Icehouse

Die neunte OpenStack-Version ist fertig

| Redakteur: Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Mit OpenStack Icehouse ist vor wenigen Tagen die nunmehr neunte Versionen des populären IaaS-Compute-Stacks erschienen.

OpenStack ist eine gemeinsam von der OpenStack Foundation, Rackspace, Mirantis, Red Hat, IBM, HP, Suse, Untel und weiteren Firmen, darunter sogar VMware, quelloffen entwickelte Software-Suite zum Aufbauen und Betreiben von privaten oder öffentlichen Clouds. Details zu sämtlichen Neuerungen in OpenStack Icehouse finden sich in der Veröffentlichungsmitteilung der OpenStack Foundation. OpenStack ist überwiegend in Python geschrieben, unter der Apache-Lizenz 2.0 lizenziert und lässt sich von der Projektseite herunterladen.

Das neue Icehouse-Release enthält rund 350 neue Funktionen und korrigiert über 2900 Fehler. Eine der wichtigsten Neuerungen: OpenStack Compute (Nova) unterstützt jetzt rollende Updates. Damit ist das Updaten von OpenStack möglich, ohne dass man virtuelle Maschinen herunterfahren muss. Ferner haben die Entwickler Nova einen schnelleren Scheduler verpasst, der einen effizienteren Datenzugriff erlaubt. Darüber hinaus ist der OpenStack Object Storage (Swift) jetzt in der Lage, Auskunft über seine Fähigkeiten zu geben. Ferner ermöglicht eine neue Replikation auf Basis von s-sync eine höhere Performance. Der OpenStack Block Storage (Cinder) beherrscht zudem jetzt die Migration von Daten zwischen verschiedenen Speicherebenen und die OpenStack-Network-Komponente (Neutron) ist jetzt stärker mit OpenStack Compute integriert. Dies ermöglicht ein schnelleres Einrichten, bzw. Erzeugen von Instanzen. Darüber hinaus kann die OpenStack-Orchestration-Komponente (Heat) jetzt automatisch zusätzliche Ressourcen einbinden. Das können beispielsweise Compute-, Storage- und Networking-Ressourcen sein. Ferner liefert die OpenStack Telemetry-Komponente (Ceilometer) jetzt Daten, die sich für automatisierte Aktionen oder für das Accounting nutzen lassen. Darüber hinaus wurde der OpenStack Identity Service (Keystone) um die Möglichkeit zur verteilten Authentifikation erweitert. Damit ist der Zugriff auf private und öffentliche OpenStack-Clouds mit den gleichen Anmeldedaten möglich. Schließlich haben die Entwickler die Administrations-Komponente Horizon jetzt in 16 Sprachen übersetzt.

Neben den Verbesserungen der bestehenden Komponenten gibt es auch einen neuen DatenbankdienstTrove. Außerdem sind weitere neue Komponenten in der Mache, wie etwa Ironic, das die Installation auf Rechnern ohne Betriebssystem automatisieren soll oder Marconi zum Nachrichtenaustausch, bzw. Saharazur Verarbeitung von Daten. Die Schwerpunkte der Entwicklung lagen aber diesmal insgesamt auf einer Verbesserung der Stabilität. Dazu haben die Entwickler beispielsweise Continuous Integration-Systemeaufgesetzt, die permanent die Kompatibilität von OpenStack mit verschiedenen Hard- und Software-Konfigurationen testen können. So sollen bereits 53 solcher Systeme sollen bei verschiedenen Unternehmen im Einsatz sein. Darüber hinaus müssen Treiber für die einzelnen OpenStack-Komponenten ab der neuen Icehouse-Version gründlicher getestet sein, was eine bessere Qualität garantieren soll.