RHEL 6.9 erschienen

Die Neunte

| Autor: Thomas Drilling

Red Hat aktualisiert Red Hat RHEL 6.
Red Hat aktualisiert Red Hat RHEL 6. (Red Hat aktualisiert Red Hat RHEL 6.)

Hersteller von Enterprise-Linux-Distributionen zeichnen sich durch möglichst lange Supportzeiträume aus. Das ist auch der Hauptgrund für Unternehmen, auf kostenpflichtiges Linux zu setzen. Mit RHEL 6.9 ist knapp 6 Jahre nach der ersten Veröffentlichung die nunmehr neunte Aktualisierung des 6´er-Zweiges erschienen. Sie beschert Nutzen nochmal bessere Hardware-Unterstützung, Software-Updates und Fehlerkorrekturen.

Red Hat hat rund zehn Monate nach der letzten Aktualisierung Version 6.9 seiner Unternehmens-Distribution veröffentlicht.

Wie bei RHEL üblich ändert sich dabei die Hauptversion des Kernels - bei Red Hat Enterprise Linux 6.x ist das 2.6.32 - nicht. Red Hat implementiert dringend benötigte Aktualisierungen, wie die mit RHEL 6.9 großzügig erweiterte Hardware-Unterstützung, mit Hilfe von Backports.

Der verbesserte Hardware-Support erleichtert einen möglichst reibungslosen Wechsel auf RHEL 7 und bringt unter anderem Treiber für RealTek RTS5250S SD4.0 und Marwell 88SE9230-Controller mit. Neu in RHEL 6.0 ist auch das Tool cpuid.

Weitere Neuerungen

Neu in RHEL 6.9 sind zudem Verbesserungen bei den Virtualisierungsfunktionen und im Cluster-Bereich. Im Bereich Virtualisierung hat Red Hat z. B. die Geschwindigkeit des Hyper-V-Storage-Treibers verbessert. Ebenfalls neu ist, dass der Netzwerkmanager jetzt auch eine manuelle DNS-Konfiguration unterstützt.

Bei den Cluster-Funktionen ist erwähnenswert, dass die Pacemaker-Agents nun Oracle 11g unterstützen. Ferner hat Red Hat das Paket „clufter“ auf die Version 0.59.8 aktualisiert. Gleich mehrere Aktualisierungen hat zudem auch „luci“-Interface erhalten.

Neu ist auch, dass RHEL 6.9 Updates für TLS 1.2 erhalten hat, die im Prinzip gleich mehrere Bereiche innerhalb der Distribution betreffen. Verbessert wird dadurch unter anderem die sichere Kommunikation. Dabei bietet RHEl 6.9 nun auch Support für die aktuellen PCI-DSS-Standards. Außerdem ist es möglich, innerhalb der IdM- und Verzeichnisservern ältere Versionen von TLS verbieten.
Weitere Einzelheiten zu den Neuerungen lassen sich den Releae Notes entnehmen.

Endspurt

Anfang Mai wird RHEL 6 in so genannte Production Phase 3 übergehen. Das bedeutet, dass RHEL 6 zwar weiterhin Korrekturen erhält, Red Hat aber nicht mehr aktiv neue Server-Features oder Hardware-Treiber entwickelt. Das endgültige Support-Ende für RHEL 6 steht dann Ende 2020 an.

Wie bei Red Hat üblich kann RHEL 6.9 über Red Hats Content Delivery Network Red Hat Network (RHN) bezogen werden. Bestandskunden erhalten RHEL 6.9 im Verlauf des regulären Updates. Darüber hinaus gibt es ISO-Images, die ebenfalls nur mit einem gültigen RHN-Konto zugänglich sind. Die Distribution steht wahlweise in Form einer Minimal-CD oder als DVD-ISO bereit. Ergänzend gibt es eine Supplementary-DVD mit weiteren Paketen für erweiterte Funktionalität. RHEL 6.89 gibt es nur für die Architekturen x86_64 und i386.