Möbelhersteller IMS und Plaut realisieren ein Controlling-Modell

Kostenrechnung für individuelle Produkte

| Autor: Ludger Schmitz

Unter dem Dach der IMS Group existieren verschiedene Möbelmarken.
Unter dem Dach der IMS Group existieren verschiedene Möbelmarken. (Bild: IMS)

Die Kunden verlangen nach individuelle Produkten. Wie lassen sich für eine flexible Variantenkonfiguration Kostenrechnung und Controlling realisieren? Der Möbelhersteller IMS hat es auf SAP-Basis geschafft.

1974 wurde die Internationale Möbel-Selection AG im lichtensteinischen Bendern gegründet. Die IMS Group designt, entwickelt, produziert und vermarktet Polster- und Holzmöbel in beinahe allen Marktsegmenten der Möbelbranche. Heute ist Bendern noch die Vertriebsorganisation und ein modernes Hochregallager. Produziert wird größtenteils in firmeneigenen Werken in Polen, dazu kommen einige fremdgesourcte Produkte, die zum Beispiel aus China zugekauft werden. Die Vertriebsstrategien liegen in den Händen der jeweiligen Ländergesellschaften, die ihren Markt kennen und eigenständig bedienen.

Das Internet zwingt die Hersteller zu mehr Flexibilität

Der Online-Handel und die digitalen Möglichkeiten bieten große Chancen und setzen den etablierten Marktteilnehmern gleichzeitig zu – das ist auch im Bereich Einrichten und Wohnen so. Kunden wollen Möbelstücke nach ihren individuellen Wünschen, gute Preise, einfache Bestellabläufe und kurze Lieferfristen. Händlern geht es genauso um Geschwindigkeit, Pricing und effiziente Prozesse. Große Herausforderungen für die Möbelproduzenten – vor allem, wenn sie in komplexen Konzern- und Holding-Strukturen organisiert sind.

IMS hat auf die veränderten Marktbedingungen mit einer grundlegenden Neuausrichtung reagiert. Das Credo lautet: dezentrale Eigenverantwortung in den Länderniederlassungen, effiziente Plattform-Technik für die Produktion im Sofa-Bereich, zentrale und standardisierte Prozesse – insbesondere mit Blick auf ein organisationsweit einheitliches Controlling. Den ersten Schritt zu einem Umdenken läutete hier bereits vor mehr als zwei Jahren das Controlling-Projekt „White Upholstery“ ein.

Die Kunden wollen mehr Wahl haben

Die Sofa-Landschaft ist Inbegriff eines persönlichen Einrichtungsstils. Hat der Kunde seine Lieblingskomponenten aus zahlreichen Formen, Farben, Stoffarten und Zubehören individuell zusammengestellt, startet bei IMS die klassische Kundeneinzelauftragsfertigung, denn Lagerkapazitäten sind zumindest für die sperrigen Polstermöbel nicht abbildbar. Hunderte Stoffe müssen vorrätig sein, ohne dass der Bedarf konkret abgeschätzt werden kann.

Verantwortlich für das Stoffsortiment sind bei IMS die jeweiligen Vertriebseinheiten. Da der Vertrieb die erste Anlaufstelle für die Auftragserfassung ist, kennt er den Bedarf lange vor der Produktion und kann das Rohmaterial disponieren. Für die Beschaffung ist wiederum die Produktion verantwortlich. Es gibt hier also eine klare Trennung zwischen Produktion und Vertrieb. Die Informationsweitergabe zwischen den beiden Bereichen erfolgt aus dem System heraus.

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