Red Hat Hyperconverged Infrastructure

Alles easy: Der Open-Source-Stack für hyperkonvergente Plattformen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Red Hat bringt eine Software-Appliance aus Open-Source-Produkten zum Implementieren von Hyperkonvergenz heraus.
Red Hat bringt eine Software-Appliance aus Open-Source-Produkten zum Implementieren von Hyperkonvergenz heraus. (Bild: Red Hat)

Die Software ist nicht neu und dennoch: Red Hat vermarktet „die branchenweit erste, produktionsreife Open-Source-basierte hyperkonvergente Infrastruktur“. Die Adressaten sind mittelständische Unternehmen, die VMware wegen der Lizenzkosten scheuen, OpenStack aufgrund seiner Überdimensionierung und Nutanix, weil das ein Fremdkörper in der eigenen Umgebung wäre.

Die „Red Hat Hyperconverged Infrastructure“ habe noch keine dezidierten Hardware-Partner und dennoch bestehe Nachfrage, erläutert Gerald Sternagl, EMEA Business Unit Manager Storage bei Red Hat. Denn das Produkt sei auf Bestreben von drei Kunden im vergangenen Jahr entwickelt worden, die ein solches Angebot an Rechenzentrumsfunktionen an Orten mit einem beschränkten Platzangebot benötigten, beispielsweise in Filialen und Niederlassungen. Es hat also bereits eine einjährige Pilotphase hinter sich.

Zudem handle es sich nicht um ein paar wenige getätigte Installationen, führt Sternagl aus, sondern um ein hundertfaches Ausrollen, das kostengünstig und einfach sein sollte. Allerdings, fügt der Manager hinzu, adressiere Red Hat explizit auch Mittelständler.

Wer sich frage, warum der Hersteller nun einen zweiten Software-Stack für Hyperkonvergenz baute, da es doch eine Open-Stack-Implementierung gebe, befinde sich genau an diesem Punkt: „OpenStack ist für diese Unternehmen schlichtweg der Overkill.“ Für Cloud-Provider und Telcos hingegen sein die Open-Stack-Umgebung genau das Richtige.

Das zweite Hyperkonvergenz-Standbein

Red Hat Hyperconverged Infrastructure besteht im Wesentlichen aus KVM, dem Server-Virtualisierungs-Hypervisor, „Red Hat Gluster Storage“ für Software Defined Storage, der auf der gleichen Hardware wie Red Hat Virtualization Hosts installiert werden kann und damit den Bedarf nach weiteren Servern eliminiert sowie die Implementierung vereinfacht, und weitere Funktionen der Red Hat Virtualization (RHV) für den Netzwerk-Layer.

Dazu kommt das Betriebssystem Red Hat Enterprise Linux (RHEL) sowie eine grafische Oberfläche, die die Kunden von ihren Linux-Anwendungen her kennen. Damit lassen sich einfache Administrationsaufgaben anstoßen, etwa Backups und das Starten sowie Stoppen von virtuellen Maschinen (VMs).

Außerdem steht „Ansible by Red Hat“ zur Verfügung: Implementierung und Verwaltung bauen auf dem leistungsfähigen und agentenlos arbeitenden Open-Source-Automations-Framework auf, das eine automatisierte Installation und Konfiguration von einer zentralen Stelle aus ermöglicht.

Wer weitere Management-Funktionen benötigt, kann auf die zusätzlich zu lizenzierenden Tools „Satelite“ für das Deployment und „Cloud Forms“ zur Ausstattung der virtuellen Maschinen zurückgreifen.

