Enterprise-Open-Source-Virtualisieruns-Plattform auf höchsten Niveau

Gebloggt: Red Hat veröffentlicht Red Hat Enterprise Virtualization 3.4

| Redakteur: Thomas Drilling

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Red Hat hat wenige Tage nach Freigabe von Red Hat Enterprise Linux 7 (RHEL) auch eine neue Hauptversion 3.4 seiner Datacenter-Virtualisierungsplattform Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) veröffentlicht.

Die wichtigste Neuerung ist erwartungsgemäß die Unterstützung für RHEL7 als Gastsystem. Zwar kommt Red Hat Enterprise Linux in einem RHEV-Setup sowohl als Fundament für die Management-Maschine (RHEV-M) zum Einsatz, als auch optional als Hypervisor-Host (RHEV-H) (Anmerkung: Per Default sieht RHEV für die Hosts ein speziell dafür konzipiertes minimalistisches Bare_Metal-System vor,) hier aber nur in der Version 6. Darüber hinaus bietet RHEV 3.4 eine ganze Reihe von neuen Funktionen im Bereich der klassischen Datacenter-Virtualisierung.

Fundamentales

Seit der Markteinführung 2009 - große Teile des Fundaments stammten aus der Übernahme des israelischen Virtualisierungs-Spezialisten Qumranet im Jahr 2008, aus der auch KVM hervorgegangen ist - steigt laut Red Hat das Interesse an der Virtualisierungsplattform unter Partnern und Kunden kontinuierlich. Als vollwertiges und eigenständiges Open-Source-Produkt gilt RHEV streng genommen erst seit der Version 3.1. Bis einschließlich RHEV 3.0 (voran gegangen waren 2.0, 2,1 und 2.2) bestand eine peinliche Folge der strategisch durchaus weitsichtigen Qumranet-Übernahme, sowie einer unter Experten offenbar zu früh erfolgen Markteinführung darin, dass das Management-System mit der Administrationskonsole nur auf einer Windows-Maschine lief, weil die C+-Anwendung zwingend IE7 und .Net voraus setzte und zur Benutzerverwaltung ein Active Directory vorhanden sein musste. Erst mit der RHEV-Version 3.1 hatte Red Hat sämtliche Microsoft-Wurzeln gekappt und das Management-Framework auf Basis des JBoss-Anwendungsservers mitsamt Java-Webclient und LDAP-Anbindung vollständig neu implementiert.

oVirt 3.4

Getreu der eigenen Philosophie stellte Red nicht nur den inzwischen im Linux-Kern verankerten KVM-Hypervisor, sondern auch das gesamte Management-Framework, samt sämtlicher Komponenten unter der Bezeichnung oVirt unter eine Open-Source-Lizenz. Seitdem eilt die quelloffene RHEV-Version oVirt der Unternehmensversion immer eine Versionssnummer voraus und dient den Entwicklern in ähnlicher Weise als Experimentierplattform für RHEV, wie Fedora für RHEL. Ovirt ist also quasi ein Upstream-Projekt für Red Hat Enterprise Virtualization. Die Version 3.4 ist seit dem 01. April verfügbar. Aktuell ist die oVirt-Version 3.4.1 vom 08. Mai. Ovirt, bzw. RHEV bündeln Qemu/KVM und libvirt mit weiteren von Red Hat akqurierten oder entwickelten Open-Source-Komponenten wie SPICE oder VDSM zu einem Enterprise-Framework zum Virtualisieren von Servern und Desktops .

RHEV 3.4 unter der Lupe

Red Hat Enterprise Virtualization 3.4 erscheint wie gewohnt rund 6 Monate nach der Version 3.3 und bringt viele Verbesserungen in den Bereichen Compute, Storage und Networking mit. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit OpenStack weiter ausgebaut. RHEV 3.4 bietet z.B. neue Funktionen, die das Verwalten von Multi-Host-Netzwerken verbessern sollen. So soll es etwa mit RHEV 3.4 deutlich einfacher sein, die Netzwerk-Konfiguration einer größeren Anzahl von Hosts zu aktualisieren. Dadurch soll sich auch die Verwendbarkeit von Virtual Local Area Networks (VLANs) verbessern. Darüber hinaus lassen sich mit REHV 3.4 mit Hilfe von Mixed storage domains unterschiedliche Storage-Techniken parallel verwenden, etwa iSCSI-/FC-SAN, NFS oder Gluster. Außerdem soll das Handling von VM-Templates einfacher sein, als beim Vorgänger. RHEV 3.4 kann zudem VM-Templates aus dem OpenStack Image Service (Glance) übernehmen und arbeitet allgemein besser mit OpenStack Networking (Neutron) zusammen. Ferner unterstützt RHEV jetzt das Simple Network Management Protocol (SNMP).

Weitere Details finden sich auf der Produktseite. Wie üblich können Inhaber einer RHEV-Subskription, das ein Abonnement von RHEL 6 vorausgesetzt (nicht im Lieferumfang) die neue Version 3.4 kostenlos herunterladen. Eine 60-Tage-Testversion ist ebenfalls verfügbar.