Konvergenz und Hyperkonvergenz

Das erwartet die Firmen-IT im Jahr 2016

| Autor / Redakteur: Volker Wenzel* / Ulrike Ostler

Noch läuft das Jahr 2016 quasi an - Zeit für Prognosen und Reflektionen.
Noch läuft das Jahr 2016 quasi an - Zeit für Prognosen und Reflektionen. (Bild: Coloures-pic/ Fotolia.com)

Im Jahr 2015 hat man viel über DevOps, Big Data, Containerisierung, Umsetzung von Cloud Strategien und das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) gehört. Was aber bedeuten diese Trends für das Rechenzentrum? VCE-Manager Volker Wenzel schaut in die Glaskugel.

Welche Auswirkungen haben die transformativen Kräfte auf Unternehmen im Jahr 2016, mit Blick auf stagnierende Budgets und überlastete IT-Abteilungen? Wie können CIOs den digitalen Wandel in ihren Unternehmen ermöglichen und diesen nutzen, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen und den Erfolg im kommenden Jahr zu steigern?

Hyperskalierung ist mehr als nur ein Hype

Hyperskalierbare Rechenzentren – basierend auf modularen (hyper)konvergenten Infrastrukturarchitekturen zur Unterstützung der heute weltweit agierenden, dauerhaft vernetzten Geschäftsprozesse – verändern die Wertschöpfungskette im Vergleich zum herkömmlichen Rechenzentrumsbetrieb durch eine massive Erleichterung in der Bereitstellung, Wartung und Skalierung komplexer Systeme. Doch diese Entwicklung steht gerade erst am Anfang. Die Evolution und Adaption konvergenter und hyperkonvergenter Infrastruktur hat gerade erst begonnen.

Natürlich haben Virtualisierung, Software Defined Storage (SDS), Container und Mikroservices bereits heute Einfluss auf die Architektur moderner Rechenzentren: ein größtmöglicher Virtualisierungsgrad ist beispielsweise ein wichtiger KPI für nahezu jede IT Organisation. Darüber hinaus erhöhen moderne Technologien im Bereich SDS und Mikrosegmentation den Auslastungsgrad der RZ-Infrastruktur. Damit jedoch nicht genug.

Der IDC-Studie „IDC Reveals Datacenter Predictions for 2015“ zufolge werden neue Compute- und Speichertechnologien zukünftig vorwiegend in hyperskalierbaren Rechenzentren eingesetzt. Demnach sollen bis 2017 rund 70 Prozent dieser neuen Speicher- und 50 Prozent der Compute-Technologien in hyperskalierbaren Rechenzentren eingesetzt werden.

Bis 2018 soll es in den globalen Rechenzentren etwa zehnmal mehr CPU-Kerne als Menschen geben, 77 Milliarden sind prognostiziert. IDC geht weiter von einer Verdopplung des jährlichen Wachstums aus. Alte RZ-Konzeptionen und Infrastrukturgenerationen müssen abgelöst werden, damit sich Unternehmen besser auf die bevorstehenden Aufgaben der beginnenden Epoche der digitalen Transformation vorbereiten können.

Orchestrierung und Automatisierung

Im Hinblick auf die genannten Entwicklungen eines massiven Wachstums der IT-Kennzahlen in Rechenzentren stellt sich die Frage der Übersicht und Kontrolle über die verwendeten Ressourcen. Orchestrierung kann die damit einhergehenden Risiken entscheidend mindern. Sie fungiert als Bindeglied zwischen den verschiedenen Technologien und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.

Automatisierte Orchestrierung kann eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Kapazitäten und Performance zur Erfüllung kurzfristiger Anforderungen nach oben und nach unten zu skalieren. Entsprechende Tool-Stacks ermöglichen die Bereitstellung einer kompletten Palette an IT-Services. Es ist davon auszugehen, dass eben diese Tools in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen und essentieller Bestandteil (hyper)konvergenter Lösungen werden.

Rechenzentren der nächsten Generation müssen sich mithilfe intelligenter Dimensionierungs- und Orchestrierungstools ständig an neue Anwendungsfälle und variable Workloads anpassen lassen. Die Zukunft sind sich selbst steuernde Rechenzentren.

Private Clouds vereinen Innovationskraft und Kontrolle

Während bisher die Public Cloud im Fokus stand, rückt nun die Private Cloud immer mehr in den Blickwinkel der CIOs. Der größte Teil der digitalen Transformation, wie die Entwicklung von Anwendungen der nächsten Generation und die intelligente Verknüpfung von Datenströmen als Bestandteil von Kernprozessabläufen wird in den kommenden Jahren in Privaten Clouds stattfinden. Laut der 451 Research Group im Bericht „Shift in enterprise approach to cloud is good news for MTDCs“ nahmen 68 Prozent der Hosting-Kunden Anwendungen oder Daten aus der Public Cloud und migrierten diese entweder in eine lokale oder gehostete Private Cloud.

Infrastructure as a Service (IaaS): die Zukunft für erfolgreiche Anwendungen

Von optisch-elektronischen Chips und NAND-Flash-Speicher bis hin zu softwarebasierter Infrastruktur und cloud-basierten Anwendungen – traditionelle Geschäftsmodelle werden infrage und ganze Branchen auf den Kopf gestellt. Anwendungen der neuen Generation sind nicht nur intelligent und können schnell angepasst werden, sie lassen sich außerdem bedarfsorientiert bereitstellen und helfen Unternehmen dabei Geschäftsentscheidungen auf Basis digital bereitgestellter Informationen schneller zu treffen.

Bisher mussten Entwickler in Enterprise-Umgebungen wochen- oder sogar monatelang auf die Bereitstellung der nötigen Server-, Netzwerk- und Speicherressourcen mit den richtigen Betriebssystemen, Software-Anwendungen und Tools warten, die dann nur wenige Tage für die Entwicklung benötigt wurden. Unternehmen erwarten heute sofortigen Zugriff auf Daten und Anwendungen und Verbraucher stellen ähnliche Anforderungen: Sie erwarten eine stabile Multimedia-Erfahrung, die persönliche Informationen schützt und mit den verwendeten Endgeräten kompatibel ist.

VCE-Manager Volker Wenzel: "Alte RZ-Konzeptionen und Infrastrukturgenerationen müssen abgelöst werden, damit sich Unternehmen besser auf die bevorstehenden Aufgaben der beginnenden Epoche der digitalen Transformation vorbereiten können."
VCE-Manager Volker Wenzel: "Alte RZ-Konzeptionen und Infrastrukturgenerationen müssen abgelöst werden, damit sich Unternehmen besser auf die bevorstehenden Aufgaben der beginnenden Epoche der digitalen Transformation vorbereiten können." (Bild: VCE)

Schlussendlich sollten Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation konvergente und softwarebasierte hyperkonvergente Infrastrukturen berücksichtigen, denn diese eignen sich sowohl für die Migration des Bestandes von Anwendungen in klassischen Client/Server-Architekturen, die eine zuverlässige Infrastruktur und kontinuierliche Performance erfordern, als auch für native Cloud-Anwendungen, die von Grund auf verteilt ausfallsicher skalieren und die nötige Kompatibilität für hyperkonvergente Infrastrukturen mitbringen. Angesichts der steigenden Komplexität von Technologien, Sicherheitsbedrohungen und sich verändernden Geschäftsanforderungen wird der Bedarf nach IT-Infrastrukturkomplettlangebote immer größer.

* Volker Wenzel arbeitet als Manager Presales Germany bei VCE.

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