 und die Sirius-Suite, welche die Datenbanken für sämtliche Funktionen enthält ab sofort zum Herunterladen zur Verfügung, allerdings nur im Sourcecode. Sirius wurde unter Ubuntu 12.04 und 14.04 getestet. Die neuesten Entwicklungen werden laufend auf Github ergänzt.

Sirius wird unter anderem von Google und die US-Forschungsbehörde DARPA unterstützt und finanziert. Der Vorteil gegenüber Siri & Co besteht neben der Quelloffenheit vor allem darin, dass Sirius Bilder erkennen kann.

Sirius basiert auf zahlreichen freien Projekten

Nach Angabe der Entwickler wurden bisher die essentiellen Basis-Funktionen von IPA implementiert. Diese umfassen die eigentliche Spracherkennung und -verarbeitung, das Finden von Informationen auf Basis von Bildern und das System zum Beantworten von Fragen, das sich aus einer in Lemurs Indri-Format gespeicherte Wikipedia-Datenbank bedient.

Die Funktionsweise Sirius stützt sich nach Angabe der Entwickler auf eine Reihe bereits existierender freie Projekte, wie Sphinx, einem Spracherkennungssystem von der Carnegie Mellon University oder der Deep-Learning-Framework-Software Caffe der UC Berkeley. Ferner kümmert sich OpenCVs Surf um die Bilderkennung und die Fragen der Nutzer kann OpenEphyra von der Carnegie Mellon University beantworten. Weitere Komponenten von Sirius sind Kaldi und Protobuf 2.5.0. Ausserdem benötigt die Software eine Java-Laufzeitumgebung ab Version 7.

Ob die neue Technologie zum Beispiel auch in Google Now oder andere Assistenten zum Einsatz kommen wird, ist noch ungewiss. Ebenso gibt es bisher keine Erfahrungen, ob und wie gut die Software tatsächlich funktioniert.