IBM will EZSource-Hersteller kaufen

Die Mainframe-Fitness-Kur aus Israel gehört bald IBM

| Autor: Ulrike Ostler

IBM kauft EZLegacy, Spezialist in der Modernisierung und Visualisierung von Mainframe-Assets.
IBM kauft EZLegacy, Spezialist in der Modernisierung und Visualisierung von Mainframe-Assets. (Bild: IBM/ EZLegacy)

Auch Mainframes müssen fähig zum Cloud-Deployment sein. IBM beabsichtigt nun die Übernahme der Firma EZLegacy Ltd., die auf die Modernisierung von Mainframe-Anwendungen spezialisiert ist. Die Software des israelischen Herstellers kann Änderungen im Code auch für Nicht-Großrechner-Spezialisten visualisieren, etwa in einem Dashboard. Das bringt Tempo in die Transformation.

Um die Geschwindigkeit von Anpassungen an die Erfordernisse von Cloud-Services zu erhöhen, müssen Entwickler schneller verstehen können, was der Mainframe-Code tut. Das soll mit einem einfach zu verstehenden Tool wie „EZSource“ des Übernahmekandidaten geschehen, das die entsprechenden Daten visualisiert.

Denn Mainframe-Anwendungen bestehen aus Hundertausenden Code-Zeilen, die jeglicher Update-Geschwindigkeit im Weg stehen. Diese zu aktualisieren dauert Tage oder gar Wochen. EZSource stellt ein Dashboard zur Verfügung, in dem sich zeigt, was bei der Modernisierung geändert wurde. Gezeigt werden unter anderem die Application Programming Interfaces (APIs), so dass sich die zur Verfügung stehenden Deployment-Ressourcen vergleichsweise effektiv nutzen lassen.

Gegründet wurde EZLegacy im jahr 2003 in Israel, doch mittlerweile unterhält das Unternehmen Niederlassungen in Großbritannien, in den USA, in der Schweiz, in Japan und in Rumänien und zählt etwa 40 Kunden, inklusive ING Life, Maybank and 7-Eleven. Die Kaufentscheidung fällt vor dem Hintergrund, dass im kommenden Jahr rund 80 Prozent der Unternehmen eine hybride Cloud-Strategie fahren werden.

30 Milliarden Transaktionen

Das zwingt Die IT-Abteilungen dazu, Anwendungen im Unternehmen auf ihre Tauglichkeit für mobile Anwendungen, für social networks und allgemein auf ihre Cloud-Fähigkeit hin zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. 68 Prozent aller produktiven IT-Workloads aber laufen auf Mainframes. Das entspricht rund 30 Milliarden geschäftlichen Transaktionen, die täglich abgearbeitet werden, Anwendungen wie Kreditkartenbewegungen und Aktienhandel inklusive.

Die digitale Transformation bedeutet zugleich den Eintritt in eine „API economy“, also in eine IT-Welt, die über Schnittstellen(beschreibungen) verbunden ist (siehe: Weblinks unten). Die geschäftskritischen Anwendungen auf den Mainframes müssen solche Kopplungsmöglichkeiten zu mobilen und Cloud-Anwendungen ermöglichen. Mit Hilfe von EZSource sollen Programmieren und Administratoren neue Wege finden können, die Großrechneranwendungen zu modernisieren und Updates zu unterziehen, damit sie die globale Wirtschaft stützen können.

EZSource soll die IBM-eigenen Tools für APIs, HybridCloud und DevOps ergänzen, indem die Applikationen und ihre Abhängigkeiten analysiert und transformiert werden können, ohne dass die Gefahr einer Unterbrechung oder gar des Ausfalls besteht. Im Einzelnen nennt IBM die API-Management-Werkzeuge wie „z/OS Connect“ und „IBM API Connect“. Dazu kommen die Discovery- und DevOps-Tools „IBM Application Delivery Foundation for z Systems” und “IBM Rational Team Concert”.

Geplant haben EZLegacy und IBM die Akqisition noch im zweiten Quartal dieses Jahres abzuschließen. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44087041 / Mainframes)