Virtualisierung, Run-Book Automation (RBA) und Workflow-Orchestrierung

Auf dem Weg zur Cloud: IT-Automation verknüpft Prozess- und System-Ebene

23.06.2010 | Autor / Redakteur: Markus Herber, Winfried Winkler / Ulrich Roderer

Ein sehr hohes Automationsniveau im RZ fußt auf dem harmonischen Zusammenspiel („Orchestrierung“) des Managements dieser bislang separat verwalteten Ressourcen.

Die IT nähert sich der Vision von der automatisierten Service-Maschine. Technologische Fortschritte bei Automatisierung und Virtualisierung tragen dazu bei. Den höchsten Automatisierungsgrad erreicht man aber nur mit ab Werk aufeinander abgestimmten Hard- und Softwarekomponenten.

Ist es für ökonomisch überhaupt noch sinnvoll, Mitarbeiter beziehungsweise Kunden auf althergebrachte Weise mit IT-Services zu versorgen? Noch immer kaufen IT-Abteilungen Server, Speicher und Switches ein, installieren sie im Rechenzentrum, spielen die gewünschte Software auf und stellen sie den Anwendern zur Verfügung. Analysten und IT-Anbieter propagieren bereits seit Jahren ein deutlich höheres, durch Automation erreichbares Maß an Einfachheit und Schnelligkeit – unter wechselnden Überschriften wie Utility Computing, Real Time Infrastructure, IT as a Service oder Cloud Computing.

Dank erheblicher Fortschritte bei Virtualisierung, Run-Book Automation (RBA) und Workflow-Orchestrierung gilt heute: Das Rechenzentrum (RZ) – beziehungsweise die gerade erforderliche Erweiterung – ist im Idealfall ein generischer Ressourcen-Pool, der sich aus dem Stegreif aufsetzen lässt. „Pool“ bedeutet hier: gebündelte Software, Rechen- und Speicherkapazitäten, seien sie physisch oder virtualisiert, die regelbasiert über die Server-, Netzwerk- und Storage-Silos hinweg dynamisch zuweisbar sind.

Man soll sozusagen in der Lage sein, RZ-Kapazität kubikmeterweise anzubauen – und dies, ohne auf bestimmte Workloads festgelegt zu sein. Die Provisionierung der neu hinzugewonnenen Kapazitäten erfolgt, so die Idee, dynamisch, nachvollziehbar, wiederholbar und automatisiert – via Self-Service-Portal sogar nach Bedarf durch die Fachabteilungen oder Kunden selbst.

Worin besteht nun genau der Fortschritt? Von Automation war in der IT schließlich schon immer die Rede, war es doch von Anfang an die Aufgabe der EDV, Abläufe zu automatisieren. Die Automation hat sich in der IT allerdings von der rein passiven oder analytischen über die prozessbasierte bis hin zur aktiven und zur so genannten „Run-Book Automation“ (RBA) weiterentwickelt. Die IT hat sich dabei immer mehr auf eine automatische IT-Service-Bereitstellung zubewegt.

Zur Veranschaulichung ist ein Vergleich mit dem Autofahren nützlich: Ein Antiblockiersystem (ABS), in Pkw seit den 1970ern erhältlich, macht blockierende Räder durch rasantes Wechseln zwischen Bremsen und Nicht-Bremsen wieder beherrschbar – ein relativ simples Prinzip. Eine moderne Fahrdynamikregelung (Electronic Stability Control, ESC) hingegen vergleicht kontinuierlich zahlreiche Messwerte und greift intelligent in den Fahrtablauf ein, um einen Wagen zum Beispiel auf rutschiger Fahrbahn sicher in der Kurve zu halten. Der Automatismus ist vom Bauteil (Bremse) immer näher an den eigentlichen Prozess (das Autofahren) herangerückt.

Automation auf System- und Prozess-Ebene

Auf ähnliche Weise bietet auch die IT immer mehr Automation. Hier gibt es grundsätzlich zwei Vorgehensweisen: Automatismen bestehen einerseits auf der Komponenten- oder Systemebene, im Alltag gerne per Scripting umgesetzt, andererseits auf der IT-Prozess- oder IT-Service-Ebene – hier insbesondere für das Incident-, Change- und Configuration-Management im Rahmen einer system- und herstellerübergreifenden „IT-Betriebsorchestrierung“ (Operations Orchestration). Greifen diese Ebenen ineinander, entstehen bis hinunter zur Systemebene flexibel automatisierbare IT-Prozesse. Die Flexibilität in der Verwendung des Ressourcen-Pools zeigt sich zum Beispiel in der Möglichkeit, einen phyischen Server als Instanz auf einem virtuellen Host wiederherzustellen – oder umgekehrt. Dies senkt die Betriebskosten, so wie die höhere Auslastung der Ressourcen die Investitionskosten reduziert.

 

Gartner: eine Taxonomie der Automation

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2045258 / Services)