Ausgelagerter SAP-Betrieb mit „Stromzähler“

Für DKV Euro Service stellt HP den IT-Verbrauch tagesgenau in Rechnung

04.02.2011 | Redakteur: Ulrike Ostler

Bei starren Outsourcing-Verträgen hinkt die IT-Kapazität dem sich ändernden Bedarf hinterher. Im Utility-Modell passt sie sich dagegen dem Bedarf an.

DKV Euro Service, ein Anbieter von Tankkarten, lagert den Betrieb seiner SAP-Systeme an HP aus. Für den Outsourcing-Service wählte das Unternehmen ein neuartiges Abrechnungsmodell: Als Dienstleister misst HP den Verbrauch der IT-Ressourcen im Fünfminutentakt und stellt sie dem Kunden tagesgenau in Rechnung.

Die SAP-Systeme von DKV Euro Service sind ungleichmäßig ausgelastet: Zweimal im Monat rechnet das Düsseldorfer Unternehmen mit seinen 90.000 gewerblichen Kunden alle Leistungen ab, die sie über die 1,4 Millionen Tank- und Servicekarten bargeldlos in Anspruch genommen haben. Dann kommt es in der IT zu extremen Lastspitzen.

Daher suchte DKV Euro Service für die SAP-Systeme ein wirtschaftliches Betriebskonzept, bei dem sich Leistung und Kosten an die schwankende Auslastung anpassen. Aus Sicht des Unternehmens bot sich dafür das HP-Modell der Utility Services an. Dabei handelt es sich um ein Outsourcing-Modell, das auf der granularen Messung der verbrauchten IT-Ressourcen beruht. Nur die tatsächlich genutzten Leistungen werden dem Kunden in Rechnung gestellt.

Wie Markus Grimm, CIO bei DKV Euro Service, berichtet, war HP der einzige IT-Dienstleister, der eine tagesgenaue Messung und Abrechnung angeboten hat. „Damit bezahlen wir künftig nur für die tatsächlich genutzten Ressourcen und müssen für die Lastspitzen keine dedizierte Infrastruktur mehr finanzieren.“ Grimm rechnet damit, dass die Kosten für den SAP-Betrieb im zweistelligen Prozentbereich sinken.

Alle fünf Minuten

Nach derzeitiger Planung hat der Vertrag ein Volumen von zwölf Millionen Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Migration in ein HP-Rechenzentrun erfolgt im Frühjahr 2011.

Die tagesgenaue Verbrauchsabrechnung gilt für den Betrieb mehrerer SAP-Module. Mit dem Tool „HP Application Performance Standard Meter“ misst der IT-Anbieter ähnlich wie mit einem Stromzähler den Ressourcen-Verbrauch der Systeme im Fünfminutentakt.

Das Tool erfasst zwei Messwerte: Die benötigte Prozessorleistung und den Ein-/Ausgabe-Durchsatz. Eine integrierte Matrix rechnet diese Daten in kiloSAPS-Stunden und kiloIOPS-Stunden um.

SAPS steht für den SAP Application Performance Standard, mit dem die Leistung von SAP-Installationen gemessen wird. Dieser Index gibt an, wie viele Belegpositionen ein System pro Zeit verarbeitet. 100 SAPS entsprechen 2.000 vollständig verarbeiteten Positionen pro Stunde. Bei IOPS handelt es sich um den Input/Output Performance Standard.

Kostenaufschlüsselung wie bei der Stromrechnung

DKV Euro Service erhält wie bei der Stromrechnung eine genaue Aufschlüsselung des Ressourcenverbrauchs und eine Zuordnung zu den einzelnen SAP-Lösungen. Der Preis pro kiloSAPS richtet sich nach der abzudeckenden Spitzenlast, die HP in den ersten sechs Monaten der Vertragslaufzeit ermittelt.

Außer dem SAP-Hosting erbringt der IT-Anbieter für DKV Euro Service weitere Leistungen wie den Betrieb von Speicher-Systemen, Servern und Datenbanken, die ebenfalls verbrauchsorientiert abgerechnet werden. Der Großteil dieser Dienstleistungen stammt aus dem Portfolio der HP Utility Services.

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