Google und die Unternehmens-IT, ein Kommentar von IDC

Google Enterprise in Europa – der lange Weg zum Lösungsanbieter

| Autor / Redakteur: Lynn-Kristin Thorenz und Philip Carter / Ulrike Ostler

Google präsentiert sich mit schickem Rechenzentrum. Überzeugt das auch die Enterprise-Kunden?
Google präsentiert sich mit schickem Rechenzentrum. Überzeugt das auch die Enterprise-Kunden? (Bild: Google)

Google veranstaltete unlängst eine Reihe von eintägigen Konferenzen in Europa, für bestehende und potenzielle Unternehmenskunden. IDC-Analysten haben die Veranstaltungen in Deutschland und Großbritannien besucht und geben nun ihre Einschätzung zu „Google Enterprise“ ab.

Google zog zahlreiche Teilnehmer an: Beide Konferenzen waren besser besucht als erwartet, die Veranstaltungsorte dicht gedrängt.

Das Ziel ist klar: Die Firmen sollen davon überzeugt werden, dass Googles Portfolio für Geschäftskunden nun reif genug ist für den Einsatz in vielen großen europäischen Unternehmen. Die beiden Veranstaltungen spiegelten das ernsthafte Interesse des Marktes an der Frage wider, was Google mit seinen Unternehmensleistungen zu bieten hat. Google investiert erheblich in seine Marktpräsenz in diesen Ländern und auch in der gesamten Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika).

Um das Ziel zu erreichen, muss Google allerdings mehr tun als nur das Bewusstsein für den Umfang seines Produktportfolios schaffen. Google muss auch zeigen, dass seine Cloud‐Services wirklich für den Einsatz in Unternehmen bereit sind – und dass es eine relevante, wachsende Kundenbasis in Europa gibt, die deutlich von den Cloud‐Services von Google profitiert.

Der einzige unternehmenstaugliche Servive derzeit: Gmail

Aus dem Google Portfolio ist „Gmail“ zur Zeit in den Augen von IDC der am besten geeignete Service für europäische Unternehmen. E‐Mail ist mittlerweile ein Standarddienst. Es gibt kaum gute Argumente für die IT‐Abteilungen, diesen Service selbst zu betreiben. Es erstaunt direkt, dass noch immer so viele Unternehmen das tun.

Philip Carter, Associate Vice President European Software Group, war viele Jahre für IDC in Singapur tätig und verantwortet seit einigen Monaten vom Standort München aus IDC's Research für den europäischen Softwaremarkt. Er steht einem mehrköpfigen Analystenteam vor, das sich u.a. mit Infrastructure Software, Middleware und Enterprise Applications beschäftigt. Carter analysiert regelmäßig Technologietrends wie Big Data, Cloud, Mobility und Social Media im europäischen Kontext.
Philip Carter, Associate Vice President European Software Group, war viele Jahre für IDC in Singapur tätig und verantwortet seit einigen Monaten vom Standort München aus IDC's Research für den europäischen Softwaremarkt. Er steht einem mehrköpfigen Analystenteam vor, das sich u.a. mit Infrastructure Software, Middleware und Enterprise Applications beschäftigt. Carter analysiert regelmäßig Technologietrends wie Big Data, Cloud, Mobility und Social Media im europäischen Kontext. (Bild: IDC)

Die nächste Herausforderung für Google ist es, das gesamte „Google‐Docs“‐Angebot klar als Alternative zu Microsoft Office zu platzieren. Das könnte zwischen diesen beiden erbitterten Gegnern zu einem interessanten Kampf führen. Immerhin ist Google im Dickicht der Cloud‐basierenden Produktivitätslösungen der einzige Rivale, der es mit der Marketing‐Macht von Microsoft aufnehmen kann.

Microsoft leistet Google dabei unbeabsichtigter Weise Schützenhilfe, wenn die Marketing‐Kampagne für „Office 365“ an Fahrt gewinnt. Denn sobald die Unternehmen hier den Schritt in die Cloud wagen, werden sie auch nach Alternativen schauen. Dazu gehören Gmail und möglicherweise auch Google Docs.

Dokumente und Tools in der Cloud

Bis jetzt ist Microsoft der alles beherrschende Anbieter und definiert bei vor Ort installierten Produktivitäts‐Tools den Standard. Mit Microsofts Plan jedoch, die Office‐Anwender im Abonnement bezahlen zu lassen, wird in vielen Unternehmen die Frage nach Alternativen aufkommen.

Geht man davon aus, dass Microsoft eine preislichen Flexibilität in den Unternehmensverträgen verankert (faktisch Abonnements), werden viele Unternehmen wahrscheinlich aus Trägheit Microsoft treu bleiben. Allerdings erwartet IDC, dass zahlreiche mittlere und kleinere Firmen, die kurz zuvor erst unbefristete Lizenzen erworben haben und nun für ein Abonnement zahlen sollen, sich nach Alternativen umschauen.

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