Forschungskonsortium entwickelt neuartige Cloud-Orchestrierungs-Appliance

Automatisierung der Planung und Steuerung von Rechenzentren

| Redakteur: Ulrich Roderer

CORA will mit der Planung und dem Bau Cloud-basierter Rechenzentren technisches Neuland betreten: das System soll den Planungsprozess mit Analysen und Vorschlägen unterstützen.
CORA will mit der Planung und dem Bau Cloud-basierter Rechenzentren technisches Neuland betreten: das System soll den Planungsprozess mit Analysen und Vorschlägen unterstützen. (Bild: © frank peters - Fotolia.com_39514361_XXL)

Drei Partner treten an, gemeinsam ein Planungs- und Steuerungssystem für die Bereitstellung und den Betrieb von Cloud-basierten Rechenzentren zu entwickeln: fluid Operations, Christmann und die AG Kognitronik und Sensorik im Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology der Universität Bielefeld. Das Projektziel ist die Entwicklung einer Cloud-Orchestrierungs-Appliance (CORA).

Die Kooperation findet im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM), eines bundesweiten technologie- und branchenoffenen Förderprogramms für mittelständische Unternehmen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), statt. Das Gesamtbudget für das Projekt beträgt 865.953 Euro bei einer Laufzeit von Januar 2013 bis Juni 2014.

CORA will mit der Planung und dem Bau Cloud-basierter Rechenzentren technisches Neuland betreten. Das System soll den Planungsprozess mit Analysen und Vorschlägen unterstützen. Das System überprüft beispielsweise, ob die I/O-Leistung für Netzwerke und Speicherkarten erreicht ist. Falls nicht, empfiehlt CORA entsprechende Anpassungsmaßnahmen. Auf dieser Basis werden Netzwerkpläne und detaillierte Angebote erstellt. Freigabestufen können als Workflow integriert werden.

Schnelle Planung

In der Aufbauphase soll CORA mit Software-Assistenten Schritt für Schritt durch den Aufbau der Infrastruktur leiten. Bei Schwierigkeiten bietet das System detailliertere Hinweise und Informationen aus einer semantischen Bibliothek, die die Verknüpfung unterschiedlichster Informationsquellen ermöglicht. Automatisierte Testläufe überprüfen den erfolgreichen Aufbau der Infrastruktur.

Während der Betriebsphase laufen in CORA alle relevanten Informationen aus dem Rechenzentrum zusammen. Das System erkennt Systemengpässe und steuert die Orchestrierung von Systemerweiterungen automatisch. Die Appliance ist auf maximale Flexibilität und die Einbindung externer Datenquellen ausgelegt. Sie reduziert manuelle Eingriffe in der Administration des Rechenzentrums auf ein Minimum und betreibt das Rechenzentrum in einem optimalen Zustand, zu dem auch ein optimierter Energieverbrauch gehört.

„Und wir verfolgen ehrgeizige Ziele. Wir wollen die Zeit für die Planung und den Aufbau von Cloud-basierten Rechenzentren sowie die Fehlerquote beim Aufbau um mindestens 50 Prozent senken und damit insgesamt die Prozesskosten“, erklärt Dr. Andreas Eberhart, Managing Director bei fluid Operations.

Die Projektpartner

fluid Ops entwickelt auf der Basis des eCloudManagers die CORA-Appliance. Der eCloudManager ist eine flexible Lösung für das Monitoring, das Management und die Orchestrierung von Infrastruktur- und Cloud-Ressourcen sowie für komplexe, virtualisierte und physische Enterprise-Umgebungen. Er automatisiert Planungs-, Aufbau- und Betriebsprozesse in der Public, Private oder Hybrid Cloud. Der eCloudManager bietet einen Überblick über das gesamte Rechenzentrum inklusive Speichersystemen, physischer und virtueller IT-Infrastrukturen, Netzwerke und Anwendungen. Er schafft eine echte “IT as a Service”-Umgebung, in der Endanwender Ressourcen in der Cloud nutzen – angefangen von Desktops, IT-Infrastrukturen (Infrastructure as a Service) und Speicherressourcen (Storage as a Service) über komplexe und mehrstufige Anwendungslandschaften in Unternehmen (Landscape as a Service) bis hin zu Service-Erweiterungen.

Christmann Informationstechnik + Medien leitet das CORA-Projekt. Der Hersteller von leistungsfähigen und ressourceneffizienten IT-Systemen im Server- und Desktopbereich entwickelt und evaluiert einen Compute Group Master, der die Server mit CORA verbindet. Dabei wird der beim Monitoring und Controlling der Server anfallende Datenstrom ohne Beeinträchtigung des Arbeitsnetzwerkes organisiert. Der Compute Group Master wertet Daten im Voraus aus und liefert nur die wirklich relevanten Daten an CORA. Dies ist besonders wichtig, um in der Infrastruktur großer Rechenzentren zu hohe Belastungen des Netzwerkes durch Monitoring- und Controlling- Datenverkehr zu vermeiden

Die Arbeitsgruppe Kognitronik und Sensorik im Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology der Universität Bielefeld entwickelt und evaluiert die ressourceneffiziente und hoch skalierbare Hardwareplattform für CORA. Sowohl in der Aufbauphase als auch im späteren Produktivbetrieb passt sich die Hardware automatisch an die aktuellen Anforderungsprofile an und stellt die jeweils geforderte Leistungsfähigkeit mit minimalem Energiebedarf zur Verfügung. Erreicht wird dies durch eine neue Systemarchitektur, die es ermöglicht, Teilkomponenten im Betrieb hinzu- oder abzuschalten und durch parallele Ultra-Low-Power-Prozessoren, die in Phasen geringer Last eine Leistungsaufnahme von wenigen Mikrowatt haben.

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