VMware vSphere 6

Das müssen Sie vor der Verwendung von vMotion beachten

| Autor: Thomas Joos

Das müssen Sie vor der Verwendung von vMotion beachten
Das müssen Sie vor der Verwendung von vMotion beachten (Thomas Joos)

Grundsätzlich überprüft vSphere vor dem Verschieben einer VM über vMotion, ob die VM auf dem Ziel-Host betrieben werden kann. Allerdings ist die Überprüfung sehr oberflächlich. Auch wenn die Kompatibilität grundsätzlich sichergestellt ist, besteht durchaus die Möglichkeit, dass eine VM nach dem Verschieben nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert.

Sie sollten daher vorher manuell überprüfen, ob alle Voraussetzungen einer VM auch auf dem Ziel-Host getroffen sind. Das gilt vor allem bei der Konfiguration der virtuellen Netzwerke. Denn hier überprüft der Assistent nicht, ob die virtuelle Switch auch wirklich mit dem physischen Netzwerk verbunden ist und fehlerfrei summiert. Der Assistent überprüft lediglich, ob die generelle Netzwerkanbindung der VM auf dem Ziel-Host virtuell gegeben ist.

Die Verwendung von vMotion ist einer der Gründe, warum Sie möglichst identische Hosts mit möglichst identischen Einstellungen verwenden sollten. Denn wenn die Hardware und die Konfiguration übereinstimmen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass nach dem Verschieben einer VM über vMotion alles wie zuvor funktioniert.

Verschieben Sie nur den Speicher eine VM, müssen Sie wiederum sicherstellen, dass der neue Datenspeicher genauso leistungsstark ist wie der ursprünglich Datenspeicher. Auch das wird von vSphere nur unzureichend überprüft.

Bevor Sie vMotion nutzen, sollten Sie sicherstellen, dass alle beteiligten Hosts optimal lizenziert und konfiguriert sind. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die einzelnen Hosts schnellen und leistungsstarken Zugriff auf die beteiligten Datenspeicher haben. Ideal funktioniert das natürlich mit einem Fibre-Channel SAN oder iSCSI-Speicher.

Damit Sie vMotion nutzen können, müssen Sie mindestens eine Port Gruppe zur Verfügung haben, die für den vMotion-Datenverkehr konfiguriert ist. Die Option müssen Sie in den Einstellungen der entsprechenden Port Gruppe für den VMkernel erst aktivieren.

Nutzen Sie vMotion aktiv, kann es sinnvoll sein, dass sie eine eigene Port Gruppe und eigene Netzwerkadapter speziell für vMotion zur Verfügung stellen. Nachdem Sie die Port Gruppe erstellt haben, die mehrere physische Netzwerkadapter verwenden kann, haben Sie auch die Möglichkeit über die Eigenschaften dieser Port Gruppe das NIC-Teaming zu aktivieren.

Sobald Sie auf jedem Beteiligten Host eine VMkernel-Portgruppe für die Unterstützung von vMotion aktiviert haben, können Sie diese Funktion nutzen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, mehrere Netzwerkadapter, und damit auch mehrere Portgruppen für das gleichzeitige Verschieben von VMs über vMotion zu nutzen.

Dazu erstellen Sie zum Beispiel ein neues virtuelles Netzwerk für den VMkernel und weisen mehrere physische Netzwerkadapter zu. Aktivieren Sie für den neuen VMkernel-Adapter dann die Option den vMotion-Datenverkehr verwenden zu dürfen. Dadurch haben Sie die Möglichkeit mehrere physische Netzwerkadapter für vMotion zu nutzen.

Wenn Sie mit Standard-Switches arbeiten, müssen Sie darüber hinaus sicherstellen, dass die Bezeichnungen der Portgruppen für virtuelle Maschinen auf allen Hosts identisch sind. Unterscheiden sich die Namen und Bezeichnungen, erhalten Sie bei der Migration über vMotion Fehlermeldungen. Außerdem lässt sich in diesem Fall die VM nicht mit dem Netzwerk verbinden.