VMware rückt seiner Problemzone zu Leibe

Jetzt auch zu haben - neue und aktualisierte VMware-Produkte

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Das VMware-Portfolio gehört gestrafft, in Form gebracht und an den richtigen Stellen gepolstert.
Das VMware-Portfolio gehört gestrafft, in Form gebracht und an den richtigen Stellen gepolstert. (Bild: stadelpeter/ Fotolia.com)

Bald schon sollen die zahlreichen, im vergangenen Monat auf der VMworld in San Francisco vorgestellten neuen VMware-Produkte sowie aktualisierte Versionen des aktuellen Portfolios angekündigt, darunter „NSX 6.1“, „vCenter Site Recovery Manager 5.8“, „vCloud Suite 5.8“, „vRealize Operations Insight“, „vRealize Suite 6“ und „vSphere Protection Advanced 5.8“.

Insbesondere die neuen Produkte sind Ergebnis einer umfangreichen Konsolidierung des Portfolios und einer noch stärkeren Cloud-Ausrichtung des Virtualisierungs-Marktführers. Beide Punkte kennzeichnen die momentanen Problemzonen des Unternehmens und wurden von CEO Pat Gelsinger in seiner Key Note zur Hausmesse in San Francisco auch trefflich als solche identifiziert, als er Mitarbeiter und Partner des Unternehmens im August auf einen steinigen, aber ehrgeizigen Kurs für die Zukunft des Unternehmen einschwor.

So hatte der selbst gesteckte Anspruch, in sämtlichen Produktkategorien vom Endanwender bis zum Software Defined Data Center (SDDC) eine passende Lösung gleichermaßen als Software und als Service anbieten zu wollen, das Portfolio in den vergangen Jahren derart ausufern lassen. Anwender und Partner fanden sich nur zum Teil und mit Mühe zurecht.

Docker und OpenStack

Darüber hat VMware angesichts der rasanten Entwicklung bei Docker oder OpenStackallen Grund, den neuen Technologien eigene Produkte entgegenzusetzen, wenngleich die bereits vereinbarten Kooperationen unter anderem mit Docker signalisieren sollen, dass man keineswegs den Anschluss verloren hat. Laut Gelsinger müssen man bestehende Kunden aber darauf hinweisen, dass VMware schon lange nicht mehr nur Anbieter von Virtualisierungstechnologien sei und es keineswegs zu spät sei, in der Cloud Fuß zu fassen.

So erwähnte Gelsinger in San Francisco nachdrücklich, dass VMware derzeit gemeinsam mit anderen daran arbeite, Googles Open Source Container Cluster Manager „Kubernetes“ auf vSphere zum Laufen zu bringen. Zudem arbeite man gemeinsam mit Docker daran, auch Docker auf vSphere zu portieren.

Neues und Bewährtes

Als Ergebnis der Konsolidierungsmaßnahmen hat VMware jetzt die Verfügbarkeit von NSX 6.1, vCenter Site Recovery Manager 5.8, vCloud Suite 5.8, vRealize Operations Insight, vRealize Suite 6 und vSphere Protection Advanced 5.8 angekündigt. Die neuen Lösungen dienen im Wesentlichen zum Aufbauen, Verwalten und Sichern von Software-Defined Datacenter-Umgebungen.

Bei vRealize Suite 6 handelt es sich um eine völlig neue Cloud-Management-Plattform. Diese vereint Funktionen von bestehenden VMware-Lösungen für Cloud Automation-, Operations- und Business Management in einem einzigen Angebot.

Laut VMware wurde die umfassende Management-Plattform gezielt für das Verwalten von heterogenen Umgebungen und Hybrid Clouds entwickelt. Unternehmen können so Infrastruktur und Anwendungen schnell auf Abruf, aber ohne Kontrollverlust bereitstellen.

vRealize Suite 6 soll einen höheren Automatisierungsgrad ermöglichen.
vRealize Suite 6 soll einen höheren Automatisierungsgrad ermöglichen. (Bild: VMware)

Die Erweiterungen in der vRealize Suite 6 bringen unter anderem neue Funktionen für kundengerechte Automatisierung, vereinfachten Betrieb und Management von Multi-Tier-Anwendungen für eine bessere Nutzererfahrung.

Ebenfalls neu ist „vRealize Operations Insight“. Das Produkt soll als integriertes Angebot verstanden werden und ist als Add-On zu vSphere with Operations Management konzipiert. vRealize Operations Insight ermöglicht Performance Management, Kapazitätsoptimierung und Log Analytics in Echtzeit.

Neu ist zudem vSphere Remote Office Branch Office. Hierbei handelt es sich um eine Lösung auf Basis von vSphere 5.5 Update 2, mit der Unternehmen mit mehreren Standorten Ihre Server-Provisionierung mit Hilfe von Virtualisierung verbessern, Host-Konfigurationen minimieren und die Sichtbarkeit unter Erfüllung gesetzlicher Auflagen erweitern können.

vCloud Suite

Bei der vCloud Suite handelt es sich um ein neues, integriertes Angebot zum Aufbauen und Verwalten von VMware vSphere Private Clouds auf Basis einer Software-Defined Datacenter-Architektur. Die neue Version 5.8 soll laut VMware entscheidende Vorteile bei Effizienz, Kontrolle und Agilität der IT bieten.

Die VMware vCloud Suite 5.8 beherrscht unter anderem jetzt richtlinienbasierte Provisionierung und Integration. Das erlaubt es Unternehmen, Disaster Recovery Services, sowie zusätzliche Netzwerk- und Security Services zu ihren Anwendungen und der Gesamtinfrastruktur hinzuzufügen.

Netze und Sicherheit

Das VMware-Produkt NSX dient dem Verbessern der Sicherheit, Skalierbarkeit und Leistung im Software-Defined Datacenter und in der hybriden Cloud. Mit der neuen Version 6.1 können Nutzer Use Cases für Self-Service IT erstellen und Netzwerk Micro-Segmentierung auf wirtschaftlich und operativ sinnvolle Weise betreiben und so die Sicherheitsarchitektur ihres Rechenzentrums effektiv umwandeln.

Die aktuelle Version 6.1 wartet mit vielen Neuerungen auf, darunter neue Funktionen für Netzwerk Mikro-Segmentierung, Scale-out NSX Edge (gleiche Kosten, Multi-Path Routing), Erweiterungen bei der Integration von VMware vCloud Automation Center 6.1 und einer verbesserten Hybrid Cloud-Konnektivität.

Die neue Version 5.8 von vSphere Data Protection Advanced bietet schließlich besseren Support von unternehmenskritischen Anwendungen. Zudem unterstützt die neue Version erweiterte Replikation, anpassbare Proxies und Backup Work Streams für die Sicherung von vSphere-Umgebungen.

Der Autor:

Thomas Drilling ist freier Autor, Blogger (Drillings OpenSource-Eck) und verantwortet das Medium "Erfolgreich virtualisieren" vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG.

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