vCenter-Troubleshooting

Dateisystem-Reparatur an der VCSA

| Autor: Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Wird die virtuelle vCenter-Appliance VCSA unbeabsichtigt ausgeschaltet statt sauber heruntergefahren, etwa bei einem Hostausfall ohne HA oder eine unvollständigen vMotion-Operation, kann es wie bei jedem anderen Linux auch zu einem korrumpierten Dateisystem führen. Aufgrund der vorgeschalteten Appliance-Shell ist es aber etwas tricky, die notwendigen Dateisystem-Reparatur-Maßnahmen einzuleiten.

Zwar verfügt das unterliegenden Linux (SLES 11 SP3) über ein Journaling Filesystem, das in der Lage ist, sich selbst zu reparieren, dies muss aber nicht in jedem Fall funktionieren.

Das System fordert dann zu einer manuellen Dateisystemreparatur auf. Hierzu ist es erforderlich, das System im Singleuser-Mode zu booten und die Systempartition Readonly zu mounten, wobei zu beachten ist, dass VCSA 6 auf Basis von Suse Linux Enterprise 11 SP3 ein LVM-Partitionslayout verwendet.


Auf die Bootmeldung „Please repair manually and reboot. The rootfile system is currently mounted read-only. To remount it read-write do: bash# mount -n -o remount,rw “ kann man dann nur wie folgt reagieren:

    •  Da bei der VCSA nicht die Bash als Default-Shell verwendet wird, sondern die vorgeschaltete rudimentäre „appliancesh“, ist es nicht möglich, das o. g. Kommando auszuführen, ohne den entsprechenden Grub Booteintrag manuell zu bearbeiten.
    • Hierzu drückt man im Grub-Bootmenü bei markierten Booteitrag für „VMware vCenter Appliance“ zunächst „p“ und gibt anschließend das Grub-Passwort (Default ist „vmware“) ein. Tipp: Hat man bei der ursprünglichen Installation das root-Passwot geändert, sollten root- und Grub-Passwort gleich sein.
    • Bei immer noch markierten Booteintrag „VMware vCenter Appliance“ drückt man jetzt die Taste „e“, um den Booteitrag zu bearbeiten.
    • Hier wechselt man dann zum zweitem mit „kernel..“ beginnenden Eintrag und drückt erneut die Taste „e“.
    • Jetzt ist es möglich, am Ende der Zeile den Eintrag „init=/bin/bash“ anzuhängen und dann Enter zu drücken. Zurück im Grub-Menü drückt man „b“, um das markierte System zu booten.

Ist man dann (diesmal in der Bash) am Maintenance-Screen angelangt, kann man die Systempartition wie beschrieben Readonly einhängen und danach wie unter Linux üblich eine manuelle Dateisystemreparatur einleiten.

mount -n -o remount,rw

fsck -f -c –y

Bei Erfolg, sollte die VCSA anschließend wieder fehlerfrei durchstarten.