Fünf Rackspace-Tipps, um das Rechenzentrum auf Spitzenzeiten vorzubereiten

Frühjahrsputz im Datacenter

| Redakteur: Ludger Schmitz

Saubermachen bei den technischen Innovationen und Tools und bei den Security-Vorschriften ist angesagt.
Saubermachen bei den technischen Innovationen und Tools und bei den Security-Vorschriften ist angesagt. (Bild: birgitH / pixelio.de)

Die Datenvolumen und der -verkehr werden 2017 weiter ansteigen. Die Frage ist, ob die Unternehmens-IT darauf vorbereitet ist. Sicher lässt sich einiges ausmisten und verbessern.

Die Hausfrauen und -männer machen sich an den Frühjahrsputz, aber die IT verstaubt? Vielleicht sollte es auch hier heißen: ausmisten und überprüfen, welche Anforderungen an die Infrastruktur, on premise oder cloudbasiert, für das kommende Jahr notwendig sind. Und noch mehr: Ebenso sollte der aktuelle Stand technischer Innovationen und Tools im Blick behalten sowie die aktuellen Security-Vorschriften eingebunden werden. Doch wo anfangen und wie vorgehen? Dafür geben fünf Rackspace-Experten praktische Tipps.

1. Richtig starten

Simon Crawley-Trice, Director of Technical Services EMEA:

Es klingt zwar etwas widersprüchlich, aber bevor Unternehmen mit den Vorbereitungen auf ein neues Jahr beginnen, sollten sie zurückblicken: Wie viele Ausfälle waren im vergangenen Jahr zu verzeichnen, wie lange dauerten sie, und was lief dabei falsch? So lassen sich Fehler und fehleranfällige Prozesse entdecken, bevor sie erneut Probleme verursachen. Unternehmen sollten aber auch ermitteln, was gut funktioniert hat. Dies hilft bei der Minimierung der Fehlerauswirkungen in diesem Jahr.

Wichtig ist auch die Planung für das gesamte Jahr. Einige Unternehmen können eventuell vorhersagen, wann der Datenverkehr deutlich steigt. Nur wenn die Kapazitäten der Infrastruktur im vorhinein auf die zu erwartenden Spitzenzeiten vorbereitet sind, kann eine Website die Anforderungen erfüllen. Manchmal lässt sich dies mit eigenen Rechenzentren bewältigen, manchmal ist Hilfe von außen nötig.

2. Daten bereinigen

Mike Bainbridge, Chief Digital Technologist:

Viele Unternehmen speichern mehr Daten als nötig. Auch viele Menschen behalten im Privatleben viele Dinge, weil sie sie vielleicht eines Tages wieder benötigen könnten. Doch aufgrund neuer Vorschriften wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO / GDPR) der EU müssen Unternehmen sorgfältig prüfen, welche Informationen sie wie lange speichern. So sollten sie Datenrichtlinien einführen und Mitarbeitern empfehlen, nur das zu speichern, was sie wirklich später benötigen.

Jede wichtige Information ist als Backup in einem externen Rechenzentrum vorzuhalten, so dass sie sich im Falle eines Problems wiederherstellen lässt. Unternehmen müssen dabei die Funktionsfähigkeit der Disaster-Recovery-Systeme und -Prozesse regelmäßig prüfen. Dies wird häufig übersehen.

3. Sicherheit überprüfen

Dee Richartz, Director of Managed Security Services:

Sorgen um die Cybersicherheit wird es auch 2017 geben, wobei zumindest große Unternehmen ziemlich sicher angegriffen werden. Doch auch kleine und mittelständische Firmen sollten ihre Daten durch einen mehrschichtigen Sicherheitsansatz schützen, unter anderem mit Firewalls und Verschlüsselung. Dies gewährleistet, dass nur berechtigte Personen auf wichtige Daten zugreifen können. Auch physikalische Schwachstellen sind dabei zu berücksichtigen. Schließlich bringt selbst die beste Absicherung der Daten nichts, wenn jeder in den entsprechenden Serverraum hineinspazieren kann. Ein weiterer häufig übersehener Punkt ist die Schulung der Mitarbeiter zu grundlegenden Maßnahmen für den Schutz der Unternehmensdaten – wie die Geheimhaltung der Zugangsdaten oder das Ignorieren verdächtiger Mails und Links.

Daher sollten Unternehmen ihre Prozesse zur Erkennung und schnellen Behebung von Fehlern und verdächtigen Aktivitäten prüfen. Schließlich bieten Schwachstellen einen einfachen Weg für Cyberkriminelle zum Zugriff auf sensible Daten. Zudem sollten die Prozesse auf die Einhaltung von Vorschriften wie die EU-DSGVO geprüft werden, da Unternehmen nicht nur Daten, sondern auch viel Geld durch hohe Strafzahlungen verlieren können.

4. Kosten sparen

Gary Boyd, Senior Director, Global DataCentre Operations:

Unternehmen können heute nicht nur Kosten sparen, wenn sie auf einen niedrigen Energieverbrauch achten. Eine gute Energiebewertung gefällt den Kunden und lockt junge Fachkräfte an. Dabei stellt sich die Frage, wie viel Energie wirklich notwendig ist. Zum Beispiel kann es effizienter sein, eine maßgeschneiderte Energieversorgung aufzubauen, wenn viele Server zu bedienen sind.

Die Entscheider sollten aber auch berücksichtigen, wie das Unternehmen und damit der Kapazitätsbedarf im Serverraum wächst, um alle Prozesse zu unterstützen. Eine Möglichkeit bietet das Auslagern von Servern zu einem Anbieter mit hoher Energieeffizienz. Denn dies vermeidet Kosten für einen möglichen Umbau und die Erweiterung des Rechenzentrums.

5. Die Zukunft vorbereiten

Alex Fürst, Vice President DACH:

Das Fit-machen der IT-Infrastruktur ist einer der wichtigsten Punkte bei der Digitalisierungsstrategie eines Unternehmens und sollte dementsprechend auch oberste Priorität besitzen. Vor allem für mittelständische Unternehmer kann es eine große Herausforderung darstellen, mit der sich kontinuierlich weiterentwickelnden Infrastruktur-Landschaft Schritt zu halten. Cloud-Anwendungen stellen die IT-Abteilung vor völlig neue Herausforderungen.

CIOs müssen daher – bei Bedarf mit externen Beratern – neue Wege finden, wie sie die IT-Umgebung im Unternehmen für die kommenden Jahre aufstellen wollen. Egal, ob Multicloud oder on-premise: Wichtig ist, auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens einzugehen und so anzupassen, dass die Infrastruktur skalierbar ist und jederzeit angepasst werden kann, wenn sich Prozesse oder Anforderungen ändern.

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