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Auf der Suche nach dem Chief Data Officer

| Autor / Redakteur: Dirk Häußermann / Ulrike Ostler

Die Suche nach einem Chied Data Officer (CDO) läuft. Wer sich als erstes bewegt, hat gute Chancen, sagt Informatica-Chef Dirk Häußermann.
Die Suche nach einem Chied Data Officer (CDO) läuft. Wer sich als erstes bewegt, hat gute Chancen, sagt Informatica-Chef Dirk Häußermann. (Bild. skvoor / Fotolia.com)

Skeptiker bezweifeln, das Unternehmen mit dem Chief Data Officer wirklich eine neue C-Level Funktion benötigen. Denn in ihren Augen sollte der Chief „Information“ Officer – also der CIO – den Überblick und die Hoheit über die Unternehmensdaten haben. Der Trend sieht aber anders aus.

2003 ernannte Capital One Cathryne Clay Doss zum ersten Chief Data Officer (CDO) der Branche. Seither taucht die Position CDO vor allem bei großen öffentlichen Unternehmen, die eine regelrechte Datenflut erleben. Die Notwendigkeit, sich um Daten als zunehmend wichtigeren Unternehmensaktiva zu kümmern, ist unbestritten.

Auch das Research-Institut Gartner sagt voraus, das bis 2015 25 Prozent der globalen Großunternehmen Chief Data Officer (CDO) beschäftigen werden. Aber wie diese Rolle in das Unternehmen passt, wird heiß diskutiert.

In den USA hat als erstes der öffentliche Sektor die Notwendigkeit zu handeln gesehen. Bundestaaten, Städte, Behörden – haben schon CDOs ernannt oder werden dies noch in diesem Jahr tun. Und mit dem Big-Data-Boom zieht jetzt auch die Privatwirtschaft nach.

Es gibt Prognosen, dass in den nächsten zwei Jahren rund die Hälfte aller Fortune 500 Unternehmen einen CDO einstellen werden. Deren einziger Fokus werden die Daten sein: wie man sie als Unternehmensaktiva verwalten und in einen greifbaren Unternehmensvorteil umwandeln kann. Denn während andere Aktiva verschwinden, haben Daten als nachhaltige und strategische Aktiva Bestand.

Wo sitzt der CDO – in der IT oder das Unternehmensleitung?

Die CDO-Rolle ist noch etwas schlecht definiert und auch umstritten. In einigen Unternehmen ist der CDO dem CIO oder CTO unterstellt und gilt als Teil der IT. In anderen Unternehmen hat der CDO eine betriebliche Funktion, die dem CEO unterstellt ist.

Dirk Häußermann: „Ein CFO kümmerst sich um die Finanzen, aber er macht nicht die Buchhaltung.“
Dirk Häußermann: „Ein CFO kümmerst sich um die Finanzen, aber er macht nicht die Buchhaltung.“ (Bild: Informatica)

Einige Unternehmen scheuen sich, einen weiteren Operational Officer hinzuzufügen, mit dem Argument, dass der CIO die Daten des Unternehmens überwachen sollte. Aber tatsächlich ist die Agenda des CIOs sehr viel breiter, als dass er das notwendige Augenmerk auf das Daten Management legen kann.

Es ist wie bei einem CFO: der sich um die Finanzen kümmert, aber nicht die Buchhaltung macht. Es braucht eine Person, die sich nur auf die Funktionalität der Daten konzentriert. Das sollte – so Experten – niemand sein, der den IT-Tunnelblick hat, sondern idealerweise jemand mit einem direkten Draht in die kaufmännische Unternehmensleitung.

Natürlich wird es auch von der Unternehmensgröße und der Menge der Daten abhängen, ob ein Unternehmen einen CDO ernennt oder doch lieber den CIO oder einen anderen Leiter mit der Aufgabe betraut. Aber während Führungskräfte Unstimmigkeiten über die Position austragen, muss jemand die Verantwortung für die Datenverwaltungsstrategie übernehmen.

Wer sich als erstes bewegt, hat hier gute Chancen. Könnten Sie diese Person sein?

Der Autor:

Dirk Häußermann ist der Geschäftsführer von Informatica Deutschland.

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