German Datacenter Association geplant

Gründung einer Interessenvertretung deutscher Datacenter-Betreiber

| Redakteur: Ulrike Ostler

Der Diplom-Ingenieur Harry Schnabel gehört zu den Pionieren der Branche. Er setzte sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene zahlreiche Rechenzentrumsprojekte um. Jetzt plant er mit Gleichgesinnten die German Datacenter Association.
Der Diplom-Ingenieur Harry Schnabel gehört zu den Pionieren der Branche. Er setzte sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene zahlreiche Rechenzentrumsprojekte um. Jetzt plant er mit Gleichgesinnten die German Datacenter Association. (Bild: ICT Facilities)

„Die Stellung und Wahrnehmung der deutschen Rechenzentren im wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Bereich ist suboptimal.“ So lautet die These, die Harry Schnabel formuliert. Er ist Berater bei ICT Facilities. Zusammen mit Gleichgesinnten strebt er die Gründung einer Interessenvertretung deutscher Datacenter-Betreiber an.

Schnabel war, unter anderem der Leiter des Arbeitskreises „Betriebssichere Rechenzentren“ beim Branchenverband Bitkom, damals noch für die Schnabel AG tätig. Doch heute bemängelt er, dass sich die deutschen Rechenzentrumsbetreiber weder im Bitkom noch im Eco Verband der Internetwirtschaft e.V. oder auch im Verband der innovatives Rechenzentrum e.V. (VIRZ) richtig aufgehoben fühlen könnten. Die entsprechenden Events seien doch nur noch „Bloße Verkaufsveranstaltungen“ der Anbieter von Datacenter-Equipment.

So sei die Idee von der Gründung einer Interessenvertretung zustande gekommen. Als er sich mit seinen früheren und jetzigen Kunden darüber ausgetauscht habe, hätten die, zu seiner Überraschung, sofort sehr positiv auf diesen Einfall reagiert.

Der Auftakt

Nun steht am 10. August 2017 ein erstes Treffen an, das für alle Interessenten offen sein soll und an dessen Ende, „im besten Fall“ die Gründung der „German Datacenter Association“ steht – ob als eingetragener Verein steht noch offen. Um 9:30 Uhr im Kempinski Hotel, Gravenbruch, geht es los.

Die Ziele

Wo drückt die Rechenzentrumsbetreiber denn der Schuh? Zunächst einmal würden sie erst dann als eine wichtige und unverzichtbare Infrastruktur wahrgenommen, sollten sie – ausnahmsweise – ausfallen. Das aber mache es schwer, sich Gehör zu verschaffen, so der Initiator.

Laut Schnabel stellen insbesondere die vielen Gesetze und Verordnungen sowie die hierzulande sehr hohen Strompreise die Betreiber vor schwierige Aufgaben. Die nach außen unsichtbaren Anforderungen und meist unbekannten Funktionen eines Rechenzentrums aber auch der Schichtbetrieb tragen dazu bei, dass es Datacenter-Betreiber schwer haben, qualifiziertes Personal zu finden.

Die German Datacenter Association soll politischen Fehlentwicklungen, wirtschaftlichen Missständen entgegenwirken und die Außenwahrnehmung der deutschen Rechenzentren erfassen und darstellen. Die Interessenvertretung werde an den Schnittstellen von Mandatsträgern, Medien und Entscheidern auftreten, wünscht sich Schnabel.

Zu den Zielen des angestrebten Zusammenschlusses gehört weiterhin:

  • Das Steigern der Investitionsattraktivität deutscher Standorte
  • High Level Networking in der Branche
  • Das Erhöhen der Sicherbarkeit durch Public Relations, Events und Social Networks
  • Das Beheben des Fachkräftemangels
  • Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für deutsche Rechenzentren
  • Gegenseitiger Austausch zu Technologie- und Markttrends
  • Die Mitbestimmung bei und Förderung von Standards
  • Das Entwickeln von Märkten – auch international

Als Teilnehmer wünscht sich Schnabel

  • Betreiber von Hosting-, Colocation- und Cloud-Rechenzentren
  • Betreiber von Rechenzentren in Industrie, Handel und Dienstleistung
  • Betreiber von Rechenzentren für öffentliche Einrichtungen
Was meinen Sie zu diesem Thema?
Guten Tag, im Prinzip eine gute Idee. Bei aller Wertschätzung für Herrn Schnabel über seine...  lesen
posted am 28.07.2017 um 17:57 von DC-Follower


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