VMware-Tools und Linux-Gäste - Teil 1

Deployment und Aktualisierung

| Autor: Thomas Drilling

VMware-Tools im Web-Client
VMware-Tools im Web-Client (Thomas Drilling)

Die VMware-Tools - VMwares Pendant zu Microsofts Hyper-V-Integration-Services - sind für Gastsysteme in einer vSphere-Umgebung essentiell. In vier Teilen zeigt dieser Beitrag, wie vSphere Admins die VMware-Tools bereitstellen, installieren und aktualisieren. Teil 2 befasst sich mit den "open-vm-tools" unter Linux, Teil 3 mit der Installation der VMware Tools unter Linux die aufwendiger ist, als das Doppelklicken einer Setup-Datei unter Windows. Teil 4 illustriert das Aktualisieren der VMware Tools mit Hilfe des Update Managers.

Die VMware Tools stellen einen performanten Display-Treiber, einen  paravirtualisierten Gerätetreiber für einen synthetischen Netzwerk-Adapter (VMXNET3), einen iSCSI-Controller, einen Treiber für Memory-Ballooning sowie einen Maustreiber bereit, der ein manuelles Fangen der Maus innerhalb und außerhalb der VM obsolet macht, erlauben Drag&Drop von Clipboard-Inhalten zwischen Host und Gast und stellen einen gemeinsamen Ordner (Shares Folder) für den direkten Datenaustausch zwischen Host und Gast zur Verfügung.

So arbeiten die VMware-Tools

Neben diesem Satz von Gerätetreibern bestehen die VMware Tools aus dem „VMware Tools-Dienst“ und dem „VMware-Benutzerprozess“. Über den Dienst kommuniziert das Hostsystem mit dem Gast etwa zum Überwachen der Verfügbarkeit von VMs (App-HA) oder übermittelt Zeitserver-Informationen, die für das Anmelden an eine AD-Domäne zwingend sind.

Ferner ist es bei installierten VMware-Tools möglich, VMs „von außen“, also aus dem Web Client oder vom vSphere-Client aus (soft), herunter zu fahren, zu „suspenden“ oder neu zu starten. Ohne VMware-Tools lassen sich VMs vom Host aus, also mit den Möglichkeiten der der Management.Oberfläche (Web Client, vSphere Client, CLI) nur (hart) ein oder ausschalten, nicht aber deren Gastsysteme sauber herunterfahren. Ferner erweitern die VMware-Tools mit dem Memory-Control-Driver die Speicherverwaltungsmöglichkeiten der ESXI-Hosts und erlauben durch den Filesystem-Sync-Treiber absturzkonsistente Snapshots.

VMware-Tools und Linux

Im Gegensatz zu Microsoft mit seinen Integration Services kann VMware die VMware-Tools nicht von vorneherein in die jeweiligen Gastsysteme integrieren. Mit den "Open-VM-Tools" wäre das zwar bei Linux-Gästen zwar theoretisch denkbar, wenn der Distributions-Hersteller daran ein Interesse hat, nicht aber mit Windows-Gästen.

Daher müssen die VMware-Tools nach dem Aufsetzen eines Gastsystems manuell installiert werden. Bei Windows-Gästen reicht dazu das Anklicken einer EXE-Setup-Datei, bzw. eines MSI-Installers. Bei Linux-Gästen ist das Installieren aufwendiger; mehr dazu im 2. Teil dieses Beitrages.

Das Deployment der VMware-Tools

Das Bereitstellen der VMware-Tools erfolgt normalerweise in Form einer ISO-Datei über die vSphere-Umgebung selbst. Hierzu wählt man z. B. bei im Inventory markierter VM dem Kontextmenüeintrag „Guest OS / Install VMware Tools“. Einen ähnlichen Menüeintrag gibt es aber auch in den verschiedenen VM-Console-Varianten, etwa VMRC (aus dem Web Client) oder der im vSphere Client integrierten Console.

So oder so wird hierbei automatisch ein ISO der aktuellen VMware-Tools-Version in der VM gemountet, von dem aus der Benutzer die Installation starten kann. Eine dritte Variante für das Deployment der VMware-Tools besteht darin, dass der Nutzer im Konfigurationseditor der VM selbst ein CD-Laufwerk einrichtet und mit der zugehörigen ISO-Datei verbindet.

VSphere stellt diese per Default in einem Datastore namens „vmimages“ bereits, aus dem auch der o. e. automatisierte Bereitstellungsmechanismus das ISO bezieht.

Version muss passen

Die im Gast installierte Version der VMware-Tools sollte stets zur Hardware-Version der virtuellen Maschine passen. Übrigens lässt sich im Web Client einstellen, dass vCenter bei jedem VM-Start das Vorhandensein der VMware-Tools prüft und ggf. auch automatisch das Einbinden des ISOs veranlasst.

Zu guter Letzt kann sich jeder Nutzer einer gültigen Lizenz jederzeit eine „offline“ installierbare Vollversion im ZIP-, EXE- oder ISO-Format der Tools von VMware Download-Center herunterladen und installieren.

Da es wichtig ist, dass die VMware-Tools immer zur  Version der Virtual-Machine-Hardware passen (aktuell ist  Version 11 bei vSphere 6), muss der Admin einen Weg finden, die VMware-Tools für jede VM möglichst aktuell zu halten. Dies ist umso aufwendiger, je mehr unterschiedliche VM-Hardware-Versionen er im Einsatz hat. In größeren Umgebungen lässt sich dies mit vertretbarem Aufwand z. B. per vSphere Update-Manager bewerkstelligen, wie Teil 3 dieses Beitrages zeigt.

 

Weitere Informationen: https://www.vmware.com/files/de/pdf/vmware-tools-installation-configuration_DE.pdf