VMware Tools und Linux-Gäste - Teil 3

Installation unter Linux

| Autor: Thomas Drilling

VMware-Tools manuell installieren
VMware-Tools manuell installieren (Thomas Drilling)

Wer den Unterschied zwischen den vom Distributionshersteller gelieferten Open-VM-Tools und den VMware Tools von VMware verinnerlicht hat, kann sich für eine von beiden Methoden entscheiden. Dieser Beitrag erklärt mit dem Installieren der originalen VMware-Tools den etwas aufwendigeren Weg. Sollte das Paket "open-vm-tools" bereits installiert sein, empfiehlt es sich, dieses mit yum, zypper oder apt/dpkg zu deinstallieren.

Der wesentliche Vorteil der originalen VMware Tools besteht darin, dass sich diese über das vCenter konfigurieren und mit VMware-Werkzeugen überwachen und z. B. auch aktualisieren lassen, zum Beispiel mit dem Update Manager.

Step by Step

Zum Installieren der VMware Tools unter Linux geht man dann wie folgt vor

Zuerst ist das ISO mit den VMware Tools für Linux  zu mounten. Die verschiedenen Möglichkeiten sind im ersten Teil des Beitrages beschrieben. Die beiden Einfachsten sind:

  • Man startet die gewünschte Linux-VM und klickt dann in der Konsole des vSphere-Clients auf VM / Guest / Install/Upgrade VMware Tools .
  • Man klickt bei eingeschalteter VM im Web Client im Reiter Summary im gelb hinterlegten Warnhinweis „VMware Tools is not installed on this virtual machine“ auf den Link rechts daneben Install VMware Tools.

Waren/sind die Tools bereits installiert, bestätigt man die anschließend angezeigte Default- Option Interactive Tools Upgrade mit OK.

Danach öffnet man in der VM eine Konsole, holt sich mit  "su -"  root-Rechte und navigiert zum Pfad des gemounteten ISOs, z.B.

cd /media/“VMware Tools“

Hier findet sich eine gepackte Datei „VMwareTools-<Version>.tar.gz“, die man entweder zunächst in ein temporäres Verzeichnis mit Schreibberechtigung (z. B. /tmp) kopiert, um es dort zu entpacken oder direkt dorthin entpackt.

cp VMwareTools-<Version>.tar.gz /tmp
cd /tmp
tar –xvf VMwareTools-<Version>.tar.gz

Danach wechselt man in das entpackte Verzeichnis "vmware-tools-distrib" …

cd vmware-tools-distrib

und führt dort das Installationsskript "vmware-install.pl" aus

./ vmware-install.pl

Dieses stellt eine Reihe von Fragen z. B. bzgl. der zu verwendenden Installationspfade, bei denen man in der Regel mit [ENTER] die Defaults übernehmen kann.

Anschließend stoppt das Installations-Perl-Skript etwaige bereits laufende VMware-Tools und fragt dann, ob der FileSystem Sync -Treiber installiert werden soll (Default ist No).

Danach werden die Kernel-Module vmxnet3, pvscsi, vmemctl installiert.

Ist das erledigt, fragt das Setup-Skript, ob es das Feature „VMware Host-Guest Filesystem“ aktivieren soll (Default ist Yes).

Konnte der Installer eine passendes vorkompiliertes Kernel-Modul für vmxnet finden, wird dieses jetzt installiert. Für die offiziell von VMware unterstützten Linux-Gastsysteme werden passende Kernel-Module mitgeliefert. Andernfalls muss der Installer versuchen, ein neues Modul aus dem mitgelieferten Source "on the fly" zu bauen. Hierzu müssen allerdings ggf, die benötigten Build-Tools (gcc, make usw.) installiert sein. Dies kann, muss aber nicht auf Anhieb klappen.

Beim Troubleshooting für diverse nicht unterstützte Linux-Distributionen hilft dann nur ausgiebiges Googeln. Eine Erläuterung sprengt den Rahmen dieses Beitrages.

Danach installiert das Setup-Skript das Feature „vmblock“, das für Drag&Drop von Dateien zwischen Host und Gastsystem verantwortlich ist.

Abschließend möchte der Installer wissen, ob er das Feature „VMware automatic kernel modules“ aktivieren soll. Damit würde nach einem Kernel-Update automatisch neue Kernel Kernel-Module für vmxnet3 usw., gebaut. Auch hier empfiehlt es sich, mit „Yes“ die Default-Vorgabe zu übernehmen.

Das folgende Feature „Thinprint“ wird ebenfalls per Default mit installiert.

Schließlich deaktiviert der Installer das Timer-basierte Audio-Scheduling in Pulse-Audio, versucht die vorhandene X.Org-Server-Version zu erkennen. In der Regel wird der Installer die von der Distribution XOrg-Treiber verwenden und eine etwaige X.Org-Konfiguration überspringen.

Nach dem Erstellen eines angepassten initrd-Boot-Images für den auf diese Weise gepachten Kernel wird der Installer die neu installierten Kernel-Module der Reihe nach starten und bei Erfolg das noch gemountete VMware-Tools-ISO auswerfen.

Abschließend ist ein Neustart fällig. Er kann danach in der Service-Konfiguration (oder mittels systemctl, bzw. einem Blick in (etc/init.d) prüfen, ob der VMware-Tools-Dienst läuft.