Wer die Clients im Griff haben will, braucht mehr als Wegweiser

Experton gibt Tipps für eine eigene Client-System-Roadmap

17.08.2011 | Redakteur: Ulrike Ostler

Beispiel-Roadmap zu Windows-Betriebssystemen, Bild: Experton Group

Anwender, die eine Roadmap haben, sind gut beraten. Denn: Durch das Ende der Support-Laufzeiten von Windows XP (im April 2014) oder Office 2003 sind sie Getriebene. Außerdem sind neue Client-Konzepte und neue Gerätetypen zu eruieren. Zudem gibt es neue Optionen hinsichtlich der „Client-Betankung“ – mittel- bis langfristig durch Optionen wie „webOS“ und „ChromeOS“.

Der Experton-Analyst Axel Oppermann erläutert in groben Zügen und exemplarisch, wie sich eine solche Roadmap erstellen und verwenden lässt. Die Ausgangslage für die Betrachtungen und Gedankenspiele sind

1. Die eigene Ist-Situation

  • Hierbei wird unter anderem der eigene Lizenzbestand ermittelt und die Vertragssituation bewertet. Neben klassischen Soll-Ist-Vergleichen aus Software-Asset-Management-Modellen ist insbesonderezu prüfen, welche Nutzungsrechte bereits im Rahmen der laufenden Verträge bezogen wurden, und noch bis Ende der Vertragslaufzeit erworben werden.
  • Ferner wird im Rahmen dieser Analysen die Fähigkeit bewertet, wie sich etwaige strukturelle Änderungen und Erweiterungen über eigene und externe IT-Ressourcen umsetzen ließen. Mit anderen Worten: „Wie viel Veränderung oder Projekte sind mit den vorhandenen Ressourcen realisierbar?“

2. Eine definierte Ziel-Situation

  • Die Zielsituation beschreibt die durch die operativen Einheiten und die Geschäftsführung geforderten Rahmenparameter. Dies sind Anforderungen zum Beispiel hinsichtlich Unified Communications oder die Integration mobiler
  • Hersteller-Roadmap in Kombination mit Support-Laufzeiten

Auf dieser Basis – und den definierten Zielen –lassen sich unterschiedliche Szenarien diskutieren. Allerdings stellen sich viele Windows-XP-Anwenderunternehmen die Frage, ob noch auf Windows 7 migriert werden soll, oder ob sich ein abwarten auf den Nachfolger lohnt.

Die Windows-Nachfolger

Zum designierten Nachfolger von Windows 7 hat Microsoft bislang nur wenig belastbare Aussagen in der Öffentlichkeit getätigt. Erst auf einer im September stattfindenden Konferenz will Microsoft weitere Einzelheiten veröffentlichen.

Allerdings wird die kommende Windows-Client-Generation aus Sicht der Experton Group eine „Brückenversion“ sein, die die Anforderungen von PC, Slate (=Tablet) und Phone konsolidiert abbildet. Hierzu zählen identische (und nicht ähnliche) Funktionen sowie ein einheitliches User Interface.

Ferner gilt als wahrscheinlich, dass Microsoft für unterschiedliche Geräte-Typen auch unterschiedliche Markteinführungen plant. So wäre es durchaus möglich, dass die kommende Client-OS-Generation zunächst auf Pads/Slates eingeführt wird. Die Markteinführung auf den „klassischen“ Geräten würde zeitversetzt erfolgen.

Die Vorteile

Dies hätte mehrere Vorteile. Einerseits könnte Microsoft ein adäquates Gegenstück zu Produkten von Apple (iPad) und Samsung (Android –Tab) liefern. Auf der anderen Seite könnten die „befreundeten“ OEMs (Dell, Acer, teilweise HP) befriedigt werden, die durch den Erfolg von Apple enorme Einbußen erleiden.

Zugleich würde Microsoft durch einen solchen Ansatz für permanente Nachfrage (= Umsatz für Microsoft und Partner) nach Windows 7 sorgen und damit etwaiges Leapfrogging (=Entscheidung der Nachfrage, eine aktuelle Version nicht zu kaufen und die Kaufentscheidung auf die in der Zukunft erwartete Produktgeneration zu verschieben) auffangen.

Entscheidend für die strategischen Gedankenspiele (hinsichtlich Vertragsverlängerung und Rollout-Planung) von Vertragskunden (mit Software Assurance (SA)) ist der Zeitpunkt der Verfügbarkeit der nächsten OS-Generation. Für XP-Anwender ohne „laufende“ SA-Verträge ist das individuelle zeitliche Fenster für den Rollout und der Zeitpunkt der Verfügbarkeit entscheidend.

Die leitfragen

Für alle Anwender die in entsprechenden Situationen sind, gelten folgende Leitfragen:

  • Welche technischen Neuerungen bringt die kommende Client-Betriebssystem-Generation?
  • Welchen Nutzen kann das eigene Unternehmen hieraus ziehen –oder: Wie werden die definierten Ziele (Ziel-Situation) erfüllt/unterstützt?
  • Wann ist für welche Gerätetypen die Verfügbarkeit gegeben und wie kann eine nahtlose Integration erfolgen?

Für XP-Nutzer ergeben sich unterschiedliche Szenarien:

  • Testen/Validierung von Windows 7, Rollout planen und umsetzen
  • Testen/Validierung von Windows 7, grundsätzliche Planung des Rollouts (noch kein Rollout), Validierung von Windows „Next“ und Entscheidung, ob Windows 7 oder die Nachfolgegeneration ausgerollt wird. Durch die weitere Validierung von Windows 7, vor der Entscheidung für die tatsächlich einzuführende Client-OS-Generation, wird keinerlei Zeit verloren und es eröffnen sich neue Optionen.

weiter mit: Validierung alternativer Client-Betriebssysteme

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