DockerCon und Open-Source

Docker kündigt RunC an

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Die Docker Inc. hat auf der jährlich stattfindenden DockerCon in San Francisco eine universelle Docker-Runtime RunC vorgestellt die bereits an das Open Container Project (OCP) übergeben wurde.

Zentrales Thema der Keynote, sowie in einem Interview von/mit Docker CEO Ben Golub auf Dockers Entwicklertreffen war ein klares Bekenntnis von Docker zu Open Source unter anderem mit der Ankündigung, einen Großteil der Docker-Infrastruktur in Form der portablen Docker-Laufzeitumgebung runC dem Open Container Projekt zu spenden.

Open Containers Project

Dieses war von wenigen Tagen unter dem Dach der Linux Foundation von mehr als 20 Unternehmen mit dem Ziel gegründet worden, allgemeine Spezifikationen für Container-Formate und Laufzeitumgebungen zu definieren. Zu den Gründen gehören neben der Docker Inc. auch Microsoft, Red Hat, VMware, EMC, Google, Pivotal, AWS, Cisco, HP, IBM, Intel, CoreOS,  Fujitsu Limited, Goldman Sachs, Huawei,  Joyent, Mesosphere, Apcera und Rancher Labs,

Docker goes Open Source

Golub  argumentierte die Entscheidung damit, dass ohnehin gut fünfzig Prozent der Docker-Infrastruktur aus kleinen Tools bestünden, welche viele der für Dockers  Container-Technik essenzielle Aufgaben nach Ansicht von Docker einfach und verlässlich erledigten und ohne die die Kommunikation von Betriebssystemfunktionen wie  systemd oder iptables nicht möglich wäre.

Genau diesen Teil der Docker- Infrastruktur hat Docker nun in Form von runC  in das Anfang des Monats gegründete  Open Containers Project (OCP) eingebracht, das auf auf  GitHub gehostet ist.

Portabler Container Standard

RunC ist portabel und in der Lage, einen standardisierten Container zu schaffen, der „überall“ lauffähig ist, unter Linux ebenso, wie unter Windows 10 oder Windows Server 2016. Microsoft ist bekanntlich gerade damit befasst, native Unterstützung für Windows-Container zu implementieren.

Dass RunC nicht auf den Docker-Daemon zurückgreift, bietet neben der angestrebten Universalität weitere Vorteile, etwa dass nach einer Aktualisierung von Docker nicht mehr sämtliche  Container neu gestartet werden müssten.  RunC unterstützt Linux-Namensräume, Control Groups, sowie SELinux und AppArmor.

Außerdem soll es künftig abgesehen von Linux noch weitere Plattformen für Docker geben, neben Windows künftig auch  ARM, Power und Sparc, an deren Unterstützung  ARM, Intel, Qualcomm und IBM gerade tüfteln. RunC können so gemeinsam mit zusammen mit appc eine Basis für einen allgemeinen Container-Standard unter der Obhut der Linux Foundation  werden.