Open Invention Network erweitert Patentschutz über Linux hinaus

Auch Open-Source-Apps vor Klagen sicherer

| Autor: Ludger Schmitz

(Bild: gemeinfrei / Pixabay / CC0)

Bisher war das Open Invention Network dazu da, Patentangriffe auf Linux vorzubeugen. Das hat so gut geklappt, dass die Organisation ihr Feld jetzt auch weitere wichtige Open-Source-Produkte unter ihre Fittiche nimmt.

Das Open Invention Network (OIN) ist eine Patentgemeinschaft von inzwischen mehr als 2100 Mitglieder. Bisher beschränkte sich ihr Wirkungskreis ausschließlich auf Linux. Doch ein Update der zentralen Linux-Systemdefinition ändert das. Denn die geht über Linux hinaus und umfasst in einem weiteren Sinne Open-Source-Systeme und Middleware.

Schon neue 400 Open-Source-Patente erfasst

In das OIN lassen sich künftig auch Softwarepakete jenseits des eigentliche Betriebssystems Linux einbringen. Dies war faktisch schon vor der neuen Systemdefinition der Fall, nun aber auch ganz offiziell möglich. Das hat zur Folge, dass die Ausweitung schon bei ihrer Verkündung fast 400 neue Pakete umfasst, unter anderem für Ansible, Kubernetes, Nagios, ChromeOS sowie Container-Lösungen. Mit diesem Schritt folgt das OIN einer IT-Entwicklung, die schon längst über Linux hinausgeht und eher als Trend zu ganzen Open-Source-Umgebungen zu betrachten ist.

„Linux und die Open-Source-Entwicklung florieren. Die daraus resultierenden Innovationen werden weiterhin ganze Branchen verändern, wie etwa den Automobil- und Mobilfunkmarkt“, erklärt Keith Bergelt, CEO des Open Invention Network. „Mit dieser Expansion des Linux-Systems hält OIN Schritt mit der Innovationsgeschwindigkeit von Open Source und stellt den Verzicht auf Patentverfahren im Kern der Software sicher. Wir glauben, dass Unternehmen, die sich für Linux und Open-Source-Software einsetzen, diese Erweiterung des Schutzschildes sehr begrüßen.“

2100 Mitglieder, 1200 Patente im Portfolio

Das OIN ist die weltgrößte Patentgemeinschaft, gegründet von Google, IBM, NEC, Philips, Red Hat, Sony, SUSE und Toyota. Seine Mitglieder bringen Patente ins OIN ein und erklären ausdrücklich den Verzicht auf Gerichtsklagen gegen hier eingebrachte Patente anderer Firmen. Im Gegenzug dürfen die Mitglieder alle eingebrachten Patente kostenlos nutzen. Unter dem OIN-Schutz stehen inzwischen mehr als 1200 Patente und Patentanmeldungen.

Nachdem zunächst vor allem IT-Firmen dem OIN beigetreten waren, sind es in den letzten Jahren zunehmend Firmen aus dem Finanzwesen, der Telekommunikationsbranche sowie IoT-Anbieter gewesen. Besonders auffallend war in letzter Zeit der Zuwachs um Automobilhersteller. So ist vor gut zwei Monaten die Daimler AG dem Open Invention Network beigetreten.

* *Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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