Das MariaDB Enterprise Sommer Release 2015

Das neue "M" im LAMP-Stack

| Autor / Redakteur: Jan Schulze* / Ulrike Ostler

Der LAMP-Stack bildet sich bisher aus Linux, Apache, MySQL und Perl/Python/PHP . Doch verdrängt MariaDB die Konkurrenz MySQL?
Der LAMP-Stack bildet sich bisher aus Linux, Apache, MySQL und Perl/Python/PHP . Doch verdrängt MariaDB die Konkurrenz MySQL? (Bild: Coloures-pic / Fotolia.com)

Gut sechs Jahre nach der Abspaltung von MySQL hat MariaDB in vielen Bereichen die heute zu Oracle gehörende „MySQL“-Datenbank als Basis zahlreicher Installationen verdrängt. Der Fokus auf Hochverfügbarkeit und Skalierbarkeit scheint sich auszuzahlen. Mit dem aktuellen Sommer-Release der Enterprise-Version von „MariaDB“ bestätigt diesen.

Das Herz des Internets ist der LAMP-Stack: Linux, Apache, MySQL und Perl/Python/PHP bilden als Open-Source-Lösungen seit langem die Basis für dynamische und funktional reiche Web-Anwendungen, die kostengünstig betrieben werden können. Seit einiger Zeit ist jedoch eine Entwicklung im Gange, die dabei ist, das M in LAMP auszutauschen: MariaDB, ursprünglich ein Fork von MySQL, hat sich rasant weiterentwickelt und ist heute eine wichtige Stütze in der IT vieler Unternehmen.

Fast alle großen Linux-Distributionen enthalten inzwischen MariaDB als Standard-Datenbanksystem. Und auch der Internet-Konzern Google nutzt MariaDB und trägt zur Entwicklung bei.

Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Entwicklung von MariaDB richtet sich nach Firmenangaben Angaben am Bedarf der Unternehmen und kritischer Infrastrukturen aus. Hochverfügbarkeit, Skalierbarkeit und einfaches Management zeichneten die Open-Source-Lösung aus. Mit dem aktuellen Sommer-Release der Enterprise-Version will die Firma diesen Weg weiter gehen und nutzt die Erfahrung des MySQL- und MariaDB-Schöpfers Michael „Monty“ Widenius sowie von zusammen 400 Jahren Entwicklungserfahrung mit MySQL.

Der duale Open-Source-Ansatz

Die als Subscription für den kritischen Bereich verfügbare Enterprise-Variante von MariaDB beinhaltet plattformoptimierte Server-Binärdateien für den Unternehmenseinsatz auf Basis des Open-Source MariaDB Servers sowie diverse Werkzeuge, Konnektoren und Dienste, um den Anforderungen unternehmenskritischer Anwendungen zu entsprechen. Der Markt scheint diesen dualen Ansatz allgemein positiv aufzunehmen.

So beobachtet das Marktforschungsunternehmen Gartner in seinem Bericht „The State of Open-Source RDBMSs“ vom April dieses Jahres: „Viele unserer Kunden haben eine duale RDBMS-Strategie: Sie kombinieren ein Open-Source-RDBMS mit einer kommerziellen DBMS-Engine.“

Viele setzten OSDBMS auch für mehr Anwendungen als ursprünglich geplant ein. „Wir denken, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, so dass 2018 mehr als 70 Prozent der neuen Inhouse-Anwendungen auf einem OSDBMS entwickelt werden. Unternehmen, die sich für ein Open-Source-DBMS (OSDBMS) Lizenzmodell entscheiden, profitieren von wesentlich geringeren Kosten als bei einem kommerziellen Geschäftsmodell - speziell im Rahmen der gehosteten Cloud-Datenbanken und als Datenbank-Dienst-Angebot (dbPaaS)“, soweit die Gartner-Analysten.

Die jüngsten Features

Patrik Sallner, CEO von MariaDB., weist auf Folgendes hin: „In nur fünf Jahren ist die Häufigkeit des Einsatzes von MariaDB für neue Anwendungen und die Migration auf MariaDB von MySQL und anderer RDBMS enorm angestiegen. Durch das Sommer Release 2015 von MariaDB Enterprise können unsere Kunden und Partner noch weitere Vorteile realisieren.“

Dazu zählt er:

Entwickler-Enablement und DevOps Produktivität

  • Werkzeuge: Docker Image, Chef Recipes & Cookbooks
  • Start von E-Mail-Benachrichtigungen und externen Skripten via MaxScale Event-Trigger
  • Optimierte und überprüfte MariaDB Enterprise Server-Binärdateien

Zuverlässigkeit und Sicherheit

Client-seitige SSL-Unterstützung in „Maxscale“

Integrierte Fehlererkennung und Ausfallsicherung durch Maxscale

Schutz vor SQL-Injections

Sicherheit beginnt bei der Datenbank

Schutz vor SQL-Injections

09.07.15 - Ein weit verbreitetes und altes Mittel, um Unternehmen online anzugreifen, sind SQL-Injections: Das Einschleusen von bösartigen Befehlen in Datenbankabfragen im Internet. Der Schutz davor ist komplex und muss auf Datenbankebene erfolgen. Mit dem Datenbank-Proxy „MariaDB Maxscale“ können Unternehmen und Anwender eine zusätzliche Sicherheitsschicht einfügen. lesen

Skalierbarkeit

Erweiterung des MaxScale Binlog- Servers zur Unterstützung von MariaDB 10 Master und Slaves

Leistung

15 Prozent Leistungssteigerung durch optimierte Binärdateien für MariaDB Enterprise Cluster 5.5 und 10.0 auf Red Hat Enterprise Linux / CentOS 6 und 7

Subsriptionsverwaltung

Die Verwaltung der Subscription über das MariaDB Kundenportal wurde erweitert, um alle Benachrichtigungen und Produktschlüssel anderer Anbieter über das Portal zu verwalten.

„Das MariaDB Sommer Release liegt gut im Trend, Unternehmen setzen mehrere Datenplattformen parallel ein, denn keine Plattform deckt alles ab“, meint John Myers, Managing Research Director bei Enterprise Management Associates (EMA). „Nachdem Kunden schnellere Umsetzung und raschere Sicht auf ihre Daten bevorzugen, kommt ihnen die neue Funktionalität der elastischen Datenbank-Plattform von MariaDB entgegen, durch die Unternehmen Verbesserungen schneller implementieren und ableiten können."

* Jan Schulze ist freier Journalist.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43529886 / Software)