E5-2600/1600 v3 sollen die Basis sein für die Software Defined Infrastructure

Die neuen Intel-Xeon-Prozessoren für Rechenzentren

| Redakteur: Ulrike Ostler

Auch den Xeon-Chip "E5 2600" von Intel gibt es jetzt in der 3. Ausführung.
Auch den Xeon-Chip "E5 2600" von Intel gibt es jetzt in der 3. Ausführung. (Bild: Intel)

Die jüngste Server-Generation stellt dank „E5-2600/1600 v3“ von Intel 27 neue Leistungs-Weltrekorde mit bis zu 300 Prozent Steigerung im Vergleich zur vorherigen Generation „v2“ auf. Außerdem bieten die Server-Plattformen bis zu 50 Prozent mehr Kerne und Cache als die vorherige Generation und unterstützt erstmals DDR4-Speicher. Dazu kommen neue Monitoring- und Management-Funktionen.

Intel hat am Montagabend die mit „v3“ die jüngsten Xeon E5-2600/1600-Prozessorfamilien vorgestellt. Die Prozessoren sollen die flexiblen, sich schnell verändernden Anforderungen von Rechenzentren und unterschiedlichen Workloads bedienen können.

Nach Aussagen des Herstellers steigern die CPUs dank zahlreicher Verbesserungen die Leistung gegenüber der vorherigen Generation um bis zu 300 Prozent (siehe: Kasten, Punkt 1 und 2) und bieten noch mehr Energie-Effizienz sowie erhöhte Sicherheit. Die Prozessoren liefern auf Basis von Sensortechnik Messdaten, über die sich IT-Services bereitstellen lassen. Sie eigneten sich somit insbesondere als Grundlage für Software Defined Infrastructure (SDI).

Generell kommen die Prozessoren in Servern, Workstations, Storage- und Netzwerkinfrastrukturen zum Einsatz. Sie sollen ein Fundament für Services wie Datenanalyse, High Performance Computing, Telekommunikations- und Cloud-Anwendungen sowie für die Backend-Verarbeitung im Rahmen des Internets der Dinge bilden.

Basis für Software Defined Infrastructure

SDI kann die Effizienz von Cloud Computing enorm steigern. Denn digitale Services erfordern Agilität, Skalierbarkeit und programmierbare sowie konfigurierbare Infrastruktur-Ressourcen. In Verbindung mit Sensortechnik, Analyse und Automatisierung führt dies zu einem flexiblen Rechenzentrum, das Services auf Abruf (On Demand) bereitstellt und überwiegend über Software verwaltet wird.

Intel treibt diese Vision eines automatisierten Rechenzentrums mit Nachdruck voran. Mit der Produktfamilie E5-2600 v3 führt das Unternehmen Sensoren und Telemetrie-Funktionen ein, die SDI fördern sollen.

Die neuen Funktionen

Die neuen Prozessoren bringen zudem Funktionen mit, die mehr Detailinformationen über den aktuellen Systemstatus liefern, etwa zum Cache-Monitoring. Dieses Feature liefert Daten, über die sich Management-Tools Arbeitsschritte intelligent und gleichmäßig verteilen und damit beschleunigen lassen können.

Dadurch wird es auch möglich, Leistungsanomalien zu analysieren, die in einer multi-mandantenfähigen Cloud-Umgebung bei Cache-Konflikten entstehen. Bislang war wenig transparent, welche Workloads gerade ausgeführt werden.

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Erläuterungen zu den Benchmarks

Die Telemetrie-Sensoren mit Messdaten für CPU, Speicher und I/O-Auslastung werden ergänzt durch neue Wärmesensoren für den Luftstrom und die Austrittstemperatur. Das erlaubt mehr Übersicht und Kontrolle des aktuellen Prozessor-Zustands. Mit diesen Messwerten können SDI-Management-Lösungen die Systemauslastung genauer überwachen und verwalten. So lässt sich die Effizienz von Rechenzentren bei niedrigeren Gesamtkosten maximieren.

