Open Source Virtualisierung

Gebloggt: Qemu 2.2 freigegeben

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Der freie CPU- und System-Emulator Qemu, der auch Bestandteil aller auf KVM beruhenden Hypervirsor-Lösungen ist, wurde in einer neuen Version 2.2 mit zahlreichen Verbesserungen veröffentlicht. Neben der Emulation von IOMMU bietet die neue Version mehr Parallelität in virtuellen Blockgeräten.

Qemu lässt sich sowohl als Emulator, als auch als Virtualisierer einsetzen. Im ersteren Fall erreicht Qemu durch Verwendung eines Just-in-Time-Compilers eine recht hohe Ausführungsgeschwindigkeit.  Qemu kann aber auch als Virtualisierungslösung arbeiten und fungiert dann als Frontend für  Xen oder KVM.

Neu in Qemu 2.2 ist unter anderem,  dass das Standard-Ausgabegerät statt cirrrus nun stdvga  ist, was nach Meinung der Entwickler mit den meisten Gastsystemen besser funktioniert, weil stdvga einen generischen VGA-Chip vorgaukelt. Der bietet zwar keine Hardware-Beschleunigung, erreicht aber eine wesentlich höhere Auflösung und als reale VGA-Chips.

Mehr Architekturen

Ferner gibt es viele Neuerungen und Änderungen beim Support der verschiedenen Architekturen. So unterstützt die MIPS-Emulation jetzt MIPS64 Release 6 und die SIMD-Architektur.  Bei der Freescale-Architektur unterstützt Qemu 2.2 nun  Breakpoints, den e500 Platform Bus und den GPIO-Controller MPC8XXX. Ferner kann ARM kann jetzt auch ohne Angabe eines Kernels oder Booten eines ELF-Images einen Device Tree laden. Zudem unterstützt jetzt auch die ARM-Emulation  Breakpoints und Watchpoints. Die s390-Emulation kennt jetzt Speicher-Hotplug, CPU-Migration, das Online- und Offline-Setzen von CPUs und beschleunigt den SMP-Start. Gänzlich neu unterstützt Qemu 2.2 jetzt die TriCore-Architektur. Ferner kann Unter x86 kann nun die IOMMU emuliert werden.  Mit  KVM sind zudem jetzt die AVX512-Instruktionen verwendbar.

Neue Geräte

Ferner ist der USB-Controller sind jetzt Hotplug-fähig. Darüber hinaus lassen sich nun auch Mäuse und Tastaturen mit USB 2.0 betreiben, statt mit  USB 1.1. Neu bei der SCSI-Emulation ist, dass sich jetzt herstellerspezifische Kommandos durchreichen lassen. Ferner haben die Entwickler daran gearbeitet, dass das Gerät virtio-scsi mit mehreren Ein/Ausgabethreads arbeitet, wie das bei virtio-blk bereits funktioniert, dessen Funktionalität auf viele weitere Operationen ausgeweitet wurde.   

Weitere Details zu den Neuerungen finden sich im Changelog. Qemu 2.2 lässt sich wie üblich im Sourcecode von der Projektseite herunterladen.