Cisco Global Cloud Index für die Jahre 2012 bis 2017

Cloud Computing lässt Datenverkehr in Rechenzentren anschwellen

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Oliver Tuszik, Geschäftsführer von Cisco Deutschland, sieht Digitalisierung als Treiber des wachsenden Datenverkehrs an.
Oliver Tuszik, Geschäftsführer von Cisco Deutschland, sieht Digitalisierung als Treiber des wachsenden Datenverkehrs an. (Cisco)

Cloud Computing bestimmt zunehmend den Datenverkehr in Rechenzentren. Laut dem Cisco Global Cloud Index erhöht sich das weltweit durch die Cloud erzeugte Datenvolumen innerhalb von fünf Jahren um das 4,5-Fache.

Der Datenverkehr in Rechenzentren, der durch Cloud Computing verursacht wird, wächst jährlich um 35 Prozent. Bis 2017 schwillt das entsprechende Datenvolumen auf insgesamt 5,3 Zettabyte an – das 4,5-Fache der 2012 erzeugten Menge. So lautet eine Prognose des Cisco Global Cloud Index (2012-2017), den der Netzwerkriese jährlich erstellt. Damit erhöht sich der Cloud-Anteil am gesamten Datenverkehr im Rechenzentrum von 46 Prozent im vergangenen Jahr auf 69 Prozent im Jahr 2017.

Der gesamte weltweite Datenverkehr in Rechenzentren wird sich innerhalb des Studienzeitraums auf 7,7 Zettabyte verdreifachen, wie Cisco vorhersagt. Etwa 17 Prozent der Daten werden von Anwendern erzeugt, die Web-Seiten und soziale Netzwerke oder über das Internet verbundene Geräte nutzen. Gut Dreiviertel des Traffics entfallen auf Prozesse innerhalb der Rechenzentren, etwa auf Datenverschiebungen zwischen verschiedenen Servern oder zwischen Servern und Storage-Systemen. Der Verkehr zwischen Rechenzentren, beispielsweise zur Datenreplikation oder für Updates, macht einen Anteil von sieben Prozent aus.

Moderatere Zunahme des Traffics in Westeuropa

In Westeuropa wächst der Cloud-Datenverkehr in Rechenzentren von 2012 bis 2017 jährlich „nur“ um 28 Prozent, das Datenvolumen erhöht sich um das 3,4-Fache auf 770 Exabyte. Überdurchschnittlich stark nimmt der Cloud-Traffic dagegen in den Regionen Naher Osten und Afrika (57 Prozent), Asien-Pazifik (43 Prozent) und Zentral-/Osteuropa (36 Prozent) zu.

„Das starke Wachstum ist ein globaler Trend“, kommentiert Oliver Tuszik, Vorsitzender der Geschäftsführung von Cisco Deutschland, die aktuelle Studie. Dafür verantwortlich macht der Manager die zunehmende Digitalisierung, deren wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stellenwert sich weiter erhöhen werde. „Wir erwarten in den kommenden Jahren eine große Steigerung des Cloud-Verkehrs“, folgert Tuszik daraus. „Dafür sollten wir uns technologisch bereit machen.“

Deutsche Festnetze sind Cloud-ready

Für die Studie hat Cisco auch die Leistungsfähigkeit der Netze in den einzelnen Ländern analysiert. Um sich für die Nutzung von Cloud-Diensten zu eignen, sollten Netzwerke eine Geschwindigkeit von mindestens 2.500 Kilobit pro Sekunde (kbps) im Download und 1.000 kbps im Upload erreichen sowie eine Latenz von weiniger als 100 Millisekunden (ms) aufweisen. In Deutschland wurden bei Festnetzen durchschnittlich 16.218 kbps Download-, 2.594 kbps Upload-Geschwindigkeit und 51 ms Latenzzeit gemessen.

Bei den mobilen Netzwerken besteht dagegen Nachholbedarf. Vor allem Business-Netze kommen in Deutschland mit durchschnittlich 4.549 kbps Download-, 1.518 kbps Upload-Geschwindigkeit und 129 ms Latenz auf deutlich schwächere Werte als Netze in vergleichbaren Ländern wie etwa in Dänemark. □

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