Testprojekt für komplexen Interaktions- und Netzwerklösungen

EANTC bewertet ein Cloud-Rechenzentrum – Ixia hilft dabei

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Topologie der Testumgebung; die Grundlage bildet Cisco Unified Computing sowie Netzwerktechnik des Herstellers. (Bild: LightReading)
Die Topologie der Testumgebung; die Grundlage bildet Cisco Unified Computing sowie Netzwerktechnik des Herstellers. (Bild: LightReading)

Ixia, Anbieter von Testsystemen für konvergierte IP-Dienste und drahtlose Netzwerke, nimmt am ersten öffentlichen Test einer Cloud-Infrastruktur in Zusammenarbeit mit EANTC und Cisco teil. Es geht insbesondere um End-to-End Funktionen, die für die neue Generation von Rechenzentren erforderlich sind.

Das European Advanced Networking Test Center (EANTC) bietet anbieterunabhängige Beratungsdienste und Testeinrichtungen für Hersteller von Netzwerkequipment, Netzbetreiber und Unternehmenskunden. Zum Kerngeschäft gehören Testverfahren zur Beurteilung von Interoperabilität, Konformität und Leistung bei Netzwerktechnologien und -anwendungen im Zusammenhang mit IP, MPLS, Carrier Ethernet und Voice-over-IP.

Der Erfolg des Cloud-Computing und der Online-Anwendungen, die es ermöglicht, haben in puncto Anwendungserlebnis zu einem Paradigmenwechsel geführt, aber auch bei den Ansprüchen der Benutzer. Erwartet wird nunmehr sofortiger und standortunabhängiger Zugriff auf eine breite Palette medienbetonter Anwendungen und Dienste.

Virtualisierung ermöglicht zwar eine effizientere und flexiblere Nutzung der Ressourcen in einem Rechenzentrum, erhöht aber auch die Auslastung und die Komplexität von Server-Architektur und Netzwerkinfrastruktur. Damit werden an diese beiden Ressourcen neue und beträchtliche Anforderungen gestellt. Wenn dann noch Sicherheitsbedenken und die fortdauernde Migration auf IPv6 zu berücksichtigen sind, wird die Bereitstellung öffentlicher Cloud-Netzwerke zu einer gediegenen Aufgabe.

Die Herausforderungen für Cloud-Rechenzentren

Carsten Rossenhövel, Managing Director bei EANTC, sagt: „In dem Maße, wie Clouds eine immer gängigere Lösung werden, erhöht sich ihre Komplexität und ihr Verlass auf Tests vor der Bereitstellung.“

Die ersten Test von Cloud-Rechenzentren, die von EANTC geleitetet wurden, unterstreichen nach Darstellung der Organisation, Ixia und Cisco die Expertise von Cisco – und zwar von der Anwendungsbereitstellung bis hin zum Core-Switching (Detailangaben zu den Testergebnissen). In dem Projekt wurden kritische Aspekte der Bereitstellung von Cloud-Netzwerken und der Architekturstrategie berücksichtigt, darunter:

Bereitstellung von Cloud-Services – Auf Grund von Technologievielfalt und zahlreichen Barrieren zwischen den Domänen ist es schwierig, in Cloud-Netzwerken Qualität zu gewährleisten. Zur Veranschaulichung robuster Servicebereitstellung unterstützte Ixia die Untersuchung von QoS-Richtlinien für mehrstufige Services mit unterschiedlichen Mandanten. Es wurde gezeigt, dass sich Leistungsvereinbarungen (SLAs) ebenso erfüllen ließen wie Sicherheitsrichtlinien für virtuelle Maschinen, die die Mobilität über physische Server hinweg unterstützen.

IPv6 – IPv6 rückt immer mehr ins Bewusstsein der Betreiber, während ein zunehmend größerer Teil des Internets den Wechsel von IPv4 vollzieht. In Cloud-Netzwerken wechseln die Benutzer und Dienste sogar noch schneller von einem Protokoll zum anderen, so dass die Übersetzung zwischen IPv4 und IPv6 eine ungleich größere Rolle spielt. Zur Veranschaulichung der IPv6-Übersetzung half Ixia, die gleichzeitige Unterstützung von IPv6-Clients sowie die Skalierbarkeit im Parallelbetrieb zu testen.

Bereitstellung von Video-Diensten – Die Video-Verteilung in der Cloud verlangt, dass die Plattform Videoinhalte unterstützt, die für verschiedene Geräte optimiert sind, darunter: Set-Top-Boxen, PCs oder mobile Geräte. Ixia half beim Testen von Teilnehmerskalierbarkeit, Redundanz und Ausfallsicherheit, sodass sich den Teilnehmern eine nahtlose Multimedia-Umgebung präsentiert.

Die Ixia-Tools im Test

Darüber hinaus hätten nach Angaben der Tester die Untersuchungen gezeigt, dass durch die Kombination von mehreren physischen und virtuellen Ixia-Testprodukten die Merkmale eines komplexen Cloud-Netzwerks umfassend zu ermitteln sind:

  • Die Hardware-Testports von Ixia „Load-Modul Xcellon-Flex AP“ haben Millionen von Internet- oder firmeninterner Benutzer in einem IP-Netzwerk der nächsten Generation simuliert. So können Tests in verschiedenen Szenarien einer öffentlichen oder privaten Cloud erfolgen.
  • Die virtualisierten Testports von Ixia „IxVM“ hingegen, haben auf der „Unified-Computing“-Plattform von Cisco eine realistische Auslastung mandantenfähiger Anwendungen im „Inneren“ eines Rechenzentrums simuliert.
  • Mit den Ixia Lösungen zur Latenzsimulation in Leitungskanälen „Impair Net“ indes wurden verschiedene Netzwerkzustände in einem WAN simuliert. Die Tests verdeutlichten die Plattformskalierbarkeit bei VM-übergreifendem, horizontalem Datenverkehr bis 24 Gbit/s sowie bei gleichzeitigem, von Teilnehmern und Mandanten ausgehendem vertikalen Datenverkehr.
  • Mit „IxNetwork“ wiederum wurde die Leistung von IPv6 bewertet, indem durch eine große Anzahl simulierter, gleichzeitig tätiger IPv4- und IPv6-Clients ein entsprechender Datenverkehr erzeugt wurde.
  • Mit IxLoad wurden Sicherheitsrichtlinien in virtuellen Umgebungen sowie die Leistung einer Video-Plattform unter Verwendung echter L4-7-Anwendungsprotokolle bewertet.
  • Zu den getesteten Elementen gehörten Infrastrukturprodukte von Cisco mit dem Schwerpunkt auf Core-Switching und -Routing, Aggregation-Switching und QoS, von Virtualisierungssoftware benötigten Software-Switches, virtuellen Sicherheits-Gateways, Management von virtuellen Maschinen, Computing- und Speicherlösungen für Anwendungs- und Servicebereitstellung, speziellen Funktionen für Video-Services sowie Mechanismen für den Übergang auf IPv6.

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