Bereitstellung physischer und virtueller Linux-Desktops im Unternehmen

Gebloggt: Univention gibt Univention Corporate Client 2.0 frei

| Redakteur: Thomas Drilling

UCC im Unviention App-Center
UCC im Unviention App-Center (Thomas Drilling)

Der Bremer Linux-Distributor Univention hat seinen Univention Corporate Client auf die Version 2.0 aktualisiert. Die neue Version basiert jetzt auf Ubuntu 14.04 LTS, lässt sich einfacher installieren und mit Hilfe eines neuen Moduls für Univention Corporate Server zentral verwalten.

Univention Corporate Client (UCC) ist eine Kombination eines auf Ubuntu und KDE beruhenden Linux-Client-Betriebssystems, sowie einer zentralen Domänen- und Richtlinien-basierten Verwaltung im, bzw. mit Hilfe von Univention Corporate Server (UCS).

Linux Unternehmens Desktops

Einen Linux-Unternehmens-Desktop an einem Linux-Server zu betreiben ist leider heute ein viel zu selten umgesetztes Szenario. Selbst Univention konzentriert sich mit Univention Corporate Server ja in erster Linie auf den Betrieb und die Verwaltung von Windows Clients. Das war aber nicht immer so, denn Univention Corporate Server ist primär eine Plattform für Identity- UND Infrastruktur-Management auf Basis auf einer mit OpenLDAP und Kerberos realisierten Linux-Domäne, samt zentraler Authentifizierung. Bis zum Jahr 2013 pflegte Univention dazu ein eigenes, wie Univention Corporate Server auf Debian beruhendes Client-Betriebssystem Univention Corporate Desktop (UCD).

Domänen-basierte Verwaltung von Linux-Desktops

Der erstmals zur CeBIT 2013 präsentierte Univention Corporate Client (UCC) ist das offizielle Nachfolge-Produkt des 2013 eingestellten UCD. Ein out-of-the-Box funktionierendes Domänen-basiertes Identity- und Client-Management auf Richtlinien-Basis gibt es bisher bei keinem anderen Hersteller, sieht man mal von den Bemühungen von Fedora und Red Hat ab, mit FreeIPA, bzw. dem in Red Hat Enterprise Linux 7 enthaltenen OMI (Open Linux Management Infrastructure) so etwas wie einen Distributions-übergreifenen Standard zu implementieren. Auch beim Univention Corporate Desktop (UCD) ging es primär darum, Unternehmen einen via Univention Corporate Server in einer UCS-Domäne zentral verwaltbaren Linux-Desktop zur Verfügung zu stellen. Allerdings zeichnete sich in den vergangenen Jahren ab, dass Unternehmen, sofern sie überhaupt Linux als Desktop-Betriebssystem nutzen, entweder zu einem weit verbreiteten und standardisierten System wie Ubuntu greifen oder sich gleich der Desktop-Virtualisierung (VDI), bzw. KIOSK/Terminalserver-Lösungen mit Thin-Clients zuwenden.

UCC 2.0

Univention Corporate Client (UCC) ist quasi die Antwort darauf. Laut Aussage von Univention wünschen sich Unternehmen in erster Linie ein einheitliches und zentralen Management von Desktops unabhängig vom Endgerät. UCC erlaubt einen Zugriff auf verschiedene Terminalserver- und Desktop-Virtualisierungsumgebungen und ermöglicht das Bereitstellen individuell vorkonfigurierter Desktops. Eine zentrale Eigenschaft besteht darin, dass die Softwareverteilung und -pflege mit Hilfe von Policies funktioniert. Die neue Version 2.0 von Univention Corporate Client wurde zur diesjährigen CeBIT erstmals gezeigt und ist ab sofort verfügbar. Kunden können Univention Corporate Client komfortabel über das App-Center von Univention Corporate Server installieren. Univention Corporate Client ist aber auch im Download-Bereich von Univention als ISO-Images oder VMware-Appliance zum Testen verfügbar.

Neuerungen in UCC 2.0

Eine wesentliche Neuerung in UCC 2.0 ist, dass die Entwickler die Konfiguration mit Hilfe des überarbeitete Einrichtungs-Assistenten vereinfacht haben, der jetzt viele Arbeitsschritte im Hintergrund automatisch ausführt. Ein neues UMC-Modul für Univention Corporate Server erlaubt zudem jetzt das zentrale Verwalten aller Clients. Ferner verwendet Univention nun RDP für die Verbindung zum Terminal-Server, was gegenüber VNC ein effizienteres Ausnutzen der verfügbare Bandbreite erlaubt. Zudem können Anwender via RDP auch von Windows- oder Mac OS X-Rechnern auf Remote-Desktops zugreifen, wozu UCC den Client NeutrinoRDP verwendet. UCC 2.0 unterstützt auch PXE-Installationen auf UEFI-PCs. Darüber hinaus haben die Entwickler das Einrichten verschlüsselter Festplatten und deren Konfiguration mit Hilfe der UMC-Console vereinfacht. Auch Print-Server, per CIFS eingebundene Home-Verzeichnisse und Proxy-Settings lassen sich in UCC 2.0 mit Hilfe von Richtlinien einrichten.

Auch beim Fundament gibt es zahlreiche Neuerungen, die schon allein daraus resultieren, dass UCC 2.0 jetzt auf Ubuntu 14.04 LTS mit Long Term Support basiert und damit von sämtlichen Updates profitiert, wie einem aktuellen Kernel 3.13 oder der verbesserten Hardwareunterstützung. Die verwendete KDE-Version ist jetzt auf dem Stand der Version 4.13; der X-Server wurde auf die Version Stand 1.15 aktualisiert und LibreOffice ist in Version 4.2.3 an Bord.