APM-Studie von ManageEngine

Jede dritte APM-Warnung kommt vom Nutzer

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Fast ein Drittel der für eine Studie befragten IT-Profis erfährt erst durch Endanwender von Performance-Problemen bei Anwendungen.
Fast ein Drittel der für eine Studie befragten IT-Profis erfährt erst durch Endanwender von Performance-Problemen bei Anwendungen. (Bild: ManageEngine)

Laut einer Studie von Manage Engine zum Thema Application Performance Monitoring (APM) erfahren 32 Prozent der IT-Administratoren meistens durch ihre Anwender von Leistungsproblemen bei Anwendungen – und nicht durch ihre eigenen Monitoring-Werkzeuge.

Zwar nutzten 59 Prozent der befragten Unternehmen bereits professionelle APM-Tools, diese seien nach Einschätzung der Umfrageteilnehmer allerdings oft verbesserungswürdig: Gerade die Antworten auf Probleme und Performance-Fragen würden sich oft nicht schnell und einfach genug finden lassen. Weitere 28 Prozent der befragten IT-Administratoren gaben an, ad-hoc ausgeführte Skripte zu verwenden, um Performance-Probleme von Applikationen aufzuspüren.

Für die Umfrage befragte ManageEngine nach eigenen Angaben mehr als 100 IT-Administratoren in Nordamerika und Europa. Die Ergebnisse legten den Schluss nahe, dass viele IT-Teams nach wie vor mit den grundlegenden Herausforderungen beim Application Performance Monitoring beschäftigt seien. Dazu zählten unter anderem:

  • Keine aktiven APM-Lösungen: Das Unternehmen setzt noch keine professionelle Monitoring-Lösung ein oder verlässt sich auf eine Lösung, die lediglich einen Teil der Performance-Probleme erkennt.
  • Falsch beziehungsweise unzureichend konfigurierte Monitoring-Lösungen: Es wird zwar eine APM-Software eingesetzt, diese wurde jedoch nicht richtig oder nicht ausreichend konfiguriert. Teilweise verzichten IT-Administratoren auch auf bewährte APM-Best-Practices wie das Festlegen von Schwellenwerten, die geringfügige Leistungsschwankungen zulassen. So lässt sich die Anzahl der Benachrichtigungen deutlich reduzieren, da die Monitoring-Lösung erst einen Alarm auslöst, wenn die Performance tatsächlich unzureichend ist.
  • Nicht alle Anwendungen werden überwacht: Die Monitoring-Lösung überwacht nicht die gesamte Anwendungspalette. In vielen Fällen werden lediglich die Applikationen überwacht, die das IT-Team als kritisch ansieht.
  • Zahlreiche Performance-Probleme bleiben unerkannt: Viele IT-Teams testen Anwendungen besonders gründlich in der Qualitätssicherungsphase und stimmen ihre Überwachungslösungen auf diese Ergebnisse ab. Dadurch werden mitunter Probleme übersehen, die erst im Produktivbetrieb auftreten.

Die Umfrage, für die ManageEngine im Jahr 2015 sowohl Anwender der Manage-Engine-Software „Applications Manager“ als auch mit alternativen Lösungen arbeitende IT-Administratoren befragte, um Einblicke in Anwendertrends zu gewinnen, die sich maßgeblich auf die Entwicklung des Application Performance Monitoring (APM) auswirken, lieferte beispielsweise folgende Ergebnisse:

  • Fast ein Drittel (32 Prozent) der befragten IT-Profis erfährt erst durch Endanwender von Performance-Problemen bei Anwendungen.
  • Die Mehrheit der Unternehmen (59 Prozent) überwacht mehr als 50 Prozent ihrer Applikationen mithilfe professioneller APM-Werkzeuge; rund 28 Prozent setzen auf Ad-hoc-Skripte, und etwa ein Viertel (25 Prozent) verlässt sich auf Audits, um Probleme mit Anwendungen zu identifizieren.
  • Die Behebung von Anwendungsausfällen und Performance-Problemen kostet Zeit: Bis zu vier Stunden dauert es in vielen Unternehmen (81 Prozent), um Anwendungsausfälle zu beheben; Anwendungsprobleme wie langsame Seitenladezeiten benötigen bei 60 Prozent der Unternehmen ebenfalls eine Reparaturzeit von bis zu vier Stunden.
  • Private Clouds sind nach wie vor das bevorzugte Medium, um geschäftskritische Anwendungen zu hosten: Die Hälfte der Unternehmen (50 Prozent) nutzt das Angebot, um den Großteil ihrer geschäftlichen Anwendungen bereitzustellen.
  • Die Nutzung von öffentlichen und Hybrid-Cloud-Angeboten ist auf dem Vormarsch: Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) nutzt die Public Cloud für die Bereitstellung der Mehrheit ihrer Anwendungen. Weitere 20 Prozent der Umfrageteilnehmer verwenden dazu eine Hybrid-Cloud-Lösung und überlegen, weitere Business-Anwendungen dorthin auszulagern.
  • Der mobile Zugriff auf Business-Anwendungen nimmt zu: Laut 70 Prozent der befragten Unternehmen nutzen die meisten Endanwender Geschäftsanwendungen überwiegend über Web-Interfaces; der Zugriff über Mobilgeräte gewinnt allerdings immer mehr an Bedeutung.

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