Deutsche Telekom will mit Geschäftskunden kräftig wachsen

Die Telekom startet neue Mittelstandsinitiative

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Großkundenlösungen sollen durch Standardisierung auch für kleine und mittlere Unternehmen erschwinglich werden. Dazu sucht die Telekom den Schulterschluss mit regionalen Systemhäusern.
Großkundenlösungen sollen durch Standardisierung auch für kleine und mittlere Unternehmen erschwinglich werden. Dazu sucht die Telekom den Schulterschluss mit regionalen Systemhäusern. (Thomas Ollendorf/Telekom)

Das Ziel bis 2018 heißt: Umsatz-Plus im Geschäftskundenbereich der kleinen und mittleren Unternehmen von 600 Millionen Euro. Zudem sollen Großkundenlösungen durch Standardisierung ein für kleine und mittlere Unternehmen erschwinglich werden. Dazu sucht die Telekom den Schulterschluss mit regionalen Systemhäusern.

Die Telekom will in den kommenden Jahren im Geschäftskundensegment kräftig wachsen und startet zur CeBIT 2014 eine neue Mittelstandsinitiative. Dazu bietet die Telekom Großkundenlösungen aus TK und IT jetzt auch für mittelständische Firmen an. Diese soll „standardisiert, kostengünstig und auf den Bedarf von kleinen und mittleren Unternehmen zugeschnitten“ sein. Ziel der neuen Wachstumsoffensive ist es, den Umsatz im Segment der kleinen und mittleren Unternehmen um 600 Millionen Euro zu steigern.

Teil der Initiative ist ein eigenes Partnerprogramm. Regionale Systemhäusern sollen Mittelständler im Auftrag der Telekom beraten, ihnen IT-Lösungen des Konzerns verkaufen und diese dann auch vor Ort installieren. Bis Ende 2014 soll das Netzwerk auf rund 30 Partner wachsen.

Der Part der Telekom hierbei soll dabei die Ende-zu-Ende-Verantwortung sein. Der ICT-Konzern sorge für Datensicherheit und Zugriffschutz nach deutschem Recht aus deutschen Rechenzentren heraus.

Klein- und Mittelunternehmen sind die Adressaten

„Wir wollen der Partner für den deutschen Mittelstand sein. Das gilt für unsere TK-Leistungen, künftig aber vor allem für unsere IT- und Cloud-Services – made in Germany“, sagt Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied Telekom Deutschland. „Mit der Mittelstandsinitiative wollen wir alles tun, damit kleine und mittlere Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben; gleichzeitig leisten wir damit einen Beitrag für die die Zukunftssicherheit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.“

Laut Prognosen des Branchenverbands Bitkom steigen die Investitionen des Mittelstands in Informations- und Kommunikationstechnik bis 2018 um fast drei Milliarden auf 23,8 Milliarden Euro. Während der TK-Anteil weitestgehend stagnieren soll, wächst der Markt im IT-Segment dagegen durchschnittlich um 5,3 Prozent pro Jahr.

Bei Cloud-Diensten liegt der Zuwachs im selben Zeitraum sogar bei insgesamt 33 Prozent. „Dieses Wachstum wollen wir nutzen und ein Umsatzplus bei kleinen und mittleren Geschäftskunden bis 2018 von 600 Millionen Euro erwirtschaften“, so van Damme. Dazu soll insbesondere der IT-Umsatz der Telekom Deutschland wachsen, der aktuell vier Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Basis dafür ist das vorhandene Know-how aus dem Großkundengeschäft des Konzerns – gerade bei IT-Lösungen und Cloud-Diensten.

Großkundenlösungen für den deutschen Mittelstand

„Jedes Unternehmen, ob groß, ob klein muss in die Digitalisierung seiner Geschäftsmodelle investieren, um im digitalen Zeitalter Schritt zu halten. Wer die Chancen nutzen will, muss ein immer breiteres Technologiespektrum von Cloud Services bis Datensicherheit beherrschen“, sagt Reinhard Clemens, Vorstandsmitglied T-Systems. „Unsere Erfahrungen aus dem Großkundenbereich können wir jetzt auch kleineren und mittleren Kunden zur Verfügung stellen – ohne dass sie dafür hohe Investitions- oder Personalkosten einplanen müssen.“

Früher seien zahlreiche Lösungen aufgrund des technischen und personellen Aufwands allein Großkunden vorbehalten gewesen. Heute böten vor allem Cloud-Dienste große Chancen für den Mittelstand: etwa standardisierte, immer aktuelle IT zu variablen und erschwinglichen Kosten, ohne langfristige Investitionen etwa in eigene Hardware.

So könnten sich auch kleine und mittlere Unternehmen Lösungen von SAP und VMware leisten. Beispiel: Künftig manage der Mittelstand seine PC-Arbeitsplätze wie sie Konzerne aus der Cloud. Das spare Lizenz- und Wartungskosten und erlaubte Mitarbeitern flexibles Arbeiten auf mobilen Endgeräten.

Mit neuem Partnerprogramm näher am Kunden

Während die Telekom beim Portfolio auf Standardisierung setze, erforderten Vermarktung, Beratung und Vertrieb individuelle Lösungen, so der Konzern. Kleine mittelständische Firmen, regionale Handwerksbetriebe und Startups benötigten auf ihren Bedarf zugeschnittene Services, um erfolgreich zu sein. Dazu sucht die Telekom den Schulterschluss mit kompetenten, regionalen Systemhäusern.

Erste neue Partner sind die Firmen Isec7, Spirit/21, Unilab, Synergy Systems und DMRZ (Deutsches Mittelstands Rechenzentrum).

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