Worksoft Certify im Einsatz bei Accenture

Anwenderbericht zur SAP-Testautomatisierung

| Autor / Redakteur: Marius Schenkelberg * / Stephan Augsten

Bevor unter SAP erstellte Prozesse und Anwendungen in den Arbeitsalltag einfließen lässt, führt die IT-Abteilung von Accenture gründliche Tests durch.
Bevor unter SAP erstellte Prozesse und Anwendungen in den Arbeitsalltag einfließen lässt, führt die IT-Abteilung von Accenture gründliche Tests durch. (Bild: Olu Eletu - Unsplash.com)

Anwendungen werden in einem rasanten Tempo entwickelt, speziell im Bereich Enterprise Resource Planning, also in ERP-Systemen wie SAP. Software-Tests müssen dementsprechend schnell und präzise ablaufen. Der IT-Dienstleister Accenture plante deshalb eine Automatisierung seiner SAP-Tests.

Das Unternehmen Accenture befindet sich im steten Wandel. Die internen Strukturen verändern sich sehr schnell, zum Beispiel durch Übernahmen neuer Tochtergesellschaften oder das allgemeine organische Wachstum. Die interne IT-Organisation von Accenture muss sich daher rasch an Veränderungen anpassen können. Damit steigen auch die Anforderungen an die IT.

Dreh- und Angelpunkt aller Prozesse bei Accenture ist ein SAP-System, dessen einwandfreier Betrieb essenziell ist für eine kosteneffiziente Geschäftsführung. In das SAP-System werden ständig neue Prozesse und Anwendungen integriert, um den steigenden Anforderungen in Zeiten digitalisierter Technologien gerecht zu werden.

Bevor Accenture die Prozesse und Anwendungen in den Arbeitsalltag einfließen lässt, führt die IT-Abteilung gründliche Tests durch. Bestehende SAP-Testmethoden erfüllten zwar die Unternehmensanforderungen und lieferten hohe Qualität – der derzeitige Wandel erfordert jedoch häufigere und schnellere Tests.

Diese Tests werden immer komplexer und erfordern eine umfassendere Integration verschiedener Prozesse und Anwendungen. Sie müssen mit dem Wachstum des Unternehmens und den höheren Anforderungen Schritt halten und gleichzeitig das hohe Qualitätsniveau erfüllen. Wie auch in anderen IT-Bereichen haben die IT- und Business-Führungskräfte im Unternehmen die Möglichkeit zur Digitalisierung und Automatisierung der Tests erkannt, um schneller und effizienter reagieren zu können.

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Frischer Wind bei SAP-Tests

Aufgrund bereits gesammelter Erfahrungen mit „Worksoft Certify“, entstand ein globales, internes SAP-Business- und IT-Team, das gemeinsam einen Proof-of-Concept für das Tool erarbeitet hat. Ziel der Machbarkeitsuntersuchung war es, den Wert des Tool und die Methode zu bestimmen, mit der die Digitalisierung der SAP-Tests bei Accenture erreicht werden sollte.

„Die Ergebnisse zeigten den Wert für die anstehende Transformation“, meint Dan Kirner, Geschäftsführer des SAP-Programms bei Accenture. „Es war klar, dass es sich hierbei um eine Möglichkeit handelte, die Tests weiter zu automatisieren, um den und vielfältiger werdenden Unternehmens gerecht zu werden.“

Das SAP-Team bei Accenture hat sich zum Ziel gesetzt, mehrfach auftretende Testaktivitäten weiter zu automatisieren. Dazu wurden folgende Prinzipien erarbeitet: „Zunächst sollten die durchgängigen Prozesse automatisiert werden, um den Aufwand des Erstellens doppelter Testskripte sowie das Risiko von Inkonsistenzen zwischen verschiedenen Teams und Anwendungen zu reduzieren“, erklärt Gustavo Rigiroli, Projektleiter der Testautomatisierung.

„Das zweite Prinzip bestand darin, dass wir für die Automatisierung die einzelnen Testszenarien überdenken müssen – zur Steigerung der Effizienz sind in der Regel taktische Änderungen erforderlich“, führt Rigiroli weiter aus. „Das dritte Prinzip war die Optimierung der Wiederverwendungskonzepte, um den Aufwand beim Erstellen und Pflegen der Testskripte zu verringern.“

Gemeinsam mit den Teams bei Accenture hat das SAP-Team die Methoden und zeitlichen Abläufe geplant und dazu eine Schätzfunktion eingesetzt, die Accenture auch für Klienten verwendet. Die täglichen Aufgaben wurden dann den internen IT-Mitarbeitern bei Accenture zugeteilt. Die nach Geschäftsprozessen organisierten Testteams arbeiteten ein Jahr lang weltweit parallel an den Schlüsselphasen der Infrastrukturerstellung, Anwendungsinstallation, Schulung, Definition und Priorisierung der Testszenarien und letztendlich der Ausführung der Testskripte.

Testszenarien definieren und priorisieren

Nach der Einarbeitung der Mitarbeiter in das Tool auf Basis von Einführungsschulungen und den Einsatz anderer für die Testautomatisierung bereits qualifizierter Accenture-Mitarbeiter konnten sich die internen Testteams für den IT-Betrieb mit dem nächsten Schritt befassen: das Definieren und Priorisieren der Testszenarien.

