Intel und Datacenter Infrastructure Management

„DCIM-Tools werden preiswerter und einfacher“

| Autor / Redakteur: vmblog.com/Thomas Drilling* / Ulrike Ostler

Jeffrey Klaus, General Manager für Datacenter Solutions bei Intel, sieht einen prosperierenden DCIM-Markt voraus, weil die Rechenzentrumsplaner und vor allem die -betreiber die Software brauchen.
Jeffrey Klaus, General Manager für Datacenter Solutions bei Intel, sieht einen prosperierenden DCIM-Markt voraus, weil die Rechenzentrumsplaner und vor allem die -betreiber die Software brauchen. (Bild: Intel)

Zu Beginn des Jahres gab es die Gelegenheit, mit Jeffrey Klaus zu sprechen, General Manager für Datacenter Solutions bei Intel. Grundlage war die kürzlich veröffentlichte Studie „Redshift Survey: Intel Data Center Manager“. Welches sind die Erwartungen des Intel-Manager an das DCIM-Segment für 2016?

Unter Datacenter Infrastructure Management (DCIM) versteht man durch Software gestützte Verfahren zur Rechenzentrumsplanung und den –betrieb. Führende Produkte wie das von CA Technologies (CA DCIM) erlauben eine Echtzeit-Überwachung der Leistungsverteilung über das gesamte Datacenter und das Messen oder Vorhersagen von Trends, warnen bei Eintreten von Grenzwerten oder leiten automatisierte Aktionen ein. Ferner erlauben DCIM-Lösungen das Visualisieren und Verwalten von Kapazitäten, so dass Unternehmen ihre Datacenter-Kosten und Operationen besser planen und optimieren können.

Allerdings sind die umfassende Plattformen selten, teuer, aufwändig und komplex, so komplex dass etwa Schneider Electric Nachschulungen für Anwender eingeführt hat. Außerdem tun sich alle DCIM-Werkzeuge schwer, Informationen aus Fremdsystemen zu integrieren und in die Analyse einzubeziehen. Es fehlt unter anderem an adäquaten Schnittstellen.

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Was wird sich in diesem Jahr als wichtigster Trend in großen Rechenzentren erweisen?

Jeff Klaus: Das weitere Anwachsen von Compute-On-Demand-Technologien ist Treiber der verschiedensten Trends im Datacenter, wie Virtualisierung, Konsolidierung, Green-Initiativen und der Zwanh zur Effizienzsteigerung. Hinzu kommt, das einige neue Technologien und Produkte langsam Fahrt aufnehmen, wie das „Facebook Open Datacenter“.

Dabei sind meiner Ansicht nach granulare und akkurate Daten beziehungsweise deren Analyse der Schlüssel, solche Trends und Initiativen weiter voran zu treiben. Die Administratoren brauchen akkurate Daten etwa zu Leistungsverteilung, Temperatur, Klimatisierung und Ressourcennutzung, um die jeweilige Situation besser zu verstehen.

Die zugrundeliegende Untersuchung hat Redshift Research 2015 im Auftrag von Intel erhoben.
Die zugrundeliegende Untersuchung hat Redshift Research 2015 im Auftrag von Intel erhoben. (Bild: Intel)

Wo sehen Sie die größten Konsolidierungschancen durch DCIM und wie sind die Auswirkungen?

Jeff Klaus: Falls Sie nach der Konsolidierung bei DCIM-Herstellern fragen, glaube ich, dass es wie in anderen Bereichen auch zunächst mit einer großen Anzahl von Herstellern losgehen wird, am Ende aber eine Handvoll globaler Player übrig bleiben. Das sind neben einigen regionalen Anbietern sowie Nischen-Hersteller, die sich um spezielle Bereiche bei DCIM kümmern.

Kürzlich hat die Intel-Studie Redshift Survey: Intel Data Center Manager gezeigt, dass über 40 Prozent der Datacenter Manager immer noch auf manuelle Prozesse vertrauen und quasi mit dem Maßband durchs Rechenzentrum laufen, um eine akkurate Planung und Vorhersage zu erzielen. Das aber bindet 40 bis 60 Prozent ihrer Arbeitszeit.

Was wäre im Automatisierungszeitalter aus Ihrer Sicht nötig, die diese Situation zu mildern?

Jeff Klaus: Technik kann heute Power-, Temperatur- und andere Telemetrie-Daten in Echtzeit direkt an den Geräten abgreifen. Die Zeit dafür ist reif. OEMs realisieren dies bei ihren Kunden bereits seit fünf bis sieben Jahren. In der Zeit sind immer mehr intelligente Geräte hinzugekommen, die akkuraten Metriken zu Energieverbrauch, Temperatur, Nutzung, Klima und mehr liefern.

Was wir jetzt dringen brauchen, sind DCIM-Hersteller, die auf ihre Kunden hören und ihnen erlauben, ihre manuellen Prozesse zu automatisieren. Kunden sind heute ja nicht glücklich mit ihren manuellen Prozessen. Sie tun es ja nur, weil es an einfachen und guten Lösungen fehlt, die ihnen akkurate Daten liefern.

Ausfälle kosten richtiges Geld; trotzdem planen manche die Auslasung, das Wachstum, den Energiebedarf gar nicht.
Ausfälle kosten richtiges Geld; trotzdem planen manche die Auslasung, das Wachstum, den Energiebedarf gar nicht. (Bild: Intel)

Sie sehen in 2016 sinkende Kosten für DCIM Technologien. Wenn das so ist, warum?

Jeff Klaus: Wir haben schon in 2015 sinkende Kosten für DCIM-Technologie beobachtet und der Trend wird sich weiter fortsetzen. Wir sprechen viel mit den Nutzern und hören oft, dass die Kosten eine der größten Barrieren für die Adoption von DCIM-Lösungen sind.

Wo liegen die größten Chancen, die Sie persönlich im DCIM-Sektor 2016 sehen?

Jeff Klaus: Offensichtlich ist in 2016 eine größere DCIM-Adoptionswelle zu erwarten. Ich sehe sowohl ein Pusch als auch Pull: Hersteller versuchen, ihre Lösungen stärker in den Markt zu drücken; die Anwendern fragen DCIM aktiver nach, erzeugen also einen Sog.

Doch müssen DCIM-Hersteller auf ihre Kunden hören, und deren Hauptaugenmerk direkt ansprechen, beispielsweise Power- und Klima-Management sowie die Automatisierung der Prozesse. Zudem müssen die Hersteller ihren Job besser machen und den Wert von DICM beziehungsweise den hohen ROI für die potenziellen Kunden sichtbar machen.

*Das Original und der Übersetzer

Erschienen ist das Interview erstmalig im US-Medium vmblog.com. Mit Erlaubnis der Publikation durfte Thomas Drilling das Original übersetzen und DataCenter-Insider das Ergebnis veröffentlichen.

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