Hyperkonvergenz und Cloud-Enablement

Cisco kauft, bringt Cloud in UCS, Nexus und die DNA

| Redakteur: Ulrike Ostler

Cisco Hyperflex ist das System für Hyperkonvergenz.
Cisco Hyperflex ist das System für Hyperkonvergenz. (Bild: Cisco)

Cisco kommt mit einer Reihe „neuartiger Technologien“ für Rechenzentren in den Bereichen Netzwerk, hyperkonvergente Infrastruktur und Hybrid Cloud-Orchestrierung auf den Markt. Sie sollen insbesondere die Installation anwendungszentrierter Hybrid Clouds ermöglichen.

Zu den jüngsten Techniken, die Cisco für hybride Clouds angekündigt hat, zählen Angebote für Rechenzentren, Cloud-fähige Switches und hyperkonvergente Produkte.

Die „Hyperflex“-Serie ist eine Plattform zur Installation von Unternehmensanwendungen im Rechenzentrum sowie in Niederlassungen und entlegenen Orten. Sie basieren auf der „UCS“-Plattform (UCS = Unified Computing System) des Herstellers und einem neuen Architektur-Ansatz für hyperkonvergente Infrastrukturen. Sie sollen die richtlinienbasierte Automatisierung von Anwendungen über Netzwerk, Server und Storage hinweg vereinfachen können. Zudem bieten sie eine deutlich höhere Performance und Flexibilität sowie einfacheren Betrieb von Microservices, Containern, neuartigen Anwendungen und Clouds.

Zu den Vorteilen gehören im Einzelnen:

  • Plug-and-Play-Installation in wenigen Minuten mit flexibler, anpassungsfähiger und unabhängiger Skalierung von Netzwerk, Server und Storage
  • Leistungsfähige Daten-Management-Services wie schnelles Klonen und Snapshots, inklusive Deduplizierung sowie Kompression, erfordern bis zu 80 Prozent weniger Speicherplatz
  • 30 Prozent weniger Gesamtkosten und bis zu 40 Prozent höhere Performance als vergleichbare Produkte trotz erweiterter Hyperkonvergenz für ein breiteres Spektrum an Workloads

Simplivity auf UCS

Zu den neuen hyperkonvergenten Plattformen gehört die Appliance Simplivity, die jetzt auf UCS- Rack-mount Server „C240“ läuft – inklusive unified Management und vereinfachtem Datenschutz. Gedacht ist dieses System für Rechenzentren, aber auch für remote arbeitende Standorte (ROBOs). Denn das System bietet Hypervisor-, Compute-, Storage-, Network-Switching- sowie Data-Protection-Funktionen. Zudem sollen sich sowohl die Performance bei den Applikationen als auch im Wide Area Network (WAN) verbessern lassen sowie die Produktivität der Mitarbeiter erhöhen.

Unter anderem zentralisiert “Omnistack” das Management. Deshalb müssen Unternehmen nicht in allen Niederlassungen IT-Expertise zur Verfügung stellen. Über so genannte an die Bandbreite geknüpfte „constrained WAN –Links” vereinfachen sich Backups.

So verfügen ROBOs typischerweise nicht über große Bandbreiten, und das verhindert ein volles Backup über das WAN. Deshalb sorgen viele Unternehmen lokal für Backups. Das aber verursacht Intransparenz; denn die zentrale IT weiß schlichtweg nicht, was andernorts vor sich geht.

Simplivity beansprucht außerdem für seine Technik ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als bei den hyperkonvergenten Systemen der Mitbewerbern. Jesse St. Laurent, Vice president of Product Strategy, sagt: „Das Beste an Simplivity ist, dass wir alle Funktionen unserer hyperconvergenten Lösung auch noch zu einen niedrigerem Preis anbieten können als andere.”

Cisco Nexus 9200 Datacenter Switches
Cisco Nexus 9200 Datacenter Switches (Bild: Cisco)

Neuartige Nexus Switches

SDN-fähige Nexus Switches mit 10/25/40/50/100 Gigabit pro Sekunde sollen die benötigte Skalierbarkeit, Telemetrie und Sicherheit für verteilte Container und Microservices bieten. Zudem ermöglichen sie verlustfreien Datenverkehr für IP-Storage und hyperkonvergente Infrastrukturen.