So sähe eine Software Defined Infrastruktur von Red Hat mitsamt „Hyperconverged Infrastructure“ aus.
So sähe eine Software Defined Infrastruktur von Red Hat mitsamt „Hyperconverged Infrastructure“ aus. (Bild: Red Hat)

Die Konfiguration

Red Hat Hyperconverged Infrastructure benötigt mindestens drei Server, beziehungsweise drei Replikate. Der Speicher-Layer arbeitet mit Direct Attached Storage wie SATA-Disks oder iSCSI. Allerdings lassen sich im Bedarfsfall auch RAID-Controller verwenden. Eine Mindestkonfiguration für drei Knoten, ohne Gastsysteme kostet in etwa 12.000 Dollar, mit Gastsystemen steigt der Preis auf rund 19.000 Dollar.

Tatsächlich sind die einzelnen Bauteile des Software-Stack nicht neu. Das Angebot glänzt vielmehr durch die Kombination von bewährter Virtualisierungs- und Storage-Technik mit stabiler Betriebssystemplattform. „Tatsächlich“, erläutert Sternagl, „ hatten wir zum ersten Mal 2013 über ein hyperkonvergentes Angebot gesprochen. Doch damals konnten wir uns selber nicht dazu überreden. Denn die Konkurrenz zu VMware war bei jedem neuen Produkt der Kerngedanke.“

Jetzt aber, da Organisationen mit verteilten Standorten und Außenstellen, beispielsweise Banken, Energieversorger oder Handelsunternehmen, in der Lage sein müssten, in ihren Filialen und Niederlassungen die gleichen Infrastruktur-Services anzubieten wie in ihrem Rechenzentrum, sei ein solches Angebot attraktiv. Denn in den Außenstellen könnten weniger Raum- und Kühlkapazitäten und kaum oder sogar gar keine IT-Mitarbeiter die Bedingungen diktieren.

Gerald Sternagl, EMEA Business Unit Manager Storage bei Red Hat: „Hyperkonvergenz auf der Basis von OpenStack, wäre für “Mittelständler, verteilte Standorten und Außenstellen schlichtweg der funktionale Overkill."
Gerald Sternagl, EMEA Business Unit Manager Storage bei Red Hat: „Hyperkonvergenz auf der Basis von OpenStack, wäre für “Mittelständler, verteilte Standorten und Außenstellen schlichtweg der funktionale Overkill." (Bild: Red hat)

Red Hat Hyperconverged Infrastructure greife diese Anforderungen durch die Integration von Rechen- und Speicherkapazitäten auf einem einzigen Server auf. Unternehmen seien nun in der Lage, verteilte Infrastrukturen zentral zu verwalten. Außenstellen könnten von hochperformanten Systemen profitieren, ohne dass sie dazu ein umfangreiches und hochspezialisiertes IT-Team vor Ort benötigten, sagt Sternagl.

Der Open-Source- und Community-basierte Ansatz helfe zudem, die Herstellerabhängigkeit eines proprietären Ansatzes zu vermeiden. Gleichzeitig profitierten Kunden von der schnelleren Innovation, wie sie die Open-Source-Communities hervorbringen.

Die Analystenmeinung

Terri McClure, Senior Analyst bei der Enterprise Strategy Group, äußert sich zu den Marktchancen: „Der Markt für integrierte Systeme wächst weiter und die hyperkonvergenten Plattformen erobern darin immer größere Marktanteile.“ Aus der IT-Perspektive könnten sich Installationen in Filialen und Niederlassungen als Herausforderungen erweisen und seien daher ein idealer Fall für hyperkonvergente Angebote.

„Der Einstieg von Red Hat mit Red Hat Hyperconverged Infrastructure in den Markt ist ein vielversprechender Anfang und kommt zum richtigen Zeitpunkt. Mehr und mehr Kunden interessieren sich für eine hyperkonvergente Lösung, mit der sie sowohl die IT-Herausforderungen in Filialen bewältigen als auch das Fundament für eine Software-defined-Zukunft legen können.“

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Was genau ist mit Fremdkörper in Bezug auf Nutanix gemeint? Bindet man sich nicht automatisch an...  lesen
posted am 06.07.2017 um 18:21 von Unregistriert


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