Dell kämpft gegen Vorurteile und positioniert sich endgültig als IT-Komplettanbieter

Das Dell-Update und Michael Dell im Interview

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Bühne in der exhibition hall während der Dell World 2014 in Austin, Texas
Bühne in der exhibition hall während der Dell World 2014 in Austin, Texas (Bild: Kriemhilde Klippstätter)

Ein Jahr nachdem Michael Dell seine Company erfolgreich reprivatisiert hat, ist ihm die Freude darüber immer noch ins Gesicht geschrieben. Auf der diesjährigen „DellWorld 2014“ gab er sich sehr entspannt – auch, weil die Konkurrenz ihm zuarbeitet.

Die diesjährige Leistungsshow Dell World 2014 des IT-Anbieters aus Texas machte endgültig deutlich, dass zumindest mit zwei Vorurteilen aufgeräumt werden muss: Dell ist kein Direktanbieter mehr, zumindest kein ausschließlicher.

Vor sieben Jahren wurden die Vertriebswege mit Distributoren und Händler ausgebaut. Mittlerweile erzielt der Hersteller damit rund 40 Prozent seiner Einnahmen, einige Insider sprechen gar von einem Anteil von 50 Prozent.

Den raschen Erfolg der Umsätze mit dem Channel erklären die Verantwortlichen nicht zuletzt damit, dass die Konkurrenz tatkräftig mithelfe. IBM- und HP-Händler suchten nach Alternativen, seit die big players eigene Unternehmensteile verkaufen oder abspalten.

Das Image als „Boxenschieber“

Die zweite Abqualifizierung, Dell sei ein bloßer „Boxenschieber“, der sich auf Standardprodukte ohne eigenes Engineering verlasse, muss spätestens seit einem Jahr revidiert werden. Damals wurde die Abteilung „Dell Research“ gegründet, die von Jai Menon geleitet wird. In diesem Jahr konnte Menon erste Erfolge vorweisen, etwa das Konzept einer „High Velocity Cloud“.

Die Hochgeschwindigkeits-Architektur ist für Netzbetreiber gedacht. Sie basiert auf optimierten Standard-Servern, die laut Hersteller damit zwanzig Mal so viele netzwerkintensive Aufgaben bewältigen können als bisher: „Damit lässt sich beispielsweise der gesamte Mobilfunkverkehr in einer mittelgroßen Stadt mit nur einem Viertel der ansonsten benötigten Server- und Netzwerkkapazitäten bewältigen“, verspricht Menon. Zudem könnten Netzbetreiber immens Zeit beim Roll-out neuer Dienste einsparen, der sich dank Hochgeschwindigkeits-Cloud in wenigen Minuten statt wie bisher in Monaten realisieren lasse.

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Die Analyse

Ein anderes Forschungsprojekt betrifft die Analyse großer Datenmengen, wo Dell nach Wegen für „Prescriptive Analytics“ sucht. Das sei mehr als das bisher verwendete Verfahren der „Predictive Analytics“ erklärt Menon. „Mit dem aufwändigeren Verfahren kann nicht nur ein Zukunftsverhalten vorhergesagt werden, sondern es sollen auch Lösungen vorgeschlagen oder Aktionen angestoßen werden.“

Ebenfalls relativ neu ist die Softwareabteilung, die von John Swainson geleitet wird. Sie konzentriert sich auf Lösungen für das Data Center, das Management der mobilen Belegschaft und der Informationen und beinhaltet auch Sicherheitskomponenten für Data Protection und Security. Swainson berichtet von zweistelligen Wachstumsraten gegenüber 2013 und dass in diesem Jahr bereits zwei Milliarden Dollar eingenommen wurden.

Neu angekündigt wurde unter anderem der „Dell Cloud Marketplace“ (siehe: Abbildung 10), auf dem laut Swainson „Cloud-Anbieter und Kunden zusammengebracht werden sollen“. Mit an Board sind bislang die IaaS-Partner Amazon, Google und kalifornische Joyent. Es bleibt abzuwarten, ob die Kundschaft diesen Beratungsservice von Dell annimmt.

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