Am wichtigsten war es dabei, sich auf die sich am häufigsten wiederholenden und zeitintensivsten Testskripte zu konzentrieren, die in den Testumgebungen ausgeführt werden. Von dort aus begannen die Teams damit, die Testskripte in allen Geschäftsprozessen auszuführen.

Mit dem Automatisierungswerkzeug konnten Testanalysten die Schritte erfassen, die in einem Testskript in SAP ausgeführt werden, die Skripte mit Logik erweitern, z. B. das Erstellen von Variablen und Vergleichen von Werten (unter Verwendung des Anwendungsassistenten, nicht durch Programmierung), die automatisierten Skripte über das Tool reproduzieren, das sich bei SAP anmeldet, und die erfassten Schritte ausführen.

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Die neuen Automatisierungsmöglichkeiten ermöglichten den Testteams den nahtlosen Übergang vom manuellen zum automatisierten Arbeiten nach Unternehmenspriorität. Am Ende des Projekts konnten die Teams 600 für die Automatisierung identifizierte Testszenarien abschließen. Der Erfolg der Initiative zur Testautomatisierung hat auch die Tür zur Automatisierung der Produktionsprozesse geöffnet und führte zu einer zweiten Initiative: die Automatisierung des Produktivbetriebs für Finanzabschlüsse bei Accenture. Accenture plant die weitere Automatisierung seiner komplexesten und wichtigsten Prozesse.

Ergebnisse: Qualität und Kosteneffektivität steigen

Durch den Abschluss der Initiative zur Testautomatisierung wurde der Wert für die Transformation bestätigt, den Accenture hinsichtlich Qualität, Geschwindigkeit und Kosteneffektivität erwartet hatte.

  • 1. Qualität: Die interne IT liefert weiterhin eine hohe Testqualität, während Accenture weiter wächst.
  • 2. Geschwindigkeit: Der Aufwand für den Regressionstest ist um 60 Prozent zurückgegangen, so dass Accenture Änderungen am Geschäft schneller umsetzen kann. Die Verringerung des Testaufwands war in einigen Bereichen viel höher, etwa eine Verringerung um 90 Prozent im Order-to-Cash-Prozess.
  • 3. Kosteneffektivität: Die Verringerung des Testaufwands führte wiederum zu einer Reduzierung des Testbudgets im folgenden Geschäftsjahr um zirka 50 Prozent. „Die Ergebnisse der Testautomatisierung waren ausgezeichnet“, sagt Steve Collins, Geschäftsführer des Unternehmensdaten- und Finanzportfolios bei Accenture.

„Diese Automatisierung ist unsere Antwort auf den Bedarf des Unternehmens nach Digitalisierung. Während Accenture immer mehr neue Geschäfte unterstützt und stetig weiter wächst, geht es darum, mit der Entwicklung Schritt zu halten und die Systeme auf die richtige Größenordnung zu skalieren.“

Ebenso wichtig sei, dass durch die Testautomatisierung verschiedene SAP-Ressourcen bei Accenture frei werden und für mehr wertschöpfende SAP-Arbeiten eingesetzt werden können. „Tests sind sehr wichtig für Accenture und die berufliche Entwicklung seiner Mitarbeiter und werden es auch immer bleiben“, merkt Kirner an.

„Durch die Automatisierung können wir diesen Bedarf mit weniger Personal decken, die Qualitätsstandards durch weniger menschliche Eingriffe erhöhen und unseren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, ihre berufliche Entwicklung durch Erfahrungen in anderen Bereichen voranzubringen, insbesondere mit unserer Implementierung von SAP S/4HANA Enterprise.“ Mit der Verfeinerung der Testautomatisierung hat das SAP-Team nicht allein die Projektziele erreicht, es konnte auch die Implementierung von SAP Suite on HANA bei Accenture testen.

Die Resultate

Nach Abschluss der internen Initiative zur Testautomatisierung konnte Accenture aus der Praxis heraus sehr erfreuliche Schlüsse ziehen:

  • Qualität: Die interne IT liefert eine kontinuierlich hohe Testqualität, so dass Accenture ohne Störungen weiterwächst.
  • Geschwindigkeit: Der zeitliche Aufwand für Regressionstests ist um 60 Prozent zurückgegangen. Accenture kann Änderungen im Geschäftsumfeld somit schneller umsetzen. Auch der allgemeine Testaufwand reduzierte sich sehr stark, bei Order-to-Cash-Prozessen beispielsweise um 90 Prozent.
  • Kosteneffektivität: Das vereinfachte Testen reduzierte das Budget für Testverfahren im folgenden Geschäftsjahr um rund 50 Prozent.

Mit Worksoft Certify erreichte Accenture somit alle gesteckten Projektziele im Bereich der SAP-Testautomatisierung. Unterdessen unternimmt Accenture eine Migration in mehreren Phasen nach SAP S/4HANA Enterprise. Für die nächste Phase erstellt das SAP-Team die automatisierten Testskripte, die für neue Prozesse und Funktionen erforderlich sind.

Die interne IT-Organisation von Accenture setzt nur die Gestaltung des Transformationsprozesses fort, der Accenture zu einem digitalen Unternehmen macht. Diese Strategie ist notwendig, um Accenture für anhaltendes Wachstum in der digitalen Wirtschaft aufzustellen.

* Marius Schenkelberg ist freier Journalist.

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