Aus Europas größten Rechenzentrum

Dedicated Server ab 3,99 pro Monat und ein angeblicher Preiskrieg

| Redakteur: Ulrike Ostler

Mit dem Cloud-Computing können die Kunden in Zukunft vermutlich noch mehr sparen.
Mit dem Cloud-Computing können die Kunden in Zukunft vermutlich noch mehr sparen. (Bild: K.U. Häßler/Fotolia.com)

Zur Einweihung von Europas größtem Rechenzentrum bietet OVH mit der neuesten „Isgenug“-Server-Reihe Dedicated Server ab 3,99 Euro pro Monat, ohne Einrichtungsgebühren. Nach Anbieterangaben ist das dreimal günstiger als vergleichbare Offerten. Gibt es nun einen Preiskrieg?

OVH, im Jahre 1999 von Octave Klaba gegründet, ist nach Angaben von „Netcraft“ aus dem November 2012 europäischer Marktführer und weltweit auf Platz 3 beim Internet-Hosting. Das Unternehmen hostet mittlerweile mehr als 150.000 Server in zwölf Rechenzentren und ist in 16 Ländern auf 3 Kontinenten aktiv.

Mit seinem neuen Rechenzentrum im französischen Gravelines, das in der finalen Ausbaustufe eine Gesamtkapazität von 300.000 Server hat, will OVH den Markt aufwirbeln. Nach eigenen Angeben montiert das Unternehmen rund 400 Server täglich, konfigurierte sie nach Kundenwünschen und liefert sie in weniger als einer Stunde aus.

Die eigene Server-Produktion

Dieses neue Angebot ist das Ergebnis von sechs Monaten Forschung und Entwicklung in den Bereichen Server-Hardware, Routing und Stromversorgung. Denn die Innovationen und umfangreiche Optimierungen sollen den Kunden quasi „konkurrenzlose Preise“ und „Qualität ohne Kompromisse bieten können:

Kurzübersicht über das neue OVH-Angebot
Kurzübersicht über das neue OVH-Angebot (Bild: OVH)

Das Server-Angebot richtet sich an Systemadministratoren, die einen Server zum Testen, Entwickeln, Lernen oder Installieren eines Remote-Desktops suchen. Es eignet sich auch ideal, um auf einem kleinen Server Daten komplett dediziert und privat abzulegen.

Profitbricks und der Phantom-Preiskrieg im Cloud Computing

Zum 1.8 hatte der deutsche Cloud Provider Profitbricks die Preise für Cores und RAM um 50 Prozent gesenkt. Die Instanzen kosten damit nach Anbieterangaben im Vergleich zum Wettbewerb nur die Hälfte, bieten aber doppelte Leistung, wie ein der aktuelle Cloud Spectator Benchmark-Report belegt (http://www.profitbricks.com/de/media/docs/ProfitBricks-Amazon-Rackspace-Cloud-Computing-IaaS-Benchmark-Report.pdf)

Auch Profitbricks will die Kostenvorteile durch geringere Anschaffungskosten und Skaleneffekte an seine Kunden weitergeben – im Gegensatz zu anderen, so Andreas Gauger, Gründer und CMO von Profitbricks.

Er hatte jüngst einen Kommentar zu einem „Phantom-Preiskrieg“ veröffentlicht. Darin heißt es: „Glaubt man den Schlagzeilen, dann liefern sich die Großen im Cloud Computing Markt gerade eine Auseinandersetzung bis aufs Messer um den günstigsten Preis. Egal ob Amazon, Rackspace, Microsoft oder Google: Permanent scheint der Preiskrieg an die Schmerzgrenze des Erträglichen für die Beteiligten zu gehen. Ich sage: viel Lärm um nichts.“

Die Mär von den messerscharfen Kalkulationen

Besonders Amazon rede von seinen angeblich messerscharf kalkulierten Margen im Cloud Computing. Ihr VP Andy Jassy spotte gar über die „alten” Anbieter von Hard- und Software sowie Netzwerktechnologie: „Geschäftsmodelle mit hohen Margen können oder konnten schon funktionieren – nur ist das nicht unser Weg.“ Und mit hohen Margen meine er Rohmargen zwischen 60 und 80 Prozent (siehe: Video).

„Wir sollen also glauben gemacht werden, dass die Margen von Amazon AWS bei weitem niedriger seien. Ach ja“? fragt Gauger. „Wenn wir unsere Kalkulationen mit den Endverkaufs-Preisen von Amazon oder Rackspace machen würden, dann kämen wir bei höheren Rohmargen heraus als die genannten 60 bis 80 Prozent."

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