Skurriles und Bedeutendes aus dem Eaton Blackout Tracker

Die Stromausfälle im Jahr 2014

| Redakteur: Ulrike Ostler

Als einer der wichtigsten Pfeiler für die geschäftskritischen Prozesse zahlreicher Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen dienen Rechenzentren. Entsprechend unterliegen diese Anlagen bei Ausfallzeiten größten Auswirkungen, angefangen vom unwiederbringlichen Verlust gesammelter Daten bis hin zu erheblichen Störungen im Tagesgeschäft.
Als einer der wichtigsten Pfeiler für die geschäftskritischen Prozesse zahlreicher Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen dienen Rechenzentren. Entsprechend unterliegen diese Anlagen bei Ausfallzeiten größten Auswirkungen, angefangen vom unwiederbringlichen Verlust gesammelter Daten bis hin zu erheblichen Störungen im Tagesgeschäft. (Quelle: Eaton)

Eigentlich sind die Verhältnisse paradiesisch, oder? Der Strombedarf wird auf höchstem Niveau geregelt und selbst während einer partiellen Sonnenfinsternis gesichert. Der Jahresreport „Blackout Tracker“ von Eaton dokumentiert jedoch 711 Stromausfälle in D-A-CH-Region mit einer Gesamtdauer von 61.259 Minuten.

Der Eaton Blackout Tracker sammelt seit 2013 detaillierte Informationen zu allen registrierten Stromausfällen unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Grundlage bilden Berichte aus Nachrichtendiensten, Printmedien und Webseiten.

Mit diesem Bericht liefert Eaton nun auch detaillierte Informationen zu allen registrierten Stromausfällen des vergangenen Jahres. Das Online-Tool dokumentiert nicht nur die aktuellen Stromausfälle, sondern gibt auch Auskunft über die jeweilige Ausfalldauer, die Anzahl der Betroffenen sowie die Ursache der Blackouts.

Berechnungen des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts aus dem Jahr 2013 zeigen, welche Summen bei unzureichender Netzsicherheit auf dem Spiel stehen. Wirtschaftlichbesonders betroffen sind dabei die kreisfreien Großstädte Deutschlands.
Berechnungen des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts aus dem Jahr 2013 zeigen, welche Summen bei unzureichender Netzsicherheit auf dem Spiel stehen. Wirtschaftlichbesonders betroffen sind dabei die kreisfreien Großstädte Deutschlands. (Quelle: Eaton)

So erhalten IT-Leiter und RZ-Betreiber Informationen über die Häufigkeit der Stromausfälle, unterteilt nach Region und Monat. Neben den fünf größten Blackouts werden dabei auch die fünf kuriosesten Stromausfälle beschrieben. Für das Jahr 2014 konnten insgesamt 711 Stromausfälle mit einer Gesamtdauer von rund 43 Tagen festgehalten werden. Betroffen waren mehr als 800.000 Personen. Die proportional meisten Vorfälle fanden in den Sommermonaten Juni und Juli statt.

Die fünf größten Stromausfälle 2014 in Deutschland:

  • 08. März: Hannover, Nord-Deutschland: Ein Stromausfall im eigenen Kraftwerk stellte den Autobauer Volkswagen vor Probleme. Eine Sonderschicht wurde abgebrochen, die Volkswagen-Seiten im Netz waren tot, Zehntausende Anwohner blieben ohne Strom.
  • 9. Mai: Vellmar, West-Deutschland: Ein heftiges Frühlingsgewitter tobte über Teilen Westdeutschlands. So schlug Freitagnacht ein Blitz in das Umspannwerk im hessischen Vellmar ein. Von dem anschließenden Stromausfall waren 35.000 Menschen betroffen.
  • 18. Juni: Bonn, West-Deutschland: Rund 32.000 Bonner waren am Freitag von einem Stromausfall im Bonner Norden betroffen. Nach einem Arbeitsunfall in einem Umspannwerk war die Versorgung in mehreren Stadtteilen ausgefallen.
  • 8. April: München, Süd-Deutschland: Am Dienstagmorgen um kurz vor 8 Uhr gingen im Norden Münchens die Lichter aus. Der Berufsverkehr kam ins Stocken, denn auch Ampeln gaben den Geist auf. Von dem fast dreistündigen Stromausfall waren mehr als 26.000 Menschen betroffen.
  • 19. Februar: Potsdam, Ost-Deutschland: Kein Licht, kein Kühlschrank, kein Fernsehen – vier Tage war ein Block in der Waldstadt ohne Strom. Ein Kellerbrand hatte den Stromausfall ausgelöst.
  • Die fünf ungewöhnlichsten Stromausfälle 2014 in Deutschland

    • 17. Februar: Kufstein, Österreich: Am Montag sollte der „Meridian“-Zug von Kufstein in Richtung München fahren. Ein Fahrgast berichtet, dass es kurz vor der Abfahrt zu einem Stromausfall in den Wagen gekommen sei. Da sah der Lokführer nur eine Lösung: Die Fahrgäste mussten aussteigen und schieben.
    • 17. April: Hamburg, Nord-Deutschland: Lange Wartezeit für 44 Menschen am Mittwoch auf dem Hamburger Dom. Wegen eines Stromausfalls haben sie anderthalb Stunden lang auf der Plattform des Karussells "City Skyliner" in 70 Metern Höhe ausharren müssen.
    • 8. Mai: Mönchengladbach, West-Deutschland: Eine Taube hat am Donnerstagabend einen Stromausfall am Hauptbahnhof in Mönchengladbach ausgelöst. Die Taube stand mit einem Bein auf einem Isolator und mit dem anderen auf der Stromleitung und diente so als Überbrücker. Sie explodierte und löste einen Kurzschluss aus.
    • 7. August: Troisdorf Oberlar, West-Deutschland: Ratten haben seit Montag in einer Schaltstation in Troisdorf Oberlar drei Erdschlüsse ausgelöst, die jeweils einen Stromausfall zur Folge hatten. Jetzt werde eine Betonbarriere errichtet, um die ungebetenen Gäste abzuhalten.
    • 27. Oktober: Ascheberg, West-Deutschland: Diebe nahmen 1.200 Meter Kabel einer Überlandleitung in Ascheberg mit. Ohne sich selbst einen tödlichen Schlag zu holen, aber mit Auswirkungen für mehrere Häuser. Der Diebstahl sorgte für einen längeren Stromausfall.
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