Docker Inc. stellt auf der dockercon14 Docker 1.0 und Cloud-Dienst Docker Hub vor

Gebloggt: Docker 1.0 angekündigt

| Redakteur: Thomas Drilling

Docker
Docker (Bild: www.docker.io)

Das Unternehmen Docker Inc. hat auf der am 09. und 10. Juni in San Francisco über die Bühne gegangenen Docker-Konferenz dockercon14 die von Nutzern lang erwartete stabile Version 1.0 von Docker vorgestellt. Die erst vor 15 Monaten gestartet Software zur Anwendungsvirtualisierung ermöglicht das Verpacken von Apps portable unter Linux laufende Container.

In Docker-Container verpackte Apps lassen sich komfortabel ausliefern und umgebungsunabhängig ausführen.

In den vergangenen Monaten hat Docker einen regelrechten Hype erfahren. Als kleines Open-Source-Projekt von der Firma DotCloud im März 2013 gestartet, war das Interesse an der Software binnen kurzer Zeit so groß, dass sich das Unternehmen im Januar diesen Jahres an 15 Millionen Euro Risikokapital erfreuen konnte und sich damit ganz auf die professionelle Weiterentwicklung und Vermarktung der Software konzentriert. Aus diesem Grund firmierte DotCloud auch in Docker Inc. um.

Nach rund 15 Monaten Entwicklungszeit kann Docker jetzt auf über 8000 Commits von über 450 Beitragenden, rund 2,7 Millionen Downloads, sowie über 14.000 inzwischen „ver-docker-te“ Apps Docker verweisen . Potente Partner, wie Red Hat, Canonical oder Google geben sich bei Docker derweil die Klinke in die Hand. Der im vergangenen Monat veröffentlichte Release Candidaten 0.11 signalisierte bereits, dass Docker offenbar reif für den Produktiveinsatz ist, wobei laut Docker der derzeitige Funktionsumfang, die stabilen APIs, Rückwärtskompatibilität und die inzwischen vervollständigte und überarbeitete Dokumentation als Kriterien galten.

Trotz der Kommerzialisierungsmaßnahmen soll Docker auch in Zukunft quelloffen und zum freien Download verfügbar sein, wie CEO Ben Golub bei seinem Einstieg bei Docker im Juli letzten Jahres versprach. Das akquirierte Kapital soll dem Aufbau eines Ökosystems rund um Docker, dem Ausbau der Community-Plattform und der Vermarktung von Dienstleistungen rund um Docker dienen. Dies äußert sich mit dem Erscheinen der finalen  Docker-Version 1.0 unter anderem darin, dass sich Docker fortan in die eigentliche „Docker-Engine“ und einen mit Erscheinen der finalen Version 1.0 gestarteten neuen Cloud-Dienst Docker Hub aufteilt, wie das Unternehmen auf der dockercon 14 bekannt gab.

Docker Hub ist eine Art zentrales Repository für „dockerisierte“ Apps, die sich auf einem Docker-Host ausrollen lassen. Der Cloud-Dienst stellt zum Start bereits rund 14.000 Docker-Anwendungen zur Verfügung. Viele davon, lassen sich kostenlos verwenden. Einige sind nur im Zusammengang mit kommerziellen Dienstleistungen von Docker Inc. erhältlich. Passend dazu bietet Docker Inc. ab sofort offiziell Unterstützung für Unternehmen, die Docker einsetzen, einschließlich einer System-Integrations-Initiative mit angegliederten Trainingsprogrammen.

Docker 1.0 bringt neben den Stabilisierungsmaßnamen auch einige neue Funktionen mit. Ein neuer Befehl Copy erlaubt beispielsweise ein Kopieren von Dateien und Verzeichnissen direkt aus der Build-Umgebung. Auch der Device Mapper hat einige Verbesserungen erfahren und unterstützt jetzt XFS wird als Dateisystem. Darüber hinaus lässt sich die Docker Engine jetzt pausieren. Damit ist es möglich, vorübergehend Rechenzeit für andere Aufgaben freizugeben. Ferner hat Docker Inc. bei der IANA (Internet Assigned Numbers Authority) zwei offizielle Ports für Docker 2375 (HTTP) und 2376 (2376) registriert.

Weitere Informationen zu den Neuerungen und den Ankündigen auf der dockercon 14 vom Montag und Dienstag finden sich im Docker-Blog. Installationsmedien zum Herunterladen der Software, sowie diverse HowTos zum Inbetriebnehmen von Docker unter Linux, Windows und Mac OS X sind auf GitHub zu finden.