Fundgrube für Admins

Gebloggt: Fedora 22 ist da

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Da Red Hats Community-Projekt Fedora (auch) als Entwicklerspielwiese für Red Hat Enterprise Linux fungiert, erlaubt eine neue Fedora-Version stets interessante Einblicke in die Zukunft von RHEL, insbesondere seit Fedora getrennte Releases für Desktop, Server und Cloud heraus gibt. Für Admins und Unternehmen dürfte die Server- und die Cloud-Version interessant sein.

Die Aufsplittung in eine Server-, Cloud- und Workstation-Edition hatten die Fedora-Entwicker im vergangenen Jahr mit Fedora 21 eingeführt. Trotzdem bringt auch Fedora 22 wieder zahlreiche Neuerungen, was nach wie vor typisch für ein neues Fedora-Release ist. Kaum eine andere Distribution setzt auf derart aktuelle Software bei einem Stabel-Release.

Fedora 22

Fedora 22 bietet unter anderem erweiterte Container-Funktionalitäten, eine neue Server-Rolle und bringt aktualisierte Versionen von Cockpit, Docker und Google Kubernetes mit. Alle drei Versionen von Fedora 22 basieren auf dem gleichen Basis-Paketumfang, dem gleichen Kernel und verwenden den gleichen Anaconda-Installer. Bei allen drei Editionen ersetzt allerdings ab sofort DNF Yum als Standard-Paketmanager.

Neuerungen in Server und Cloud

Neu in Fedora 22 Server ist, dass das Dateisystem XFS nun als Standard-Dateisystem fungiert und nicht BTRFS. Allerdings wird beim standardmäßig vorgeschlagenen Partitionslayout das Verzeichnis /boot aus technischen Gründen auf einer separaten ext4-Partition installiert.

Dass Dandified Yum (DNF) jetzt den altenYum-Paketmanager ersetzt, fällt in der GUI-Version kaum auf; Änderungen gibt es nur in der CLI-Version, auch wenn sich die Entwickler um weitgehende Aufrufkompatibilität zum alten Yum auf der Kommandozeile bemüht haben. Yum musste allerdings laut Angabe der Entwickler ersetzt werden, weil das Programm auf Python 2 aufsetze und zudem der Algorithmus zum Auflösen von Abhängigkeiten nicht mehr richtig funktionierte.

Das Verwaltungstool Cockpit, übrigens auch in der Workstation-Edition vorinstalliert, erlaubt Administratoren mit wenig Linux Erfahrung das Steuern vieler wichtiger Optionen in einem  Webfrontend. Ferner bringt Fedora 22 Server eine neue Server-Rolle  Database Server mit, die auf PostgreSQL basiert.

Fedora Cloud

Die Cloud-Variante von Fedora 22 enthält erstmalig RPM-OSTree und die RPM-OSTree-Toolbox. Mit der ist es möglich, Atomic-Hosts mit selbst definiertem Paketbestand zu erzeugen. Diese lassen sich dann mit dem ebenfalls neuen Atomic-CLI-Tool verwalten. Darüber hinaus haben die Entwickler das Docker-Image von Fedora aktualisiert. Neu in Fedora 22 Cloud sind auch Vagrant-Boxen für Libvirt und VirtualBox .

Weitere Details zu den Neuerungen finden sich in den Release Notes. Alle drei Versionen stehen ab sofort zum Herunterladen zur Verfügung.