Open Source Virttualisierungs-Management-Plattform PVE 3.3 mit neuen Features

Gebloggt: Proxmox Virtual Environment 3.3 erschienen

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Proxmox VE 3.3
Proxmox VE 3.3 (www.proxmox.com)

Die Virtualisierungs-Plattform Proxmox VE des Wiener Open-Source-Herstellers Proxmox Server Solutions GmbH liegt in einer neuen Haupt-Version 3.3 vor. Deren herausragende Neuerung sind eine verteilte Firewall, ein ZFS-Plugin, 2-Faktor-Authentifizierung und die jetzt standardmäßig voreingestellte HTML5-Konsole.

Proxmox Virtual Environment (Proxmox VE) ist eine quelloffene Virtualisierungsplattform, die Server- und Desktop-Virtualisierung auf Basis von KVM mit der Container, bzw. Betriebssystem-Virtualiserung auf Basis von OpenVZ kombiniert. Proxmox VE erlaubt zudem den Aufbau hochverfügbarer Cluster-Umgebungen und ermöglicht ein webbasiertes Verwalten eines mit Proxmox VE realisierten Datacenters.

Neue  Firewall

Proxmox VE 3.3 erscheint wie gewohnt knapp 6 Monate nach der Version 3.2 mit zahlreichen Neuerungen, von denen der Hersteller die neue Proxmox VE Firewall als wichtigste neue Funktion anpreist. Der Paketfilter basiert zwar wie unter Linux üblich auf auf iptables, wartet aber mit einer Besonderheit auf. Sie läuft auf allen Knoten des Clusters und kann daher die virtuellen Maschinen vollständig voneinander isolieren. Zudem ist die neue Firewall vollständig in die moderne Weboberfläche integriert. Somit können Anwender auf einfache Weise Regeln wahlweise für alle Knoten, den Cluster, einzelne virtuelle Maschinen oder Container erstellen. Dabei erlauben Makros, Sicherheitsgruppen, IP-Mengen und Aliase das komfortable Erstellen möglichst einfach aufgebauter Regeln.

HTML5 Console

Darüber hinaus ist die schon etwas länger fertige neue HTML5-Konsole (noVNC) in Proxmox VE 3.3 jetzt per Default voreingestellt. Die neue Konsole fungiert als Ersatz für das alte Java-VNC-Plugin oder den SPICE-Viewer und funktioniert (ohne Spice) auf jeder Plattform, auch auf Mobilgeräten.

Proxmox VE Mobile

Ergänzend zur Weboberfläche gibt es zudem ab sofort mit Proxmox VE Mobile eine für Touchscreens, bzw. Mobilgeräte optimierte Oberfläche. Proxmox VE Mobile ist nach Auskunft des Herstellers ebenfalls eine mit Sencha Touch erstellt HTML5-App. Proxmox VE Mobile setzt nur einen modernen Browser voraus und bietet alle wichtigsten Funktionen zum Verwalten der Virtualisierungsplattform, einschließlich der HTML5- und der SPICE-Konsole. Gedacht ist Proxmox VE Mobile zur  Unterstützung für Admins und soll nicht die vollständige Oberfläche ersetzen.

Zweifaktor-Authentifizierung

Neu in Proxmox VE 3.3 ist zudem die Möglichkeit einer Zweifaktor-Authentifikation. Somit können sich Nutzer unter Proxmox VE 3.3 optional auch mit einem Einmalpasswort (OTP) anmelden. Die Zweifaktor-Authentifizierung soll laut Hersteller für alle Authentifikationsmethoden einschließlich LDAP und Active Directory wahlweise .mit dem YubiKey von Yubico oder zeitbasierten Einmalpasswörter mittels OATH funktionieren. Auch Proxmox VE Mobile unterstützt die Zweifaktor-Authentifikation z. B. mit einem YubiKey mit NFC. Darüber hinaus haben die Entwickler in Proxmox VE 3.3 zahlreiche Pakete der auf Debian basierenden Basis-Distribution aktualisiert.

Verfügbarkeit

Proxmox VE ist unter der GNU Affero General Public License 3 (AGPL v3) lizenziert. Alternativ zur frei downloadbaren Version , bei der sich Nutzer mit Support durch die inzwischen recht beachtliche Communiy begnügen müssen, bietet die Wiener Proxmox Server Solutions GmbH auch Support-Pakete von je nach Leistungsumfang 50 bis 796 Euro pro Jahr und CPU-Sockel in Verbindung mit einem exklusiv gepflegten Enterprise-Repositorium zum Abonnement an.