Cybersecurity, Cloud und Fog Computing

Emerson Network Power identifiziert 4 neue RZ-Typen

| Redakteur: Ulrike Ostler

(Bild: Emerson Network Power)

Cybersecurity, Cloud und Fog Computing sowie Nachhaltigkeit führen zu neuen Modellen für Rechenzentren. Emerson Network Power, Anbieter von Infrastruktur für Systeme der Informations- und Kommunikationstechnologie, stellt in einem aktuellen Bericht die vier Trends vor, die erheblichen Einfluss auf Struktur und Betrieb künftiger Rechenzentren haben werden.

Bisher erfolgte die Entwicklung von Rechenzentren als Reaktion auf technologische Innovation – zumeist im Bereich der Server –, und Tempo und Richtung der Entwicklung waren damit gewissermaßen vorhersehbar. Doch weil die Betreiber von Rechenzentren disruptive interne und externe Faktoren meistern müssen, sind Schnelligkeit, Kosten, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Anwendungsverfügbarkeit und Produktivität alles Faktoren, die für die Rechenzentrumsmodelle der Zukunft von Belang sind.

In einigen Marktsegmenten führt hauptsächlich ein disruptiver Faktor, wie Sicherheit oder Nachhaltigkeit, zur Entstehung dieser neuen Modelle. Die meisten Betreiber von Rechenzentren müssen jedoch mit den zuwiderlaufenden Anforderungen mehrerer Anwendungseigner jonglieren oder versuchen Anwendungseigner zufriedenzustellen, die „alle oben genannten Faktoren“ berücksichtigt sehen wollen.

Hilfe kommt von der softwareseitigen Verwaltung. Sie bietet zunehmend die Flexibilität, die Unternehmen benötigen, um monolithische Rechenzentren zu überwinden, in denen alle Daten und Anwendungen mit gleicher Zuverlässigkeit und Sicherheit behandelt werden, während sie neue Technologien und Praktiken einführen, die in den Modellrechenzentren erprobt werden.

Die neuen Rechenzentren

Das wiederum versetzt Unternehmen in die Lage, die Entwicklung hin zum Rechenzentrums-Ökosystem der Zukunft einzuschlagen, das, dank eines multimodalen Modells, in dem die Umgebung an die spezifischen Anforderungen der Daten, Anwendungen und Benutzer angepasst werden kann, allen disruptiven Faktoren Rechnung tragen kann. Bereits jetzt zeichnen sich neue Modelle ab, die den Rechenzentrumsbereich prägen und gleichzeitig die Produktivität steigern, die Kosten senken und die Flexibilität erhöhen werden. Die vier neuen Modelle der Rechenzentren von morgen sind:

Die Datenfestung: Cyber-Angriffe haben bereits zu Ausfällen bei internationalen Großunternehmen geführt, denn unsere zunehmend vernetzte Welt bietet Hackern immer mehr Angriffspunkte.

Die Häufigkeit von Datendiebstählen und dadurch verursachte Kosten steigen trotz Investitionen in die digitale Sicherheit in Milliardenhöhe weiter an. Die Studie des Ponemon Institute zu den Kosten von Datendiebstählen (Cost of Data Breach) zeigt in den vergangenen zwei Jahren eine 23-prozentige Zunahme bei den Kosten pro Sicherheitsvorfall, der persönliche Daten betrifft. Die Gesamtkosten liegen derzeit bei 3,8 Millionen Dollar.

Darüber hinaus zeigt eine von Emerson Network Power in Auftrag gegebene Studie zu den Ausfallzeiten von Rechenzentren, dass die Sicherheitsvorfälle, die zu Ausfällen führten, von 2 Prozent im Jahr 2010 auf 22 Prozent im Jahr 2015 gestiegen sind. Kosten und Häufigkeit nehmen bis zu einem Punkt zu, an dem einige Unternehmen keine andere Wahl mehr haben, als bei der Planung von Rechenzentren der Sicherheit den absoluten Vorrang zu geben.

Das geschieht teilweise schon jetzt, da Unternehmen aus Medizin, Industrie, Pharmazie, Finanzen sowie Luft und Raumfahrt in oder am Rande von vorhandenen Rechenzentren spezielle Data Pods für sensible Daten bereitstellen. Die nächste Welle sind zweckgerichtete, gekühlte Anlagen mit massiven Speicherbereichen, die durch hohe Investitionen in Sicherheitssysteme geschützt werden und gegen Zugriff durch nicht, autorisierte Netzwerke geschützt sind. Co-Location-Anlagen bieten jetzt „Sicherheits-Suites“ mit eigener Stromversorgung und Klimatechnik anstatt offener Umgebungen, die bisher Standard waren, und verbessern die physische Sicherheit in ihren Anlagen.

Die „Cloud aus vielen Tröpfchen“: Trotz der durch die Virtualisierung erzielten Fortschritte sind nach wie vor viele Server nicht hinreichend ausgelastet – einige Studien ergaben, dass Server ihre maximale Rechenleistung nur zu 5 bis 15 Prozent nutzen und 30 Prozent aller Server „Schläfer“ sind. Emerson Network Power sieht eine Zukunft voraus, in der Unternehmen Shared-Service-Modelle nutzen, einen Teil ihrer überschüssigen Kapazitäten verkaufen und damit zu einem Teil der Cloud werden.

Fog Computing: Hier handelt es sich um eine von Cisco vorgestellte dezentrale Computing-Architektur, die das Internet der Dinge unterstützen soll. Die Idee hinter dem Fog Computing ähnelt der der Mikro-Rechenzentren, die am Netzwerkrand bereitgestellt werden, um Inhalte und Anwendungen schneller zugänglich zu machen, indem mehrere kleine Netzwerke von Produktionssystemen unternehmensweit zu einem großen Netzwerk verbunden werden.

In diesem Nebel (englisch: Fog) werden Anwendungsdienste über intelligente Geräte und Mikro-Rechenzentren verteilt. Das kann die Effizienz steigern und konzentriert die Datenverarbeitung, so dass nur relevante Daten übertragen werden.

Dadurch soll zudem der Umgang mit den ungeheuren Datenmengen, die von den Sensoren erzeugt werden, aus denen das Internet der Dinge besteht, effizienter und effektiver werden. Darüber hinaus lassen sich Daten auch lokal aggregieren und filtern, um Bandbreite für wichtige Daten zu reservieren.

Das mit der sozialen Verantwortung des Unternehmens konforme Rechenzentrum: Für eine Branche mit einem anscheinend grenzenlosen Energiebedarf zählt die Energie-Effizienz weiterhin zu den wichtigsten Herausforderungen. Doch auch andere Faktoren – vor allem die zunehmende Fokussierung einiger Unternehmen auf eine Verringerung ihres CO2-Fußabdrucks – führen zu einer Interessenverschiebung hin zu Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen. Die Branche reagiert mit dem zunehmenden Einsatz alternativer Energien, um klimaneutral zu agieren.

Lal Karsanbhai, Präsident von Emerson Network Power für Europa, den Nahen Osten und Afrika, kommentiert: „Diese neuen Modelle für Rechenzentren sind ein Beweis für die laufenden Veränderungen und Innovationen, die unsere Branche gerade prägen. Das rasante Entwicklungstempo unserer Branche erfordert innovative Herangehensweisen, und dank unserer engen Zusammenarbeit mit weltweit führenden IT-Unternehmen sind nicht nur wir, sondern auch unsere Kunden für diese grundlegenden Trends gewappnet.“

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