Mehr Leistung und Energie-Effizienz

Die Intel Xeon E5-2600 v3 Produktfamilie bietet mit bis zu 18 Kernen pro Sockel und 45 MB Last-Level Cache bis zu 50 Prozent mehr Kerne und Cache im Vergleich zum Vorgänger. Die Befehlssatzerweiterung „Intel Advanced Vector Extensions“ (Intel AVX2) (siehe Kasten, Punkt 3 und 4) erhöht dank 256 Bit-Vektoren (vorher 128 Bit) pro Taktzyklus die Leistung von Workloads etwa im HPC-Bereich, bei Audio und Video sowie Verschlüsselung um den Faktor 1,9 (siehe: Kasten Punkt 5).

Intel Xeon E5-2600 v3 erlaubt zudem eine Erhöhung der Virtualisierungsdichte, indem sie im Vergleich zum Vorgänger bis zu 70 Prozent mehr virtuelle Maschinen pro Server unterstützt, (siehe Kasten, Punkt 6) und so die Betriebskosten im Rechenzentrum zusätzlich verringert. Durch den erstmals eingesetzten DDR4-Speicher erhöht sich auch die Leistung bei speicherintensiven Workloads um den Faktor 1,47 (siehe: Kasten Punkt 7).

Zudem erweiterte Intel die „Intel Advanced Encryption Standard New Instructions“ (Intel AES-NI). Damit beschleunigt sich die Ver- und Entschlüsselung von Daten um fast das Doppelte, ohne die Reaktionszeit von Anwendungen zu beeinträchtigen) siehe: Kasten Punkt 8).

Die Prozessoren basieren auf Intels branchenführender und Energie-effizienter 22 Nanometer „3D Tri Gate“-Technologie, die zu steigender Leistung bei sinkendem Stromverbrauch führt. Da die neuen „Pre Core“- Energiezustände den Stromverbrauch in jedem Prozessorkern dynamisch regulieren, sorgen sie für eine Energie-effizientere Verarbeitung von Workloads.

Durch die Kombination von Leistung und niedrigerem Stromverbrauch erzielt die Prozessorfamilie bei Servern einen neuen Weltrekord für Energie-Effizienz und Leistung pro Watt (siehe: Kasten Punkt 9)

Netzwerke mit Intel Xeon E5-2600 v3

In Kombination mit der „Intel Communications Chipsatz 89xx Serie“, die dank „Intel Quick Assist“ die Leistung bei Verschlüsselung und Komprimierung beschleunigt( (siehe: Kasten Punkt 10), verbessern die v3-Prozessoren die Sicherheit vieler Workloads. Service-Provider und Netzwerkausrüster können die Plattform nutzen, um mehrere Kommunikations-Workloads auf einer einzigen, standardisierten und flexiblen Architektur zu konsolidieren. Damit beschleunigen sie die Bereitstellung von Services, senken die Kosten und erhöhen die Sicherheit.

Darüber hinaus liefert die Ethernet-Controller-Familie „XL710“ höhere Leistung für virtualisierte Server und Netzwerke. Der 10/40 Gigabit-Ethernet-Controller bietet im Vergleich zum Vorgänger die doppelte Bandbreite bei um 50 Prozent reduziertem Stromverbrauch (siehe: Kasten Punkt 11).

Partner und Preise

Hersteller werden Hunderte von Plattformen auf Basis von Intel Xeon E5-v3 Prozessoren für Server, Storage oder Netzwerk-Anwendungen vorstellen. Zu den Herstellern zählen Bull, Cray, Cisco, Dell, Fujitsu, Hitachi, HP, Huawei, IBM, Inspur, Lenovo, NEC, Oracle, Quanta, Radisys, SGI, Supermicro und Sugon.

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Die Intel Xeon E5-2600 v3 Prozessoren werden in 26 verschiedenen Konfigurationen zu Preisen zwischen 213 Dollar und 2.702 Dollar bei der Abnahme von 1.000 Stück verfügbar sein. Zusätzlich bietet Intel sechs Varianten des Intel Xeon E5-1600 v3 Prozessors für Workstations zu Preisen von 295 bis 1.723 Dollar an.

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