Wo priorisieren CIOs in der IT-Transformation?

Die IT wird zur Hybrid Cloud umgebaut, aber planlos

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die meisten hybriden Cloud-Archtiekturen befinden sich noch im Aufbau. Di Virtualisierung hingegen hat sich weitgehend durchgesetzt; insbesondere die Top-20-Unternehmen setzen auf virtuelle Strukturen.
Die meisten hybriden Cloud-Archtiekturen befinden sich noch im Aufbau. Di Virtualisierung hingegen hat sich weitgehend durchgesetzt; insbesondere die Top-20-Unternehmen setzen auf virtuelle Strukturen. (Bild: EMC/VMware)

EMC und VMware haben rund 660 Kunden aus 18 unterschiedlichen Branchen zum Stand ihrer IT-Transformation befragt. Fast alle Teilnehmer wollen ihre IT-Services verbessern und identifizieren Lücken, Fortschritte und Ziele. Außerdem befinden sich 90 Prozent in der Evaluierung oder einem Proof-of-Concept einer Hybrid Cloud.

Unabhängig von Branche und Region wollen die meisten Organisationen ihre IT-Service-Strategie verbessern und die IT stärker kundenorientiert betreiben. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie „State of IT Transformation“, die im Rahmen der „IT-Transformation-Workshops“ von EMC sowie der „Accelerate-Workshops“ von VMware erhoben wurde. Zu den weiteren Ergebnissen gehören:

  • 80 Prozent wollen Services standardisieren in einem an die Geschäftsbereiche gerichteten Katalog mit Self-Service-Portal
  • 77 Prozent wollen den Automatisierungsgrad erhöhen, um die Bereitstellung von IT-Services zu verbessern
  • 90 Prozent geben an, dass eine dokumentierte Strategie oder Roadmap entscheidend für den Erfolg der IT-Transformation ist. Gleichzeitig räumt mehr als die Hälfte der Befragten das Fehlen der beiden erfolgsentscheidenden Faktoren ein.
  • Die Software-Entwicklungszyklen sollen um 75 bis 90 Prozent verkürzt werden; fast 70 Prozent der befragten Unternehmen benötigen derzeit sechs bis zwölf Monate oder länger für die Software-Entwicklung.

Für den Erfolg unabdingbar: IT-Transformations-Strategie und Roadmap; doch kaum einer hat sie präsent.
Für den Erfolg unabdingbar: IT-Transformations-Strategie und Roadmap; doch kaum einer hat sie präsent. (Bild: EMC/VMware)

Transformation der Betriebsabläufe

Während sich 90 Prozent der befragten Organisationen also darüber bewusst sind, dass eine von der Geschäftsführung und den Geschäftsbereichen unterstützte IT-Transformations-Strategie und Roadmap erfolgskritisch ist, haben 55 Prozent bisher nichts schriftlich festgehalten.

80 Prozent deuteten an, dass sie ihre Services bündeln möchten in einem auf die Geschäftsbereiche ausgerichteten Katalog mit Self-Service-Portal und dass sie stärker automatisieren wollen, um die Bereitstellung von IT-Services zu verbessern. Das umfasst:

  • Bereitstellung von Ressourcen: 77 Prozent der Organisationen würden gerne Infrastrukturressourcen innerhalb eines Tages oder dynamisch nach Bedarf zur Verfügung stellen können – mehr als die Hälfte gab an, dafür derzeit ein bis vier Wochen zu benötigen.
  • Kosten-Management: 87 Prozent arbeiten aktuell mit einem zugewiesenen Jahresbudget oder einer projektbezogenen Kostendeckung; nur fünf Prozent können den Geschäftsbereichen Services nach Verbrauch zu einem vorher angekündigten Preis in Rechnung stellen.
  • Verbrauchsmessung: 88 Prozent der Befragten haben zum Ziel, die pro Geschäftsbereich verbrauchten Ressourcen automatisch messen zu können. 70 Prozent sind derzeit nicht in der Lage, den Verbrauch von IT-Ressourcen lückenlos über die gesamte Organisation hinweg zu verfolgen.

Schnelligkeit ist Trumpf; dennoch sind die Reaktionszeiten in den meisten Unternehmen zu lang.
Schnelligkeit ist Trumpf; dennoch sind die Reaktionszeiten in den meisten Unternehmen zu lang. (Bild: EMC/VMware)

Cloud-Infrastruktur und Definition einer strategische Plattform

Die Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihre IT-Organisation gegenüber externen Service-Anbietern wettbewerbsfähig sein soll und dass sie deshalb die Kosteneffizienz durch Virtualisierung, Standardisierung und der Entwicklung von Hybrid-Cloud-Architekturen treiben. In den nächsten 18 bis 24 Monaten wollen die meisten Unternehmen eine Hybrid-Cloud-Architektur für ihre Produktivanwendungen einrichten. 90 Prozent gaben an, dass sie aktuell im Stadium von Evaluierung und Machbarkeitsstudie (Proof-of-Concept) sind. Fast alle wollen Rechenleistung, Storage und Applikationen zu 80-100 Prozent virtualisieren.

Für eine schnellere Software-Entwicklung planen die Unternehmen eine automatisierte Plattform-Bereitstellung. 80 Prozent der befragten Unternehmen fehlt dazu allerdings ein skalierbarer, Infrastruktur-unabhängiger Anwendungsrahmen. 68 Prozent benötigen sechs bis zwölf Monate oder länger, um eine neue Anwendung zu entwickeln – die meisten wünschen sich jedoch, dies in nur wenigen Wochen zu schaffen.

Es fehlt der IT an Flexibilität und zugleich an Automatismen.
Es fehlt der IT an Flexibilität und zugleich an Automatismen. (Bild: EMC/VMware)

Die Branchenunterschiede:

Healthcare-Unternehmen identifizieren mehr Verbesserungsmöglichkeiten in ihrer IT-Transformation als Unternehmen aus anderen Branchen. Sie bewerten sich selbst in vielen Punkten am schlechtesten und sehen das Schließen von Lücken gegenüber dem Soll-Zustand in mehr Bereichen als Priorität an als die Teilnehmer aller anderen Branchen.

Retail Einzelhändler sind die Top-Performer der Desktop-Virtualisierung: Jedes fünfte Unternehmen hat bereits deutlich mehr als 60 Prozent seiner Arbeitsplätze virtualisiert. Zudem geben die Einzelhändler an, dass die Mehrheit ihrer Anwendungen auf einem skalierbaren, Infrastruktur-unabhängigen Anwendungsrahmen basiert.

Telekommunikation – Telcos sind führend bei der Netzwerk-Virtualisierung: Im Durchschnitt erreichen sie einen Virtualisierungsgrad von 40 Prozent; unter den Top 20 liegt der Wert sogar bei 80 Prozent.

Finanzdienstleister – geben sich überdurchschnittlich gute Bewertungen in den meisten Bereichen ihrer IT-Transformations-Initiativen. Fast 40 Prozent haben eine von Geschäftsführung und Geschäftsbereichen unterstützte, dokumentierte IT-Transformations-Strategie und -Roadmap.

Behörden – Jede fünfte Behörde hat mehr als 20 Prozent ihrer Produktivanwendungen in eine Hybrid Cloud verlagert und Server sowie Anwendungen fast vollständig virtualisiert.

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