Verteiltes Objektspeicher Ceph in Unternehmens-Version

Gebloggt: Red Hat veröffentlicht Ceph Enterprise 1.2

| Redakteur: Thomas Drilling

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Knapp 3 Monate nach der Übernahme von Inktank hat Red Hat eine erste Enterprise-Edition des verteilten Objektspeichers Ceph fertig. Die verspricht neben einer verbesserten Speichertechnologie unter anderem Support für RHEL-7.

RedHat hatte das hinter Ceph stehende Unternehmen Inktank im Apri für 175 Mio. US-Dollar übernommen. Das Cluster-Dateisystems Ceph zum Aufsetzen von Storage-Servern ist in der Version Ceph Enterprise 1.2 unter anderem in der Lage, die Performance durch bevorzugtes Verwenden von SSDs zu verbessern.

Cache Tiering

Zu den Neuerungen gehört auch Cache Tiering. Die Funktion erlaubt es Ceph, durch das Einrichten von Cache Tiering Pools schnelle und langsame Speicherorte differenziert zu behandeln. So lassen sich Archivdaten auf langsameren Speichern ablegen, während sich häufig abgefragte, also missionskritische Daten für einen möglichst schnellen Zugriff dynamisch auf den SSDs eines Storage-Clusters ablegen lassen. Dies ermöglicht unter anderem eine schnellere Beantwortung von Anfragen. Somit deckt Ceph Enterprise das gesamte Spektrum von missionskritischen Daten (hot data) bis Archivdaten (cold data) ab und bietet damit Unternehmen eine für ihren Datenmix optimal zugeschnittene Lösung, welche Daten stets dort ablegt, wo sie am besten aufgehoben sind.

Erasure Coding

Als zweite neue Technologie verwendet Ceph Enterprise Erasure Coding. Die Funktion erlaubt es Ceph laut Red Hat, Daten bis zu 50 Prozent effektiver zu speichern, allerdings zu lasten der Performance. Die neue Schreibmethode nutzt den Speicherplatz durch Fragmentierung der Daten erheblich effizienter. Da Erasure Coding aber den Funktionsumfang einschränkt, eignet es sich in erster Linie für Archivdaten.

Calamari

Eine weitere Neuerung in Ceph Enterprise 1.2 besteht in der Integration der Ceph-Management-Plattform Calamari, wozu Calamari auf eine Open-Source-Lizenz wechseln musste. Ferner beherrscht Calamari jetzt das Verwalten von RADOS-Block-Devices (RBD).

Red hat und Ceph

Red Hats Inktank Ceph Enterprise 1.2 unterstützt neben RHEL 7 auch RHEL 6.5. sowie Red Hats OpenStack Platform 4 und 5 und Ubuntu in den LTS-Versionen 12.04 und 14.04. Ceph Enterprise 1.2 ist zudem die letzte Ceph-Version, die noch auf Basis des Build-Prozesses von Inktank entstand und basiert auf der Open-Source-Version Ceph Firefly 0.8 vom Mai dieses Jahres. Kommende Version unterliegen dann direkt dem Entwicklungsprozess von Red Hat. Bereits vor der Inktank-Aquisition hatte Red Hat im Jahr 2011 auch Gluster samt zugehörigem Storage-Dateisystem GlusterFS für 136 Mio. US-Dollar übernommen.