Suse hat eine neue Hauptversion 12 seiner Unternehmens-Distribution mit Langzeit-Support veröffentlicht.

Gebloggt: Suse Linux Enterprise 12 erschienen

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Suse-Logo
Suse-Logo (Suse-Logo (www.suse.com))

Suse hat Anfang der Woche nach fast 6 Jahren Entwicklungszeit in Bezug auf die Veröffentlichung von Suse Linux Enterprise 11 eine neue Version 12 seiner Unternehmensdistribution veröffentlicht. Selbst gegenüber der Beta-Version von Suse Linux Enterprise 12, welche die Nürnberger im Februar diesen Jahres vorgestellt hatten, sind bereits 7 Monate vergangen. Dass sich Suse so viel Zeit mit seinem wichtigsten Produkt lässt, kann man durchaus als Ausdruck des eigenen Qualitätsanspruchs werten, insbesondere in Bezug auf Interoperabilität und Stabilität.

Neu ist vor allem das bei Opensuse schon vor einiger Zeit eingeführte, jetzt in Ruby implementierte Konfigurations- und Installationswerkzeug Yast. Das kümmert sich auch um das Registrieren des Systems und das Installieren von System-Updates während der Installation. Zudem können Kunden mit dem neuen Yast  einfacher eigene Anpassungen vornehmen.

Weitere Neuerungen

Dank Btrfs und Snapper ist es zudem jetzt möglich,  Systemänderungen vollständig zurückzunehmen. Ferner haben die Suse-Entwickler die Netzwerk-Verwaltung auf Wicked umgestellt und Sys-V-Init durch systemd, sowie den alten Bootmanager durch Grub 2 ersetzt. Ausserdem unterstützt auch Suse Linux Enterprise jetzt MariaDB, statt MySQL. Darüber hinaus sollen die Open Virtual Machine Tools für eine bessere Integration mit VMware sorgen. Darüber hinaus kann auch Suse Linux Enterprise mit mit kGraft jetzt den Kernel zur Laufzeit patchen. Konkurrent Red Hat setzt dazu bekanntlich auf die eigene kpatch-Technologie. Neu ist auch, dass Linux Containers  (LXC) und das Docker-Framework jetzt integrale Teile des Systems sind, wenn auch noch als Technologievorschau eingestuft.

Zusätze

Darüber hinaus stellt Suse zahlreiche Zusatzpakete für Suse Linux Enterprise zur Verfügung, darunter ein Cloud-Verwaltungs-Modul, Werkzeugen zur Web-Entwicklung und das noch als Vorschau eingestufte Advanced Systems Management. Erweiterungen gibt es ausserdem für Hochverfügbarkeit, verteilte Cluster-Dateisysteme (OCFS2 und GFS2) und für den Einsatz von SLES als virtuelle Maschine unter Hyper-V. Ferner hat Suse schon vor einiger Zeit bekanntgegeben, an einem Speicherprodukt auf Linux-Basis zu arbeiten, das ebenfalls den verteilten Objektspeicher Ceph verwendet. Auch dieses Produkt soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Varianten

Wie üblich ist Suse Linux Enterprise 12 wahlweise in einer Server- oder Desktop-Variante verfügbar. Fundament für Beide ist jetzt ein Linux-Kernel 3.12. Die  Server-Variante ist für die x86_64-, IBM Power- und IBM System z-Architektur erhältlich. SLES 12 kann auf der Power-Architektur zudem jetzt die neue Little Endian-Option nutzen, was grössere Kompatibilität mit bestehenden (x86)-Anwendungen ermöglichen soll, weil unter anderem die Befehlssätze der neuesten Prozessorgenerationen besser unterstützt werden. Weitere Informationen zu den Neuerungen in SLE 12 lassen sich den Release Notes entnehmen.

Verfügbarkeit

Parallel mit der Freigabe von SLE 12 hat Suse auch ein aktualisiertes Kundenportal Suse Customer Center freigeschaltet. Dies soll Kunden unter anderem das Verwalten ihrer Abonnements, sowie das Beziehen von Patches und Updates vereinfachen. Ferner bietet es eine vereinfachte Möglichkeit, den Kundensupport von Suse zu kontaktieren. Suse Linux Enterprise 12 ist regulär im Rahmen einer Support-Subskription erhältlich. Zudem gibt es eine kostenlose 60-Tage-Testversion zum Herunterladen. Darüber hinaus sind virtuelle Maschine von SLES in AWS, Google Compute Engine und Microsoft Azure verfügbar. Ähnlich wie Red Hat bietet jetzt auch Suse bei Bedarf über die standardmässigen 7 Jahre Unterstützung hinaus eine Verlängerung des Support-Zeitraums für Suse Linux Enterprise 11 und 12 auf zehn Jahre.