  • Basierend auf Cisco ASIC ermöglichen die Switches der nächsten Generation erstmals die Migration zu 25/50/100 Gbps zu den Kosten und mit der Dichte heutiger 10/40 Gbps-Netzwerke. Die neuen Nexus 9000 Switches bieten:
  • Unterstützung von bis zu 100 Gbps mit 25 Prozent höherer Non-Blocking-Performance, größerer Zuverlässigkeit, geringerem Energieverbrauch und 50 Prozent weniger Kosten
  • Echtzeit-Netzwerktelemetrie für 100 G ermöglicht durchgängige Sicherheit mit Netflow und umfassendes Troubleshooting
  • Bis zu zehnfache Skalierung bei IP-Adressen und Endpunkten sowie Unterstützung von über einer Million Container pro Rack
  • Cloud-Services mit adaptiver Kapazitäts- und Auslastungskontrolle für verlustfreien Datenverkehr
  • Support künftiger hyperkonvergenter Infrastrukturen und Anwendungen basierend auf Microservices und Container

Weitere Produktneuigkeiten

Zusätzlich hat Cisco folgende neue Lösungen angekündigt:

  • Software-Erweiterungen ermöglichen ACI-Support für Nexus 7000 Switches
  • Neue Nexus 3000 Data Center Switches mit 25/50/100Gbps
  • Cisco Nexus Fabric Manager automatisiert das komplette Fabric Lifecyle Management inklusive Snapshots und Rollbacks mit Hilfe einer einfach nutzbaren Web-Oberfläche

Cisco-Grafik für die "Digital Network Architecture"
Cisco-Grafik für die "Digital Network Architecture" (Bild: Cisco)

Cisco bietet neue Digital Network Architecture

Die „Cisco Digital Network Architecture“ (DNA) erweitert die eigene rechenzentrumsbasierte Technologie „Application Centric Infrastructure“ (ACI) durch einen richtlinienbasierten Ansatz und eine Software-Strategie für das Netzwerk: von der Zentrale zu Niederlassungen, drahtlos und kabelgebunden, vom Kern bis zum Rand. Cisco DNA wird innerhalb der „Cisco One“-Software-Familie angeboten, mit laut Hersteller „einfacher“ Software-basierter Lizenzierung, Investitionsschutz und Flexibilität.

Rob Soderbery, Senior Vice President for Enterprise Products and Solutons bei Cisco, erläutert: „Die Abkürzung DNA ist kein Zufall, denn wir ändern fundamental die DNA der Netzwerktechnologie. Cisco DNA vereint die Prinzipien Virtualisierung, Automatisierung, durchgehende Analysen, Service Management aus der Cloud sowie Offenheit, Erweiterbarkeit und Programmierbarkeit auf jedem Layer.“

Zu den wichtigsten Neuerungen und der DNA Automatisierung gehört:

  • APIC-Enterprise Module (APIC EM): Die neue Version des „Cisco Enterprise Controller“ ist erhältlich. Sie eignet sich für mehr als 100 Deployments mit bis zu 4.000 Geräten in einer Instanz.
  • Cisco Plug and Play: Die Automatisierungssoftware vermeidet das Konfigurieren oder Vor-Ort-Ausrollen an entfernten Orten, das bis zu 2.000 Euro pro Gerät kosten kann. Der Plug-and-Play-Agent reduziert zudem die Installationszeit von vier Wochen auf wenige Tage.
  • Einfache Quality of Service: Der Easy QoS Service ermöglicht die dynamische Aktualisierung der netzwerkweiten Einstellungen zur angemessenen Priorisierung anhand der Anwendungsrichtlinien.
  • Intelligentes WAN: Dieser Service automatisiert das IWAN Deployment und Management. Er bietet dabei größere Flexibilität und ermöglicht die schnelle Konfiguration eines Niederlassungsbüros mit nur 10 Klicks.
  • Cisco IOS XE: Die Programmierbarkeit, Controller-basierte Automatisierung und Service-Fähigkeit des Netzwerk-Betriebssystems wurde nach Herstellerangaben verbessert. Es bietet nunmehr offene APIs für Drittanbieter, Software-definiertes Management, Application Hosting und Virtualisierung.
  • Enterprise Network Function Virtualization (NFV): Diese Technik enthält den vollständigen Software Stack – Virtualization Infrastructure Software, Virtualized Network Functions (VNFs) und Orchestrierungsservices.

Cisco DNA wird über das Cisco One Software-Modell vertrieben. Ab sofort verfügbar sind Cisco APIC-EM, Cisco Plug and Play, Cisco Easy QoS Beta sowie Cisco IWAN. Cisco Enterprise NFV ist in der ersten Jahreshälfte 2016 erhältlich.

Übernahme von Cliqr

Cisco hat außerdem angekündigt, das Unternehmen Cliqr Technologies Inc. übernehmen zu wollen. Die Plattform „Cliqr Cloud Center“ ermöglicht Kunden eine umfassende und doch einfache anwendungszentrierte Orchestrierung von Private, Hybrid und Public Clouds.

Mit der einheitlichen, intuitiven Plattform können Kunden den gesamten Lebenszyklus einer Anwendung in allen hybriden Umgebungen verwalten. Die Cliqr Plattform verbindet Geschäftsapplikationen mit heterogenen Rechenzentrums-Infrastrukturen auf Basis von Bare-Metal, Containern oder virtualisierten Umgebungen.

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