Parallels führt Parallels Cloud Server und OpenVZ zusammen

Gebloggt: Virtuozzo Core angekündigt

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Parallels hat zu Jahresende bekannt gegeben, seine beiden Linux-basierten Container-Virtualisierungs-Lösungen OpenVZ und den proprietären Parallels Cloud Server zusammenführen. Damit würden auch grosse Teile der Eigenentwicklungen von Parallels frei zugänglich. Das neue Projekt soll den Namen Virtuozzo Core erhalten.

Paralles ist vor Allem bei Hosting-Providern eine feste Grösse und war durch die Übernahme von Virtuozzo lange vor Docker&Co federführend bei der Container-, bzw.  Betriebssystem-Virtualisierung.  Virtuozzo entwickelt sein gleichnamiges Produkt, ein abgewandelter Linux-Kernel, mit dem sich  leichtgewichtige virtuelle Linux-Umgebungen bereit stellen lassen, seit 1999 und damit lange bevor der Begriff Container überhaupt in der IT-Welt auftauchte.

Virtuozzo und OpenVZ

Virtuozzo veröffentlichte zwar bisher im Einklang mit den Bestimmungen der GPL seine Kernel-Modifikationen, pflegte aber einen eigenen, geschlossenen Fork des Kernels. Erst 2005 entschloss man sich dazu, mit der Community zusammenzuarbeiten. Dazu wurde das freie Projekt OpenVZ gegründet. Seitdem sind viele Änderungen von OpenVZ auch in den Standard-Linux-Kernel eingeflossen womit OpenVZ quasi eine Art Wegbereiter für Linux Containers (LXC) oder Docker wurde. Im selben Jahr fand auch die Übernahme von Virtuozzo durch Parallels statt, in deren Zuge der Virtuozzo-Server  in Parallels Virtuozzo Containers,  bzw. Parallels Cloud Server umbenannt wurde. Die Entwicklung des proprietären PCS und OpenVZ lief dann mehrere Jahre parallel. Viele Web-Admin und Betreiber von vServern kennen beispielsweise das webbasierte Management-System Parallels Plesk.

Mit vereinten Kräften

Jetzt erkennt das Unternehmen offenbar, dass dadurch eine mit 2005 vergleichbare Situation entstanden ist und kündigt ein baldiges Zusammenführen der Projekte an.  Dies geht aus einem Blog.-Eintrag im LiveJournal hervor. Bislang ist OpenVZ im Grunde ein Fork von PCS. Beide verwenden zwar laut Parallels den gleichen Kernel, es gibt aber deutliche Unterschieden bei den Management-Tools, wie etwa vzctl. Auch bei Konfigurationsdateien gibt es erhebliche Unterschiede, sodass die Entwicklung bisher quasi doppelt stattfinden muss.

Daher sollen OpenVZ und PCS künftig in einer gemeinsamen Code-Basis vereint werden. Diese soll dann vollständig unter der freien Lizenz von OpenVZ stehen. Ein  erster Schritt soll in Bälde darin bestehen, das Git-Repository des Virtuozzo (PCS)-Kernels zu öffnen, der momentan auf reinem RHEL-7-Kern 3.10 beruht. Ferner wollen die Entwickler auch die Mailingliste für die Entwickler dieses Kernels öffnen, untere anderem auch, um  geplante Änderungen vorzustellen. Später sollen auch die Bugtracker beider Systeme (Bugzilla bei OpenVZ, Jira bei Parallels) zusammengeführt werden. Künftig soll dann allein Jira zum Einsatz kommen. Allerdings sollen sicherheitsrelevante Bugs nur begrenzt der Allgemeinheit zugänglich sein.

Die positiven Folgen

Die Bedeutung für OpenVZ-Nutzer wäre enorm, denn diese kämen in den Genuss vieler neuer Funktionen, ohne die kommerzielle Version verwenden zu müssen. Die Virtualisierungsumgebung Proxmox VE basiert beispielsweise zur Bereitstellung virtueller Linux-Container auf OpenVZ. Mit der sich jetzt abzeichnenden Entwicklung könnten PVE-Nutzer künftig auch in den Genuss leidlich aktuelle OpenVZ-Templates kommen.